Hubertus Heil wird SPD-Generalsekretär in Berlin

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Bunt und vielfältig ist das Kulturleben im Landkreis – hier ein Foto von der jüngsten Theaterpremiere der Tölzer „Lust“. Kulturschaffende erläuterten gestern den Kreisräten, wo sie sich Unterstützung wünschen. 

Sozial- und Kulturausschuss

Kreative Förderideen aus der Kunstszene

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Wie kann der Landkreis Kunst und Kultur besser fördern? Der Kreistag fragte bei denen nach, die es am besten wissen müssen: den Kulturschaffenden selbst. Sie legten gestern einen bunten Wunschzettel vor.

Ein Stelldichein von Kulturschaffenden gab es gestern auf ungewohnter Bühne: im Großen Sitzungssaal des Landratsamts. Vor dem Ausschuss für soziale und kulturelle Angelegenheiten legten Vertreter diverser Vereine und Institutionen ihre Ideen dar, wie der Landkreis das kulturelle Leben unterstützen könnte.

Den Antrag, dass der Landkreis Künstler stärker fördert, hatte die Grünen-Fraktion eingebracht. Der zuständige Ausschuss beschloss, sich von den kulturell Engagierten selbst berichten zu lassen, wo der Schuh drückt – mit der Vorgabe, dass die Hilfe vom Landkreis nicht unbedingt Geld kosten sollte.

In den Vorträgen der geladenen Experten zeigte sich aber wiederholt, dass ihnen eben doch mit Finanzspritzen am meisten geholfen wäre. „Es kann nicht sein, dass man sagt: Alles darf etwas kosten, nur Künstler sollen bitte alles umsonst machen“, sagte Sybille Krafft, die für den Historischen Verein Wolfratshausen und die Waldramer „Bürger fürs Badehaus“ sprach. Sie versuchte es daher mit einem Vorschlag, „für den Sie kein Geld ausgeben müssten – Sie hätten nur weniger Einnahmen“: nämlich dass das Landratsamt Vereine aus der Kulturszene von den Gebühren für anfallende Genehmigungen befreit. Auch Sepp Müller vom Tölzer Kulturverein Lust wünschte sich eine Art „Kulturtopf, aus dem wir schöpfen könnten“. Dies sei auch unter sozialen Gesichtspunkten wichtig, ergänzte Assunta Tammelleo, Betreiberin des Geltinger „Hinterhalt“. „Wir wollen Kultur für jeden erschwinglich machen.“

Der Tölzer Maler Heinz Stoewer sagte, es sei Künstlern eine große Hilfe, wenn ihnen der Landkreis Räume für Ausstellungen kostenlos zur Verfügung stelle. Geeignete Orte für Veranstaltungen und Ausstellungen standen allgemein ganz oben auf der Wunschliste.

Über Räumlichkeiten verfügt der Kunstverein Tölzer Land im Kunstturm im Tölzer Kasernenkarree. Schriftführerin Birgit Haas-Heinrich wünschte sich aber, mit größeren Schildern auf den Ausstellungsort hinweisen zu dürfen. „Schön wäre, wenn wir temporär oder dauerhaft eine auffälligere Außengestaltung machen dürften, etwa mit Stoffbahnen.“

Fast einhellig plädierten die Kunstschaffenden für Hilfestellung bei der Suche nach öffentlichen Fördergeldern. Auch der Wunsch nach einer Internetseite, die Akteure und Angebote im Landkreis bündelt und vernetzt, wurde einhellig geteilt. Tatsächlich in Arbeit ist eine Internetseite, die die Kunstschaffenden im Landkreis auflistet. Diese soll heuer vorgestellt werden, so 2. Landrat Thomas Holz.

„Ich bin dagegen, dass man immer sagt: Der Landrat oder die Stadt sollen’s machen“, sagte Arnold Sedlmair vom Verein „Lebendige Altstadt Wolfratshausen“. Günter Unbescheid von der Künstlervereinigung Lenggries schlug vor, dass die Künstler und Vereine ihre Internetseiten untereinander verlinken sollten. Eine weitere Idee Unbescheids: ein „Kultursommer“ mit Ausstellungen, Darbietungen und Musik in der Region. Der Landkreis könne helfen, die Beteiligten für so ein „ehrgeiziges Projekt“ zusammenzubringen. Verena Peck von der Komischen Gesellschaft in Bad Tölz regte an, dass das Landratsamt jährlich ein Fest für Kulturschaffende veranstaltet – „um Respekt zu zollen“, aber auch zum Austausch. „Beim gemeinsamen Feiern kommen die besten Ideen.“

Die Ausschussmitglieder wollen das Gehörte mit ihren Fraktionen besprechen und prüfen, was umsetzbar ist. Schwendner drängte darauf, dass die Anliegen noch heuer weiterverfolgt werden – mit dem Ziel eines „Leitbilds für Kunst- und Kulturförderung“.

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