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So realistisch wie möglich: Bei einer Löschübung an der Schlemmer-Klinik rückte die Feuerwehr sogar mit der Drehleiter an, um die Opfer vom Balkon zu retten. 

Spektakuläre Feuerwehr-Übungen in Bad Tölz

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Bad Tölz - Nach dem Großbrand an der Salzstraße und dem tödlichen Unfall auf der B 472 haben viele bereits den nächsten Unfall befürchtet, als vor Kurzem an der Karwendelstraße eine meterhohe Gasflamme in den Nachthimmel loderte. Sie war aber nur Teil einer Feuerwehr-Übung – ebenso wie der Einsatz am Donnerstagabend an der Schlemmer-Klinik.

Meterhoch lodert die Flamme in den Nachthimmel. Es ist sengend heiß, der ohrenbetäubende Lärm, der durch das ausströmende Gas verursacht wird, lässt eine normale Unterhaltung nicht zu. Diese Komplikation hatten die rund 30 Einsatzkräfte der Tölzer Feuerwehr nicht erwartet. Nur gut also, dass es sich bei dem Unfall an einer Gasbaustelle nur um eine Übung handelte, bei der die Retter zusammen mit Mitarbeitern der Stadtwerke an der Karwendelstraße den Ernstfall geprobt haben.

Solche Unwägbarkeiten wie eine erschwerte Kommunikation sind genau der Grund, warum Trainingseinheiten unter möglichst realistischen Bedingungen so wichtig für die Feuerwehr sind. „Es gibt natürlich Einsatzpläne“, sagt der Kreisbrandinspektor Süd, Hermann John. Die Theorie könne die Praxis aber niemals ersetzen.

Damit auch der Nachwuchs etwas lernt, beobachteten die Mitglieder der Feuerwehr-Jugendgruppe die gut 45 Minuten lange Übung. Ihr zugrunde lag die Annahme, dass ein Auto in eine Gasbaustelle gefahren ist und dabei zwei Monteure der Stadtwerke überrollt und eine Hochdruckgasleitung beschädigt hat. Die Retter hatten die Aufgabe, die beiden Dummys, die unter dem Pkw eingeklemmt waren, zu befreien.

Die meterhohe Stichflamme war weithin sichtbar, als die Feuerwehr einen Unfall an einer Gasbaustelle an der Karwendelstraße nachstellte.

„Um die Personenrettung zu ermöglichen, bildete ein Trupp zwischen der Gasflamme und dem Fahrzeug eine Wasserwand, damit die Einsatzkräfte vor der Hitze geschützt wurden“, erklärt John. Auch die Brücke und die angrenzende Vegetation mussten zu diesem Zweck mit Wasser befeuchtet werden.

Die Stichflamme zu löschen, ehe das Gas abgedreht war, kam nicht in Frage. „Die Gefahr einer Explosion wäre zu groß gewesen“, erklärt John. Denn wenn sich das ausströmende Gas mit der Luft vermischt, kann es zu einem Feuerball kommen. Solange das Gas brennt, besteht laut dem Kreisbrandinspektor dagegen keine Explosionsgefahr.

Nur wenige Tage später trafen sich erneut rund 30 Mitglieder der Tölzer Wehr am Donnerstagabend zu einer Übung. Einsatzort war die Schlemmer-Klinik, wo es galt, neun vermisste Patienten im verrauchten Nebengebäude zu finden und den Brand zu löschen. Laut Einsatzleiter Wolfgang Stahl machten sogar ein paar echte Patienten bei der Übung mit, die dann mit der Drehleiter vom Balkon gerettet wurden. Stahl zufolge absolviert die Tölzer Feuerwehr zwischen 40 und 45 Übungen im Jahr, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

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