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Mit ihrem Auftreten und Charisma überzeugte Filiz Cetin die Spitze der Kreis-SPD, sie als Landrats-Kandidatin vorzuschlagen. 

SPD-Kreisverband

Tölzerin will Landrätin werden: Kandidatin macht Genossen Mut

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Die letzten Wahlen liefen für die SPD im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen eher nicht gut. Dass die Tölzerin Filiz Cetin (43) als Landrätin kandidieren will, gibt den Genossen nun Auftrieb.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Mit der Bekanntgabe ihrer Landratskandidatin ist der SPD am Montagabend eine echte Überraschung gelungen. Die Tölzerin Filiz Cetin (43) hatte im Landkreis zuvor wohl keiner auf dem Schirm gehabt – bis vor Kurzem nicht einmal die hiesigen Sozialdemokraten selbst. Jetzt sagt der Kreisvorsitzende Wolfgang Werner: „Endlich haben auch wir einmal Glück.“

Er habe selbst nicht gewusst, dass der Kreisverband die im August 2018 aus Niederbayern zugezogene Kommunalpolitikerin in seinen Reihen hatte. Davon – und dass sie sich sogar vorstellen konnte, als Landrätin zu kandidieren –, habe er erst erfahren, als sie ihn über Facebook anschrieb.

Dem vorausgegangen war eine Klausurtagung der SPD im März, an der neben dem Kreisvorstand die Ortsvorsitzenden und die Kreisräte der Partei teilnahmen. Bei der Frage nach einem Landrats-Kandidaten habe in diesem Kreis „niemand die Hand gehoben“, so Werner. Bis Ende Mai sollten sich die Ortsvereine in den eigenen Reihen umhören. Erfolgreich war dabei offenbar der Tölzer Ortsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Michael Ernst.

SPD-Landratskandidatin wird am 13. Juli nominiert 

Nachdem sich Filiz Cetin bei Werner gemeldet hatte, fragte er unter anderem beim ehemaligen Bundestagsabgeordneten Klaus Barthel aus Kochel nach. „Der hat gesagt: Das ist eine gute Frau – ein Glücksfall.“ Barthel kannte Cetin, weil sie wie er bereits in Vorstandsgremien der Bayern-SPD mitgearbeitet hatte.

Auch persönlich wusste die in Baden-Württemberg geborene Neu-Tölzerin mit türkischen Wurzeln zu überzeugen. Als sie sich Anfang Juni der Spitze der Kreis-SPD vorstellte, „hat sie uns mit ihrem Auftreten und ihrem Charisma überzeugt“, so Werner. Auch die Art, wie sie sich in die Landkreisthemen hineinarbeite, sei gut angekommen. Den Nachteil, dass sie vor Ort noch unbekannt ist, „wird sie mit ihrer Art sicher schnell aufholen“, ist der Kreisvorsitzende überzeugt. Das habe sie in ihrem bisherigen Wohnort auch geschafft, wo sie „aus dem Nichts“ in den Gemeinderat und Landshuter Kreistag eingezogen sei. Sie kandidierte 2014 auch als Bürgermeisterin im Markt Essenbach. Sie errang 11,5 Prozent der Stimmen.

Nachdem der SPD-Kreisvorstand sie einstimmig als Landratskandidatin vorgeschlagen hat, ist Werner überzeugt, dass sie auch die Delegierten in der Nominierungsversammlung am 13. Juli im Tölzer „Binderbräu“ für sich einnimmt.

SPD-Kreischef: Etappenziel ist die Stichwahl

Für ein persönliches Gespräch war Filiz Cetin am Dienstag nicht zu erreichen. In der Pressemitteilung vom Montag skizziert sie aber Schwerpunkte. Als alleinerziehende Mutter eines Sohnes (16) wisse sie, wie wichtig es sei, dass Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil sind – auch ohne „Taxi Mama“, für das bei einem Vollzeit-Job keine Zeit bleibe. Durch ihren beruflichen Hintergrund als Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen bei einer Krankenkasse kenne sie die Herausforderungen einer guten Gesundheitsversorgung. Zudem liege ihr daran, dass kommunalpolitische Gremien weiblicher und jünger werden. „Unsere Gesellschaft wird komplexer und vielschichtiger. Das sollten auch unsere Gremien widerspiegeln.“

Trotz der allgemein schwierigen Lage der Sozialdemokraten stimmt Cetins Kandidatur Wolfgang Werner zuversichtlich für die Kommunalwahl. „Etappenziel“ sei , dass es die Bewerberin in die Stichwahl schafft. „Und dann ist alles möglich.“

Bereits nominiert ist der CSU-Kandidat Anton Demmel. Amtsinhaber Josef Niedermaier (Freie Wähler) wird im Herbst offiziell aufgestellt.

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