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Sebastian Fräsdorf (33) ist der Hauptdarsteller im Film „Bruder Schwester Herz“. Der Tölzer freut sich auf viele Besucher bei der Premiere am Donnerstag im Capitol-Kino am Amortplatz.

Im Capitol-Kino 

Sebastian Fräsdorf stellt seinen neuen Film in Tölz vor

Das Capitol-Kino am Amortplatz bietet am Donnerstag, 10. Oktober, eine Vorstellung der besonderen Art: der Film „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte feiert um 20 Uhr Premiere in Anwesenheit des aus Bad Tölz stammenden Hauptdarstellers Sebastian Fräsdorf.

Bad Tölz – „Für mich ist die Vorstellung hier in Tölz eines der Highlights der Kinotour. Meine Familie wohnt hier, ich bin hier aufgewachsen und aufs Gymnasium gegangen“, sagt Fräsdorf. Nach der Schulzeit ging es für den 33-Jährigen nach München an die Internationale Schule für Schauspiel und Acting. Mittlerweile hat Fräsdorf eine breite Filmografie vorzuweisen. So kann man ihn beispielsweise aus „Auf Augenhöhe“, „Im Sommer wohnt er unten“ und aus „Soko Leipzig“ kennen. Der Tölzer wurde unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis für den Kinderfilm „Auf Augenhöhe“ und mit dem Publikumspreis des Filmfestes München ausgezeichnet.

„Bruder Schwester Herz“ handelt von den Geschwistern Franz (gespielt von Sebastian Fräsdorf) und Lilly (Karin Hanczewski), die gemeinsam den vom gebrechlichen Vater (Wolfgang Packhäuser) übernommenen Bauernhof führen. Die beiden leben dort „in einer Geschwisterbeziehung wie fünf- oder sechsjährige Kinder: Sie halten sich im Arm, schlafen im gleichen Bett und gestalten ihre Freizeit gemeinsam“, sagt Fräsdorf. „Der Film soll dazu anregen, zu hinterfragen, warum der Ausdruck geschwisterlicher Nähe mit zunehmendem Alter zurückgeht, ja geradezu tabuisiert wird.“ Doch damit endet der gesellschaftskritische Teil des Filmes noch lange nicht. So treffen mit Franz, der eine konservativ-statische Lebenseinstellung vertritt, und Lilly, die sich nach Fortschritt und Veränderung sehnt, zwei gesellschaftliche Extreme direkt aufeinander.

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Grundlage für den Konflikt bildet die Problematik, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen, ohne dabei aus wirtschaftlicher Notwendigkeit moralische Prinzipien hintanzustellen. „Wir wollen Alternativen in der Fleischherstellung aufzeigen.“, so Fräsdorf, „In einer Szene erschieße ich auf der Weide ein Rind. Das Tierwohl betreffend ist das die beste Art der Schlachtung; das Rind merkt kaum etwas und stirbt in seiner gewohnten Umgebung. Aber trotzdem machen das in Deutschland nur um die zehn Betriebe.“

Als Lilly dann auch noch den Bandmusiker Chris (Godehard Giese) kennenlernt, kocht Franz vor Eifersucht, und ein Bruch in der Familie scheint programmiert – wie er auch in der Realität viele Familien spaltet.

Der Film wird dominiert von brisanten gesellschaftlichen Fragen, welche teils komödiantisch, teils ernst dargeboten werden. Gedreht wurde in Rosenwinkel in Brandenburg.

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Fräsdorf freut sich schon auf die Vorstellung am Donnerstag in seiner Heimat: „Ich bin vor allem auf die Fragen des Publikums gespannt. Da kommen nämlich oft sehr ungewöhnliche Sachen auf, die mich kein Journalist fragen würde.“ Der Film, der nun in vielen Städten in die Kinos kommt, wurde zum ersten Mal auf dem Münchner Filmfest gezeigt, wo er in der Rubrik „Neues Deutsches Kino“ über die Leinwand lief.  (Simon Öttl)

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