Schneemacher am Draxlhang 
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Schneemacher am Draxlhang 

Erst wenige Skipisten geöffnet 

Später Schnee, späte Saison

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Die Ski- und Snowboard-Saison konnte heuer im Landkreis erst verhältnismäßig spät starten. Diese Pisten und Hänge sind seit Anfang des Jahres aber schon befahrbar. 

Bad Tölz-Wolfratshausen Sowohl die Wintersportler als auch die Liftbetreiber müssen sich in diesem Winter in Geduld üben: In der ersten Woche der bayerischen Weihnachtsferien ging in puncto Ski- und Snowboardfahren noch nichts. Doch seit dem 30. Dezember sind nun die höheren Pisten auf dem Brauneck in Lenggries befahrbar. 13 der insgesamt 21 Skilifte haben geöffnet, auch wenn eine Talabfahrt bislang noch nicht möglich ist. „Das bisherige Angebot wird aber sehr gut angenommen“, sagt Antonia Asenstorfer, Sprecherin der Brauneck-Bergbahn. Mit der neuen Schrödelsteinbahn, einem Sechser-Lift, reduziere sich die Wartezeit an den offenen Liften.

In den vergangenen drei Wintern begann die Skisaison im Tölzer Land früher. „Dadurch, dass uns die erste Ferienwoche durch die Lappen gegangen ist, haben wir natürlich Einbußen“, sagt Asenstorfer. „Aber wir sind froh, dass wir in der zweiten Woche öffnen konnten.“ Ohne künstliche Beschneiung wäre aber auch das nicht möglich gewesen, sagt die Bergbahn-Pressesprecherin.

Seit 30. Dezember sind obere Pisten am Brauneck befahrbar 

Ähnlich sieht die Situation etwas weiter unten im Tal am Draxlhang aus. Liftbetreiber Josef Gerg hat ordentlich nachgeholfen. „Wir haben oben ein Schneedepot angelegt und den Schnee mit einem Stalldung-Streuer auf die kahlen Flächen ausgetragen“, erklärt der Landwirt und Liftbetreiber. Am 30. Dezember konnte er deshalb mit einem Kinderlift und mit einem Förderband den Skibetrieb eröffnen. „Insgesamt war es trotz allem ein recht guter Saisonstart. Natürlich wäre es aber besser, wenn wir beide Lifte öffnen könnten“, sagt er. Auch Gerg klagt über Einbußen, da viele Skischulen aufgrund der geringen Schneemengen in den Weihnachtsferien in andere Skigebiete gefahren seien.

Kunstschnee per Stalldung-Streuer ausgetragen 

Während die einen zwar noch mit Einschränkungen die Saison eröffnen konnten, muss Georg Gerg, Inhaber und Betreiber der Reiserlifte in Gaißach, noch etwas warten und hoffen. Es ist für ihn die erste Saison als Liftbetreiber (wir berichteten). „Momentan ist es leider noch zu warm, und es gibt zu wenig Schnee. Ich hoffe, dass sich das in den kommenden Tagen ändern wird“, sagt Gerg.

Prima Pisten dank Kunstschnee. Skifahren ist derzeit am Brauneck nur in höheren Lagen möglich. 

Ähnlich sieht es auch auf dem Herzogstand in Walchensee aus. „Aufgrund der aktuellen Schneesituation ist noch kein Skibetrieb am Fahrenberglift möglich“, heißt es auf der Internetseite der Herzogstandbahn.

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Doch nicht nur die Ski- und Snowboardfahrer müssen warten. Auch Langlauf-Fans hatten bisher in der Region noch kein Glück. Beliebte Loipen für diesen Sport gibt es in der Jachenau. Nach Angaben der Gästeinformation konnte mangels Schnee jedoch noch keine einzige gespurt werden. Dazu benötige man mindestens 30 Zentimeter Schnee. Einnahmeausfälle hat die Gemeinde dadurch aber nicht. Laut Gästeinfo würde die Ortschaft zwar derzeit kein Geld durch Langläufer einnehmen, habe aber auf der anderen Seite auch keine Ausgaben für das Spuren. Ein bisschen Wintervergnügen gibt es aber in der Jachenau: Auf dem Eisplatz können Kinder auf Schlittschuhen ihre Runden drehen.

Seit 3. Januar kann man auf dem Blomberg Winterrodeln 

Seit dem 3. Januar kommen Rodelfans auf ihre Kosten. An diesem Tag eröffnete Hannes Zintel, Betreiber der Blombergbahn, die Saison. „Wir haben bis dahin auf kalte Nächte gewartet, damit der Kunstschnee auch hält“, erklärt er. Schließlich bestehe die Rodelabfahrt zu 100 Prozent aus dem künstlichen Erzeugnis. „Das würde anders nicht gehen. Naturschnee würde diese Belastung nicht aushalten“, sagt Zintel. Immerhin würden täglich über 1000 Rodler die Bahn auf dem Blomberg befahren. Aber auch ohne Schnee hatte Zintel bislang keinen Grund zur Klage: „Es kamen zahlreiche Winterwanderer. Außerdem hat ja der Blombergblitz das ganze Jahr geöffnet.“

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