1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Bad Tölz

Speed-Debating im „Pistolero“: Jugendliche fühlen Lokalpolitikern auf den Zahn

Erstellt:

Kommentare

null
Beim „Speed-Debating“ mussten die Politiker innerhalb kurzer Zeit auf die Fragen der Jugendlichen antworten. Rund 50 junge Erwachsene waren gekommen. Die Veranstalter sind mit den Besucherzahlen sehr zufrieden. © Krinner

Politische Themen statt Drinks und lauter Musik gab es am Freitag beim „Speed-Debating“  im „Pistolero“ in Bad Tölz.  Rund 50 Erstwähler waren gekommen.

Bad Tölz – Ähnlich wie beim „Speed Dating“, bei dem in knapp bemessener Zeit der Partner für das Leben gefunden werden soll, zogen am Freitag Kleingruppen beim „Speed-Debating“ im sechs-Minuten-Takt von Stehtisch zu Stehtisch und diskutierten mit Politikern über Angelegenheiten, die ihnen auf der Seele liegen. Zu der Veranstaltung hatten der Kreisjugendring und sieben Jugendorganisationen aus der Region eingeladen. Angesprochen waren junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren.

Stellten sich den Fragen der Jugendlichen (vo., v. li.) Robert Kühn (SPD), Martin Bachhuber (CSU), Florian Streibl (Freie Wähler) und Myriam Kalipke (Piraten), (hi. 2. Reihe, v. li.) Fritz Haugg (FDP), Josef Lausch (Bayernpartei) und Markus Gampl (ÖDP) sowie (hi., v. li.) Elmar Gehnen (Linke) und Hans Urban (Grüne).

null
Stellten sich den Fragen der Jugendlichen (vo., v. li.) Robert Kühn (SPD), Martin Bachhuber (CSU), Florian Streibl (Freie Wähler) und Myriam Kalipke (Piraten), (hi. 2. Reihe, v. li.) Fritz Haugg (FDP), Josef Lausch (Bayernpartei) und Markus Gampl (ÖDP) sowie (hi., v. li.) Elmar Gehnen (Linke) und Hans Urban (Grüne). © Krinner

„Die Idee war, besonders den Erstwählern die Möglichkeit zu bieten, sich mit den Kandidaten direkt zu unterhalten und ihre Standpunkte kennenzulernen“, sagte Kerstin Barth, Geschäftsführerin des Kreisjugendrings. Gekommen waren neun der lokalen 13 Direktkandidaten. Abgesagt hatten nur Christian Lutz (Die Partei), Khando Ronge (Mut-Partei) und Roland Mittelmaier (V3-Partei). Anne Cyron von der AfD blieb der Veranstaltung trotz Zusage fern, so Barth.

Zunehmend ausgelassene Stimmung

Zuerst gab es ein kurzes Video zur Landtagswahl, dann stellten sich die Politiker in 90 Sekunden ihren Gesprächspartnern vor. Anschließend begannen die Debatten. „Nur zu, stellt all eure Fragen. Ihr braucht keine Angst haben, ich bin viel aufgeregter als ihr“, scherzte Myriam Kalipke von der Piraten-Partei. Begegneten sich beide Seiten anfangs noch zögerlich, kam nach und nach eine zunehmend ausgelassene Stimmung auf, bei der eifrig diskutiert wurde. „Ich bin jungen Menschen begegnet, die sehr politisch sein können. Das waren intensive, interessante und allem voran sehr aufgeschlossene Gesprächsrunden“, sagte Martin Bachhuber (CSU).

Lesen Sie auch: Letzte Ruhe unter Bäumen: Tölz plant einen Friedwald

Thematisch hatte das zweistündige Event vom Breitbandausbau über das Pflege- und Bildungssystem bis hin zur Cannabis-Legalisierung und der Asylpolitik alles zu bieten. Ging es bei Hans Urban (Grüne) vornehmlich um Flächenfraß und Wohnungsbau, zeigte Robert Kühn (SPD) den Jugendlichen die Unzulänglichkeiten des Nahverkehrs auf. „Das sind Themen, die mich beschäftigen und zu denen ich die Lösungsvorschläge hören wollte“, sagte Kilian Graß (19) über seine Motivation, die Veranstaltung zu besuchen. Und hat’s was gebracht? „Auf meine Fragen wurde mal mehr, mal weniger eingegangen. So ist das eben bei Politikern. Es waren aber auch schlüssige Argumentationen dabei“, sagte Graß zufrieden.

Erwartungen übertroffen

Nicht weniger zufrieden zeigte sich Kerstin Barth. „Unsere Erwartungen hinsichtlich der Besucherzahlen wurden übertroffen“, freute sich die KJR-Geschäftsführerin. Das Konzept, die Veranstaltung an einem „Wohlfühlort“ der Jugendlichen stattfinden zu lassen, sei „voll aufgegangen“. Auch die neun Direktkandidaten fanden den Abend gelungen. Robert Kühn zeigte sich beeindruckt von den lebhaften und respektvollen Debatten an seinem Tisch. „Da waren interessante, geile und unangenehme Fragen dabei, die einen ordentlich ins Schwitzen gebracht haben.“

Kühn und Markus Gampl (ÖDP) sind für eine Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre, das kam bei einigen Jugendlichen sehr gut an. Alle Kandidaten baten die Jugendlichen darum, auch weiterhin politisch interessiert zu bleiben. Durch solche Veranstaltungen, fand Miria Sanghammer, könne man das Interesse für Demokratie schaffen. „So was ist enorm wichtig, um Menschen wie mich für Politik zu begeistern. Da reichen bunte Wahlplakate nicht aus“, sagte die 21-Jährige.

Nicolas Linner

Auch interessant

Kommentare