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Rosen sollten vor dem Winter ordentlich zurückgeschnitten werden , empfiehlt Karin Siegert vom Gartenbauverein Bad Tölz.

So macht man den Garten winterfest

Damit‘s im Frühjahr wieder blüht

Was tun, damit der Garten den Winter gut übersteht? Einige Experten haben uns ihre Tipps verraten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Tage werden kürzer, die Natur zeigt sich in herbstlicher Farbenpracht: Doch der Winter steht bevor. Im eigenen Garten sollte man jetzt Vorkehrungen treffen, damit im Frühjahr alles wieder blüht.

Schnitt

Hier empfiehlt die Vorsitzende des Gartenbauvereins Münsing, Regina Reitenhardt, keinen klinischen Rückschnitt vorzunehmen, sondern auch ein paar Blütenstände stehen zu lassen. „Dadurch ergibt sich nicht nur eine wunderschöne Optik, wenn der erste Schnee gefallen ist, sondern Vögel finden zum Beispiel bei Sonnenblumen auch noch ein paar Samen.“

Um einen kräftigen Austrieb im nächsten Frühling zu gewährleisten sollten Sträucher laut Reitenhardt ordentlich zurückgeschnitten werden. Auch hier könne man aber ruhig ein wenig stehen lassen – dadurch entstehen kleine Schlupflöcher für Tiere zum Überwintern.

„Wer seinen Garten besonders tierfreundlich gestalten will, kann auch das Schnittgut des Heckenschnitts zu Reisig- oder Laubhaufen aufschichten“, sagt Reitenhardt, „dann finden Igel einen geschützten Platz zum Überwintern und man spart sich die Fahrt zum Bauhof.“

Auch für das Teilen von Sträuchern sei der Herbst die ideale Jahreszeit, so Reitenhardt. Die neuen Pflanzen könne man dann verschenken oder zur Erweiterung des eigenen Garten verwenden.

Rosen sollten nach Empfehlung von Karin Siegert, der Vorsitzenden des Gartenbauvereins Bad Tölz, auch jetzt schon recht ordentlich zurückgeschnitten werden. Bäume dagegen sollte man ihrer Empfehlung nach nicht jetzt im Herbst schneiden, sondern erst im Spätwinter, weil sich dann die geschlagenen „Wunden“ besser verschließen.

Pflanzen

Im Herbst muss man die Grundlage für das Aussehen des Gartens im nächsten Frühjahr legen. „Jetzt ist die beste Zeit, die Frühjahrsblüher wie Schneeglöckchen, Narzissen und Tulpen einzupflanzen“, so Siegert. Auch für Gehölze ist der Spätherbst die ideale Pflanzzeit, wie Fred Fuchs von „Fuchs baut Gärten“ meint. „Denn wenn die Vegetationsperiode abgeschlossen ist, die Pflanzen also ihre Blätter verloren haben, können sie ihre ganze Kraft in die Wurzelbildung stecken, bis zum Frühling schon einmal gut durchwurzeln und sich an ihrem neuen Standort etablieren, sodass sie beim Start in die nächste Gartensaison sofort voll im Saft stehen.“ Allerdings dürfe man bei Neupflanzungen auch im Winter das Gießen nicht vergessen; die meisten Neulinge gehen im Winter nämlich nicht wegen der Kälte ein, sondern vertrocknen.

Letzte Handgriffe

Viele empfindliche Kübelpflanzen müssen über den Winter reingebracht werden. Siegert empfiehlt: „Bei der Entscheidung, welche Pflanzen draußen überwintern können und welche nicht, hilft klare Logik: Heimische Pflanzen sind hier im Regelfall auch in der Lage zu überwintern, wohingegen Pflanzen aus dem mediterranen Raum oder noch weiter südlich reingebracht werden müssen. „Bei besonders kalten Wintern sollte man für manche Pflanzen auch eine Styropor-Unterlage und Abdeckung des Topfes in Erwägung ziehen, um die Pflanzen vor der Kälte zu schützen“, so die Münsingerin Regina Reitenhardt.

Bei dem herbstlichen Mulchauftrag, den viele Gartenbesitzer vornehmen, reagiert Reitenhardt eher reserviert: „Ich persönlich finde, dass Umgraben reicht. Bei uns sind nämlich viele Beete eh schon überdüngt, da ist es nicht nötig, dass der über den Winter verrottende Mulch das Beet mit neuen Nährstoffen versorgt.“

Ob man Mulch auftragen sollte, hängt also von der Beschaffenheit der eigenen Beete ab – nur wenn Nährstoffe fehlen, sollte Mulch verwendet werden. Wer jetzt nicht düngt, sollte aber auf jeden Fall den Kompost umsetzen, sodass im Frühling guter, natürlicher Dünger da ist.

Für Reitenhardt bleibt es jedoch dabei: „Im Garten kann man nicht wirklich viel falsch machen; letztlich kommt es einfach drauf an, wie es einem gefällt.“ (Simon Öttl)

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