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Blickten auf das vergangene Jahr zurück (v. li.): Die Vorstandsmitglieder Reinhard Bredtmann und Renate Waßmer, Vorstandsvorsitzender Walter Obinger und Christian Spindler, der ab Oktober dem Vorstand angehören wird.

Sparkasse: Eine Fusion ist kein Thema

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen hat die Herausforderungen des vergangenen Jahrs „in einem harten Wettbewerbsumfeld und einem nie gekannten Zinsumfeld“ gut gemeistert, betonte Vorstandsvorsitzender Walter Obinger im Bilanzgespräch. 

„Wir haben unsere Marktführerschaft gut behauptet und bei den Krediten und Einlagen erfreuliche Zuwächse verzeichnet“, sagte Obinger. Klar ist aber auch, dass mit der anhaltenden Niedrigzinspolitik die Herausforderungen nicht kleiner werden. Sicher ist für die Sparkasse dabei aber eines: „Wir werden diese Herausforderungen selbstständig meistern“, sagte Obinger. An eine Fusion mit einer anderen Sparkasse werde nicht gedacht. Zeichen dafür ist auch, dass die Sparkasse die frei werdenden Vorstandsposten wieder besetzt. Für Obinger, der am 1. Oktober in Ruhestand geht, rückt Vorstandsmitglied Renate Waßmer auf den Chefposten nach. Ihren Platz nimmt Christian Spindler (45) ein. Der Nachfolger von Reinhard Bredtmann, der im Juni 2017 ausscheidet, soll noch heuer bestimmt werden.

Die nicht vorhandenen Zinsen belasten nicht nur die Kunden, sondern auch die Sparkasse. „Wir müssen auf unsere Kosten achten, und sie soweit es geht reduzieren.“ Dazu gehört auch die Auflösung von Geschäftsstellen. „Bedarfsgerechte Umwandlung“ nennt das Obinger. Am Tölzer Flintcenter, in Arzbach, Sachsenkam und Gelting und ab April auch in Bichl gibt es nur noch Geldautomaten. In Gaißach und Reichersbeuern wurden die Öffnungszeiten so verändert, dass ein Team beide Geschäftsstellen betreuen kann. „Wir ziehen uns aber nicht aus der Fläche zurück“, betonte Obinger. Beispielsweise habe man sich bewusst dafür entschieden, die Niederlassungen in Walchensee und Jachenau zu erhalten, ergänzte Bredtmann. Und die Sparkasse investiere auch in ihre Geschäftsstellen – zuletzt in Wolfratshausen und Geretsried. Ab April werde der Kassenbereich der Lenggrieser Geschäftsstelle erneuert.

Zur Umwandlung mancher Niederlassungen habe man sich nicht allein aus Kostengründen entschlossen, sondern auch deshalb, weil sich das Kundenverhalten geändert habe, so Bredtmann. Immer mehr Geldgeschäfte werden online getätigt. Dazu kamen 2015 rund 120 000 Aufträge, die im Kundenservice-Center telefonisch erledigt wurden.

Während die Zinsen immer weniger werden, wird eine andere Sache immer mehr: die Bürokratie. Gerade erst ist Obinger ein etwa 100-seitiges Rundschreiben auf den Tisch geflattert. Ab 2017 sollen die Banken 101 Daten über jeden Kunden liefern, der einen Kredit von mindestens 25 000 Euro hat oder sein Girokonto um mindestens 100 Euro überzogen hat. „Welchen Erkenntnisgewinn kann die europäische Bankenaufsicht haben, wenn sie weiß, wer im Tölzer Land sein Konto um 100 Euro überzogen hat“, fragt sich Obinger.

Nach wie vor ist die Sparkasse „einer der größeren Steuerzahler im Landkreis“, so Obinger. 1,84 Millionen an Gewerbesteuern wurden im vergangenen Jahr in die kommunalen Kassen gespült. Auch bei den Arbeitgebern rangiert die Sparkasse weit vorne: 483 Mitarbeiter waren 2015 dort beschäftigt. Das sind acht weniger als im Vorjahr. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Obinger betont aber, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gebe.

Darauf, dass die Sparkasse der „größte nicht staatliche Förderer von Vereinen und Institutionen im Landkreis“ ist, wies Waßmer hin. 472 000 Euro flossen an Spenden und Sponsoring. 450 Einzelmaßnahmen wurden unterstützt.

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