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Treten für die SPD an: Wolfgang Werner (li.) bewirbt sich als Direktkandidat für den Bezirkstag. Robert Kühn möchte in den Landtag einziehen.

Landtagswahl

SPD-Kandidat mit Glitzereffekt und klaren Vorstellungen

Wolfgang Werner aus Geretsried und Robert Kühn aus Bad Wiessee werden für die SPD im Stimmkreis 111 bei der Landtags- und Bezirkstagswahl im Oktober antreten. Bei der Aufstellungsversammlung am Samstag wurden sie von den Delegierten mit großer Mehrheit gewählt.

Schlehdorf– Goldene Turnschuhe mit Glitzer-Effekt: Sie waren das Erste, was so manchem der 29 anwesenden Delegierten an Robert Kühn aufgefallen sein dürfte, als er im Schlehdorfer „Klosterbräu“ nach vorne trat, um sich und seine politischen Überzeugungen vorzustellen. Als einziger Bewerber hatte er für den Stimmkreis 111, der den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und Teile des Landkreises Garmisch-Partenkirchen umfasst, seinen Hut für die Landtagswahl 2018 in den Ring geworfen. Dass der 35-jährige Geschäftsmann aus Bad Wiessee nicht aus dem Stimmkreis kommt, ist laut Gabriele Skiba, Mitglied des SPD-Kreisvorstands Bad Tölz-Wolfratshausen, dabei kein Problem, denn: „Bei der Landtags- und Bezirkstagswahl kann der Kandidat von überall her sein“, erläuterte die SPD-Politikerin, die die Aufstellungsversammlung leitete. Zwar habe man sich schon in den eigenen Ortsverbänden nach Kandidaten umgeschaut, „aber es war niemand da“. Und auch bei der Versammlung wollte sich kein weiterer Kandidat finden außer dem Mann mit den so auffällig goldenen Schuhen. Der SPD-Ortsvorsitzende von Bad Wiessee hatte sich gut vorbereitet und präsentierte seine Pläne souverän. „Gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Fremdenhass“ möchte sich Kühn einsetzen, das Sterben der Ortskerne stoppen und gegen die Ausweitung von Gewerbegebieten kämpfen, damit die Jugend und die Senioren eine lebenswerte Heimat behalten.

Dazu gehört für ihn auch, den sozialen Wohnungsbau voranzutreiben und den öffentlichen Personennahverkehr auszubauen. Mit 27 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen wurde Kühn – übrigens Inhaber eines Schuhgeschäfts – zum Landtagskandidaten gewählt.

Deutlich hemdsärmeliger dagegen die Vorstellung von Wolfgang Werner, Stadtrat von Geretsried, SPD-Kreisvorsitzender von Bad Tölz-Wolfratshausen und hauptberuflich im Finanzamt Wolfratshausen tätig. Der 42-Jährige möchte für den Bezirkstag kandidieren, um im Falle seiner Wahl das Personal in den Bezirkskrankenhäusern aufstocken und für eine Steigerung der Schlüsselzuweisungen auf 15 Prozent zu kämpfen. „Damit wäre den Kommunen schon sehr geholfen“, so der Familienvater, dessen Wohnung erst vor kurzem ausgebrannt ist. Deshalb habe er nun am eigenen Leib das Problem mit dem Wohnraum erfahren, wie er sagte. Wegen dieser privaten Krise habe er sich auch noch nicht auf den bevorstehenden Wahlkampf vorbereiten können. Er versprach den Genossen aber, das nun zügig zu tun. Mit 29 Ja-Stimmen wurde er gewählt. Auch er war der einzige Kandidat.

Franziska Seliger

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