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Nachdem das Spa an der Arzbacher Straße gestorben ist, rückt das Hallenbad auf der Flinthöhe wieder in den Fokus. 

Tölzer Tourismus

Das Spa ist tot, lang lebe das Hallenbad?

Kaum ist die Spa-Idee beerdigt, träumen einige Tölzer Stadträte auch öffentlich vom Umbau oder der Erweiterung des städtischen Hallenbads auf der Flinthöhe. Aber ist das überhaupt möglich?

Bad Tölz – Die Idee ist gar nicht so neu und wurde immer mal wieder diskutiert – etwa als Variante zur Sauna. Grund genug also, bei Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Huber nachzufragen.

Die Stadtwerke sind eine GmbH und 100-prozentige Tochter der Stadt, aber kein kommunaler Eigenbetrieb. Eine Baderweiterung müsste also unter etwas anderen Voraussetzungenals beim Spa-Projekt erfolgen. Darauf hatte schon Bauamtsleiter Christian Fürstberger in der jüngsten Stadtratssitzung hingewiesen. „Denkbar ist alles“, sagt Huber, „entscheiden muss das aber die Politik“. Er weiß aber auch, dass die Idee nicht nur im Stadtrat, sondern auch an den Tölzer Stammtischen ein gerne diskutiertes Thema ist. Und zwar „auch schon vor dem Wegfall des Alpamares“. Den Ball nimmt der gebürtige Tölzer auf und schlägt vor, die Tölzer Bevölkerung erst einmal zu befragen, was sie denn eigentlich will. Denn auch ihm ist wie der Tölzer Rathausspitze aufgefallen, dass die Resonanz der Bürger und der Gastgeber auf die Spa-Pläne eher dürftig ausgefallen ist.

Spaßbad, Wellnesstempel, Familienbad  - was der Tölzer?

Bei so einer Befragung ginge es Huber nicht um die Details, sondern um eine grundsätzliche Weichenstellung. Spaßbad, Wellnesstempel, Familienbad oder alles lassen, wie es ist, sind Fragen, die Huber gerne geklärt hätte, bevor man weiterdenkt. Der 56-Jährige hat übrigens durchaus Erfahrung. In Erding hat er schon einmal ein städtisches Hallenbad erweitert, wie er zum Amtsantritt in Tölz vor drei Jahren erzählte. Persönlich hält Huber das derzeitige Hallenbad für eine Stadt mit 18 000 Einwohnern eigentlich für ausreichend. „Es gibt viele ähnlich große Städte, die gar nichts haben.“ Und er sagt klar, dass bereits das bestehende Hallenbad „ein Zuschussbetrieb ist. Statt 4,50 müsste man eigentlich 7 Euro verlangen, um kostendeckend zu sein.“

In dem Zusammenhang hält es Huber für nicht unwichtig zu erwähnen, dass es die Stadt Tölz sei, die für Nachbarorte wie Gaißach und Wackersberg ein Bad vorhalte und mit den Steuern ihrer Bürger die Eintrittspreise subventioniere. Interessant am Rande: Auch das Gymnasium Icking trainiert übrigens mit seinen Schulklassen im Tölzer Hallenbad.

Bei einem Umbau zu einem Spaßbad sei man schnell bei 300 000 bis 400 000 Euro zusätzlichen Unterhaltskosten im Jahr. Die durchaus üppigen staatlichen Zuschüsse für Bäder gelten nämlich nur für die reine Investition. Viel wichtiger sei hingegen der laufende Unterhalt etwa für Personal, Chemie und Energie. Auch das sollten Tölzer wissen, die einen Umbau befürworten, sagt Huber.

Die Flächen auf der Flinthöhe sind begrenzt

Könnte man das Tölzer Hallenbad überhaupt weiterentwickeln? Die Erweiterungsmöglichkeiten seien nach allen Seiten durch die Bundesstraße, das Landratsamt und den Sportplatz begrenzt, sagt Huber. Er kann sich aber vorstellen, dass man den Dusch- und Umkleidebereich in einem Anbau im Norden des Hallenbads, also auf der Fläche zur Bundesstraße hin, unterbringt. Im bestehenden Umkleidetrakt könnte man zum Beispiel einen Kinderbereich mit rundem Nichtschwimmerbecken errichten. Ein Whirlpool hätte Platz auf der Fläche zum Landratsamt hin. Das sei aber alles reine Theorie, schiebt der Stadtwerke-Geschäftsführer nach. „Entschieden ist da noch gar nichts.“ Christoph Schnitzer

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