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Sicher ist sicher: Bei „Blue Flamingo Fashion“ hat Verkäuferin Antonia Fottner nun auch niedliche kleine Gummistiefelchen im Repertoire.

Einzelhandel

Für die Sommermode fehlt der Sommer

Bad Tölz – Bikinis und Flip-Flops wurden diesen Sommer bislang kaum benötigt. Das Sommersortiment liegt deswegen in vielen Geschäften noch wohlsortiert im Regal. Ein Rundgang durch die Tölzer Marktstraße. 

Wetteraussichten: mäßig bis bescheiden. Mit Sommer hatte das Ganze bislang noch nicht viel zu tun. Sind modisch gesehen also eher Regenjacken und Gummistiefel angesagt? Die Erfahrung bei den Tölzer Händlern dazu ist gemischt.

„Das Wetter müsste schon ein bisserl besser sein,“ meint dennoch Anja Lehmann, Geschäftsführerin von „Cecil“-Damenmoden. Die reinen Sommersachen wie Shorts liegen noch gut sortiert in den Regalen. „Es ist anders als in der Großstadt. Dort gehen die Leute bei schlechtem Wetter schon mal aus Langeweile einkaufen.“ Nervig findet sie bisher hauptsächlich das dauernde Rein- und wieder Rausräumen der Ständer vor dem Geschäft, wenn der nächste Regenguss droht. „Ansonsten gehen wir schon davon aus, dass der Sommer noch kommt.“

Auch nebenan bei Trachten Gössl glaubt Filialleiterin Nicole von Stackelberg, dass die Leute es sich zweimal überlegen, ob sie bei schwarzen Wolken am Himmel zum Einkaufen gehen. „Wenn es dann zu regnen anfängt, springen sie lieber in ihr Auto und fahren heim.“ In ihrem Sortiment findet man aber auch die ganzjahrestauglichen Dirndl, so dass sie dem Sommer, wie er auch werden mag, gelassen entgegenblicken kann.

Ganz anders die Wahrnehmung im Herrenmodegeschäft Hauser. „Die Badehosen und Sommersachen sind bei uns ab März schon gegangen“, weiß Verkäuferin Susanne Hackl. „Die Leute decken sich oft schon für die Pfingstferien ein.“ Ihre Beobachtung: Bei schlechtem Wetter wissen die Leute nicht, was sie tun sollen, und gehen dann halt shoppen.“ Gute Erfahrungen hat sie mit Ausflüglern gemacht, „die ja sonst eher auf dem Berg wären“, aber auch mit Urlaubern aus Norwegen, Holland oder Dänemark, die mit ihrem Wohnmobil ein paar Tage Rast in Bad Tölz machen.

Schwieriger wiederum ist es bei den reinen Bademoden-Geschäften: „Letztes Jahr um diese Zeit war es schon bedeutend besser“, erinnert sich Christa Arendt, Angestellte bei Bademoden Kaulberg in der Marktstraße. Sie hat es in all den Jahren, in denen sie im Bikini-Business ist, noch nie so erlebt wie heuer. Auch sie hofft auf den Ferienbeginn, und darauf, dass das noch etwas wird mit dem Sommer 2016.

Im Kindermodeladen „Blue Flamingo Fashion“ hingegen ist man bislang sehr zufrieden. Die Sommermode ging gut raus. „Bei den Babysachen sind wir sogar schon ziemlich ausverkauft“, freut sich Inhaberin Reneé Obermeir. Dennoch ganz neu eingetroffen: niedliche kleine Gummistiefelchen. Sicher ist sicher.

„Eigentlich sind wir es gewohnt, dass das Wetter im Juni schlecht ist, die Saison geht erst noch los“, sagt Peter von der Wippel, Inhaber von „Sport Peter“. „Klar, die Badesachen gehen schlechter, aber wir sind ja auch für schlechtes Wetter bestens ausgerüstet.“ Was bisher noch kaum über den Ladentisch ging: Schwimmtiere und Wassersportgeräte. „Aber das kommt schon noch, wenn es erst mal heiß wird.“

„Des einen Freud, des anderen Leid“, sagt Verkäuferin Andrea Grasberger, die bei „Sport Krätz“ arbeitet. „Man konnte zwar bisher nicht so viel zum Baden gehen, aber dafür geht doch alles andere.“ Radeln, wandern, bergsteigen – alles sei möglich, meint sie. Zumindest, wenn man die Lücken zwischen den Regenschauern nutze, fügt sie augenzwinkernd hinzu.

Ines Gokus

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