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Eine runde Sache: Die Tölzer Bürgerversammlung im Kurhaus war diesmal sehr gut besucht. Es wurde rege diskutiert.

Im Kursaal

Heiße Eisen in der Bürgerversammlung: Hochwasserschutz und Badeteil

Bad Tölz - Hochwasserschutz und Badeteil: Zwei von vielen „heißen Eisen“, die von den Tölzern bei der Bürgerversammlung angefasst wurden. Neben Kritik gab’s auch Lob.

Fünf, sechs Entscheidungsträger der Stadt stehen vor dem vollbesetzten Kurhaussaal. Infostände zu wichtigen Themen im Foyer, ein Moderator (Klaus Pelikan), der die Diskussion lenkte. Unter den Bürgern viele Vereinsvertreter, die eigens eingeladen worden waren. Das war offenbar das richtige Rezept, um die Tölzer Bürgerversammlung zu beleben. Am Donnerstagabend war das Kurhaus voll, und die Bürger fragten fleißig.

Traudl Fischer vom Lalidererweg machte den Anfang und wollte wissen, ob der bis zu vier Meter hohe geplante Damm neben dem Bolzplatz in der Karwendelsiedlung wirklich nötig ist. „Ist der Hochwasserschutz nicht ein bisschen überdimensioniert?“, fragte sie und sprach von einem absoluten „No-go“, wenn dafür der Bolz- und Spielplatz dran glauben müsste. Man solle sich doch bitte nicht so von den Behörden und vom Ministerium beeindrucken lassen, appellierte sie.

Bauamtsleiter Christian Fürstberger konnte ihr sagen, dass der Damm schon an die Große Gaißach gerückt sei. Genaue Planungen gebe es aber noch nicht. Es werde auf jeden Fall noch einen Ortstermin mit Anliegern geben. „Das wird noch ein langer Weg.“ Auch er sei der Meinung, dass nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen werden solle. Und er stimmte zu, dass Bolzplätze unbedingt erhalten werden sollten, denn: „Neue anzulegen, geht heute fast nicht mehr.“

Silvelie Bergmann aus der Angerstraße griff etwas spöttisch den Gedanken von Bürgermeister Josef Janker aus dem Rechenschaftsbericht auf, wonach das Josefistift neu neben der Stadtklinik erbaut werden soll. „Dann wird der Altersanteil im Badeteil noch höher.“ Die Stadt möge doch bitte mehr an die jüngere Generation denken und Spielplätze und Veranstaltungen für die Jugend anbieten. Sauer stieß ihr der vom Rathaus kreierte Begriff Bäderviertel auf: „Ich möchte weiterhin im Badeteil leben.“ – „Bäderviertel klingt wirklich blöd“, pflichtete ihr Andreas Lang aus der Tannenbergstraße bei. Außerdem: „Wo sind denn diese Bäder?“, fragte ironisch Willibald Raab (Höckhstraße).

„Stimmt schon“, räumte Fürstberger ein, „wir müssen im Badeteil mehr für Kinder machen.“ Vielleicht könne man dafür mal ein Stück Kurpark nutzen oder das Isarufer freizeitmäßig ausbauen, berichtete er von ersten Überlegungen. Generell sei es nicht leicht, der Überalterung gegenzusteuern. Junge Familien bevorzugten zum Wohnen eher Einzelhäuser, antwortete er auf einen weiteren Einwand Bergmanns.

Patrizia Zewe (Kunstsalon) lobte hingegen die Stadt. Sie lebe seit drei Jahren in Bad Tölz und finde es „toll, wie es sich entwickelt hat“. Sie lobte den neu eröffneten „Binderbräu“. Deshalb kämen viele Besucher aus München und Tegernsee. Zewe freute sich auch über den Fritzplatz und seine Atmosphäre. „Es ist wunderbar, wie die Leute da sitzen. Das erinnert mich an Südfrankreich.“ Und die Bestuhlung sei allemal schöner „als die Plastikstühle in der Marktstraße“. Auch da setzte es viel Beifall.

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