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Am Walchensee sollen demnächst Ranger ihren Dienst tun. 

Diskussion im Kreisausschuss

SPD-Kreisrat fordert mehr Polizisten statt Walchensee-Ranger

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Die geplante Einstellung von Walchensee-Rangern sorgte im Kreisausschuss für eine Grundsatzdebatte. Dabei ging es aber in erster Linie um fehlende Kräfte bei der Polizei.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Um den Stellenplan des Landratsamts ging es am Montag in der Sitzung des Kreisausschusses. Knapp 13 neue Stellen sollen im kommenden Jahr entstehen. Zwei davon entfallen auf die geplanten Ranger für den Walchensee. Die haben, wie berichtet, die Bürgermeister Thomas Holz (Kochel am See) und Georg Riesch (Jachenau) beantragt, um dem zunehmenden Freizeitdruck mit all seinen negativen Begleiterscheinungen Herr zu werden. Die Notwendigkeit dieser beiden Stellen zog am Montag keiner in Zweifel. Reiner Berchtold (SPD) nutzte den Punkt aber zu generellen Anmerkungen und forderte eine bessere personelle Ausstattung der Polizei.

Walchensee-Ranger: Helfer werden „aggressiv und rabiat“ angegangen

„Ich bin nicht gegen die Ranger“, beeilte sich Berchtold gleich eingangs zu sagen. „Aber es ist ein Armutszeugnis, warum wir sie brauchen.“ Offensichtlich gebe es am Walchensee ein Sicherheitsproblem, das man versuche, mit mehr oder weniger Ehrenamtlichen zu lösen. Das aber sei der komplett falsche Weg – vor allem, wenn man sehe, „wie aggressiv und rabiat“ Rettungskräfte oder auch Feuerwehrleute in vielen Fällen angegangen würden.

Der viel bessere Weg wäre es, die Kochler Polizeistation aufzuwerten und personell zu verstärken, sagte Berchtold. Schließlich hätten die Beamten dort nicht nur den Walchensee zu betreuen, sondern auch den Kesselberg. „Aber dort kann man nicht einmal Schichtdienst leisten, sondern nur Tagesdienst.“ Und da könne sich ja jeder ausrechnen, wie lang „die Tölzer Polizei mit Mindestbesetzung“ nachts mit einer Streife nach Urfeld brauche, sagte Berchtold, der selbst lang als Polizist in Tölz tätig war. 

Mehr Stellen bei der Polizei: „Freistaat muss in die Gänge kommen“

„Der Freistaat muss hier endlich in die Gänge kommen.“ Die Stellen bei der Polizei seien nie an die Einwohnerentwicklung des Landkreises angepasst worden. An präventive Arbeit, beispielsweise durch Präventivstreifen, die früher mal möglich waren, sei heute nicht mehr zu denken, sagte Berchtold.

„Dem ist nichts hinzuzufügen“, sagt Landrat Josef Niedermaier (FW). Tatsächlich sei die Situation gerade im Landkreissüden „bitter“. Natürlich spreche man das auch regelmäßig in den Sicherheitsgesprächen an. „Dann wird uns immer wieder gesagt, dass wir hier eine der geringsten Kriminalitätsraten haben“, sagte Niedermaier.

Auch Martin Bachhuber, CSU-Fraktionschef und Landtagsabgeordneter, weiß um dieses Thema, schließlich moniere Bürgermeister Holz „pausenlos, dass die Kochler Polizei besser besetzt werden müsste“. Das Thema sei auf Landesebene auch erkannt, daher stelle man ja auch bayernweit weitere Polizisten ein. „Fakt ist aber auch, dass sich die Aufgaben der Polizei verlagert haben – beispielsweise hin zur Computerkriminalität. Wir schauen aber schon, dass wir die nötige Personalausstattung bekommen.“

Tölzer Polizeiinspektion hat eine Sollstärke von 50 Stellen

Wie viele Stellen gibt es bei der Polizeiinspektion in Bad Tölz eigentlich? Die Frage lässt sich leicht beantworten – und auch wieder nicht. Die PI Bad Tölz hat eine Sollstärke von 50 Stellen. Alle sind besetzt, wenngleich auch nicht bei der PI Tölz. Die dort tatsächlich verfügbare Personalstärke liegt aber nur bei 37,24, wie Alexander Huber, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Anfrage mitteilt.

Wie kommt es zu dieser Zahl? Eingerechnet sind Langzeiterkrankte, aber auch Beamte, die studieren oder in Teil- oder Elternzeit sind. Beinhaltet sind allerdings auch Stellen, die keiner festen Dienststelle zugeordnet sind. Die Beamten auf diesen Stellen kommen auch überregional zum Einsatz. Dazu zählen beispielsweise die Mitglieder des Einsatzzuges der Operativen Ergänzungsdienste Weilheim oder auch die Diensthundeführer. Diese Kräfte sind in Bad Tölz unter anderem bei Eishockeyspielen mit erhöhtem Konfliktpotenzial vor Ort. Zuletzt war das beispielsweise bei der Partie Ende November gegen Bad Nauheim der Fall. Die Polizeistation Kochel verfügt über eine Sollstärke von 8 Stellen. Die verfügbare Personalstärke liegt bei 7,1.

Beschluss wird auf Januar vertagt

Beschlossen wurde der Stellenplan – und damit auch die Walchensee-Ranger-Stellen – am Montag vom Kreisausschuss nicht. Auf Antrag der CSU sollen die Fraktionen noch einmal im Detail über die Stellenmehrungen beraten. Erst im Januar steht dann ein Beschluss auf der Tagesordnung.

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