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Hoffen, dass das Solarkataster eifrig genutzt wird (v. li.): Der Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, Andreas Süß, Vize-Landrat Thomas Holz und A lexander Romahn von der Firma Tetraeder.solar.  

Wo lohnen sich PV-Anlagen?

Solarkataster sorgt für sonnige Aussichten

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65 Prozent der Dachflächen im Landkreis wären für Photovoltaik-(PV)Anlagen geeignet. Allerdings wird nur rund 7,5 Prozent des Potenzials derzeit auch tatsächlich genutzt. Damit sich das ändert, hat der Landkreis nun ein Solarpotenzial-Kataster erstellen lassen. Am Montag wurde es vom Klimaschutzbeauftragten Andreas Süß im Landratsamt vorgestellt.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Der Landkreis hat ein hehres Ziel. Als Gründungsmitglied der Energiewende Oberland hat er sich deren Zielen verpflichtet. Das größte davon: Bis 2035 soll der gesamte Energiebedarf der Region aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Strom aus Sonnenergie spielt dabei eine wesentliche Rolle. „Das neue Kataster bietet umfassende Information für jedermann“, sagte Vize-Landrat Thomas Holz (CSU) am Montag bei der Präsentation. Mit wenigen Mausklicks kann jeder sehen, ob sich seine Dachfläche für eine PV-Anlage eignet, was eine Anlage ungefähr kosten würde, wie groß sie sein muss, um den eigenen Strombedarf zu decken und wie lange es dauert, bis sich die Investition amortisiert hat.

Möglich machen das die Daten, die die Firma Tetraeder.solar zusammengestellt hat. Basis dafür sind Laserscandaten, die alle paar Jahre bei Befliegungen durch das Vermessungsamt gesammelt werden, erklärte Alexander Romahn. Das Unternehmen berücksichtigt zudem den Einstrahlungsverlauf und Verschattungen. Am Ende gibt es für jede Dachfläche eine Aussage, wie gut sie für eine PV-Anlage geeignet ist. Romahn beglückwünschte den Landkreis, der rund 10 000 Euro investiert hat, zu seiner Entscheidung, das Kataster erstellen zu lassen. Es sei das modernste, das momentan zu haben sei. „Rund 1500 Kommunen in Deutschland arbeiten bereits damit.“

Die Navigation auf der Internetplattform www.solarkataster-toelz.de ist einfach. Auf einer Karte wählt man seine Heimatgemeinde aus. Dann einfach seine Adresse eingeben – und schon gibt’s die erste Aussage über die Eignung der Dachfläche. „Dann kann man die Planung simulieren“, sagte Romahn. Dafür muss man nur einige wenige Fragen beantworten: Geht es um ein privat oder ein geschäftlich genutztes Haus? Wie hoch ist der Stromverbrauch? Gibt es Interesse an Solarthermie? Und: Möchte man einen Batteriespeicher nutzen, um rund um die Uhr Solarstrom zur Verfügung zu haben? Wer möchte, kann noch mehr in technische Details gehen, alle anderen lassen sich anzeigen, wie viele Module auf dem Dach sinnvoll wären und was das kosten würde. Wer danach noch eingibt, wie hoch sein Eigenanteil an der Investition ist, kann sehen, wie lang es dauert, bis sich die Anschaffung rechnet. „Das Ganze kann man sich als Pdf ausdrucken und sich von Handwerksfirmen auf dieser Grundlage konkrete Angebote machen lassen“, sagte Romahn. Darüber hinaus würden Hausbesitzer Antworten auf Fragen zum Denkmalschutz und Tipps zur Planung finden, so Süß. „Wir können aber keine Fachplanung ersetzen“, sagte Romahn. Beispielsweise könne man natürlich keine Aussage machen, wie tragfähig das Dach ist.

Die bereits existenten Kataster der Städte Geretsried und Wolfratshausen wurden integriert. „Das ist wirklich eine ganz tolle und runde Sache“, lobte Josef Kellner, Vorstandsvorsitzender der Energiewende Oberland. Sein Dank galt vor allem dem Fachbeirat Energie, der das Thema auf den Weg gebracht hatte. Romahn glaubt, dass die Zahl der PV-Anlagen künftig deutlich zunehmen wird. „In Regionen, die ein Kataster haben, tut sich hier einfach mehr. Es hat sich gezeigt, dass der Zubau 20-mal höher ist als in Regionen ohne Kataster.“

Weitere Infos

www.solarkataster-toelz.de

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