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Sonnenenergie für den Eigenbedarf: Das Dach des Landratsamts soll mit einer PV-Anlage ausgestattet werden. 

Schul- und Bauausschuss 

Sonnige Aussichten fürs Landratsamts-Dach

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Was fängt man mit 100.000 Euro an, die beim Bau einer Photovoltaik (PV)-Anlage übrig geblieben sind? Am besten eine andere PV-Anlage bauen, fanden die Grünen im Kreistag. Auf ihren Antrag hin hat nun die Verwaltung geprüft, welches Dach eines landkreiseigenen Gebäudes am besten dafür geeignet wäre. Die Nase vorn hatte das Tölzer Landratsamt.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Das berichtete Andreas Süß in der jüngsten Sitzung des Schul- und Bauausschusses des Kreistags. Der Klimaschutzbeauftragte des Landkreises hatte sich gemeinsam mit Hauptamstleiter René Beysel des Themas angenommen.

Zum Hintergrund: Als der Landkreis eine PV-Anlage auf das Dach der Tölzer Berufsschule baute, wurden besagte 100 000 Euro weniger ausgegeben als geplant, weil die Anlage aus Gründen der Statik kleiner ausfiel. Der Fachbeirat Energie habe sich nun elf Dächer daraufhin angeschaut, ob sie für eine PV-Anlage geeignet wären. Mit Hilfe des – übrigens für jeden Hausbesitzer nutzbaren – Solarkatasters des Landkreises habe man geprüft, wo die Sonneneinstrahlung welchen Ertrag verspricht, berichtete Süß. Ein weiteres Kriterium sei die statische Eignung gewesen. Manche Dächer seien ausgeschieden, weil sie in den kommenden Jahren saniert werden müssen oder bereits belegt sind. „Außerdem haben wir geprüft, wie hoch der Eigenverbrauch der Gebäude ist. Denn heutzutage ist es nicht mehr entscheidend, viel Strom von der PV-Anlage ins Netz einzuspeisen – das wird nicht mehr so gut vergütet.“ Aus wirtschaftlicher Sicht sei der Sinn einer PV-Anlage vielmehr, den Eigenverbrauch des Gebäudes möglichst weit abzudecken und auf diese Art Strom zu sparen.

Nach einer Detailuntersuchung waren laut Süß noch zwei Standorte im Rennen: die Realschule Wolfratshausen und das Landratsamt in Bad Tölz. „Für beide haben wir die Belegung mit je 250 Solarmodulen gegenübergestellt.“ Die Realschule punktete mit ihrem Süd-Ost-Dach, das in Bezug auf die Sonneneinstrahlung günstiger liegt das das Ost-West-Dach des Landratsamts. „Von der wirtschaftlichen Betrachtung her ist aber das Landratsamt leicht im Vorteil“, stellte der Klimaschutzbeauftragte fest. Und zwar deshalb, weil das Landratsamt mit seinen vielen Mitarbeitern, die – ohne geschlossene Ferienzeiten – an vielen Rechnern sitzen, mehr Strom verbrauche. Somit könnte die Behörde mehr Energie vom eigenen Dach verbrauchen und mehr Stromzukauf aus dem allgemeinen Netz einsparen. „Auf 20 Jahre gerechnet wäre das ein Vorteil von 230 000 Euro – bei der Realschule wären es 201 000 Euro“, so Süß. Die Zeit, bis sich die Investition amortisiert habe, betrage beim Landratsamt 7,2, bei der Realschule 7,4 Jahre.

Der Ausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, die PV-Anlage auf dem Landratsamt zu bauen. Stellvertretender Landrat Thomas Holz, der die Sitzung leitete, fragte in Richtung der beiden Grünen-Kreisräte Volker Witte und Gabriele Riegel: „Sind sie zufrieden?“ Beide nickten.  ast

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