Depression, Frau
+
Fatma A. versucht immer noch, das Positive im Leben zu sehen.

Spendenaktion „Leser helfen helfen“

Alleinerziehende Mutter kämpft mit ihrem rebellischen Sohn, schaut aber positiv in die Zukunft

  • vonInes Gokus
    schließen

Fatma A. ist eine Frau, die anpacken kann und eigentlich immer versucht, mit einer guten Portion Optimismus in die Zukunft zu schauen. Doch die vergangenen Jahre waren für die alleinerziehende Mutter anstrengend und haben sie oft an den Rand der Verzweiflung gebracht.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der älteste Sohn hat wild rebelliert, Schule geschwänzt und ist mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Sie selbst hat eine Odyssee von Arzt- und Psychologenbesuchen hinter sich und musste das Jugendamt zur Hilfe holen, denn sie hatte ihren Sohn nicht mehr im Griff. „Es war eine schlimme Zeit“, erinnert sie sich.

Die Spendenaktion der Heimatzeitung unterstützt Menschen in Not.

Schon lange plagen Fatma A. Geldsorgen, denn in ihrem Teilzeitjob als Pflegehelferin verdient sie nicht genug, dass es für ihre Familie reicht. Die Mutter und die drei Kinder leben bescheiden, das Mobiliar ist alt und teilweise wacklig, sie haben keine Teppiche oder Vorhänge, der Fernseher ist kaputt. Viel gravierender aber ist, dass der Kühlschrank seinen Geist aufgibt. Für einen neuen reicht das Geld nicht. „Außerdem brauchen die Kinder wegen des Homeschoolings jetzt einen Laptop, zumindest einen zusammen“, sagt sie. Der Vater zahlt keinen Unterhalt und will mit ihnen generell nicht viel zu tun haben. Sie hat sich von ihm getrennt, als das jüngste Kind noch ein Baby war.

Der älteste Sohn ist das Sorgenkind, „aber ich sehe die Fortschritte“, sagt die Mutter

Fatma A. bekommt vom Jobcenter eine Aufstockung, damit Miete, Essen und alles, was man dringend braucht, bezahlt werden können. Vom Jugendamt kommt ein Unterhaltsvorschuss, für die beiden jüngeren Kinder bekommt sie Kindergeld. Für ihren ältesten, inzwischen volljährigen Sohn fällt das flach, denn dazu müsste er eine Ausbildung oder eine weitere Schule absolvieren. Doch was aus ihm werden soll, steht noch in den Sternen. Vorerst erwartet ihn noch eine Gerichtsverhandlung wegen eines Jugendvergehens von vor zwei Jahren. Zudem droht ihm noch einmal Arrest, weil er seiner Berufsschulpflicht im Orientierungsjahr nicht nachgekommen ist. „Zuerst kam ein Bußgeld, dann Sozialstunden und schließlich ein Arrest von einer Woche. Er ist mein Sorgenkind“, sagt Fatma A. Jetzt habe er sich aber ein wenig gefangen, erzählt sie, er sei ruhiger geworden und einsichtiger. Aufgrund seines schlechten Schulabschlusses fehle ihm aber das Selbstbewusstsein, sich für einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Hilfe lehne er ab. „Aber ich habe ihn bald so weit, ich sehe die Fortschritte“, ist sich die Mutter sicher.

Sie will daran glauben, dass sich für ihn und damit auch für sie alles zum Guten wendet, aber der ständige Kampf hat sehr an ihren Kräften gezehrt. „Ich weiß heute nicht mehr, wie ich diese Zeit allein durchgestanden habe“, sagt sie. Der jüngere Sohn geht noch zur Schule, die Tochter hat eine Ausbildung in der Krankenpflege begonnen. Doch einen regelmäßigen Beitrag zum Haushalt will Fatma A. von ihr nicht verlangen. „Sie muss für ihren Führerschein sparen und soll sich auch mal etwas leisten können, was in den letzten Jahren nicht drin war. Außerdem geht sie durchaus auch mal einkaufen für uns.“

„Wir sind gesund. Das ist das Allerwichtigste“

Im Großen und Ganzen hat sich Fatma A. eine positive Einstellung zum Leben bewahrt. „Ich schau nach vorne. Wir haben zu essen und wir sind gesund. Das ist das Allerwichtigste. Und der Rest wird bestimmt auch irgendwann gut.“  

Lesen Sie auch: Wegen Krankheit in die Armut gerutscht: Ältere Dame hofft auf Spenden aus der Weihnachtsaktion

Weihnachtsaktion: Der lange Weg eines trockenen Alkoholikers zurück ins Leben

Zum Auftakt der Weihnachts-Aktion „Leser helfen helfen“: Drei Beispiele, wofür die Spenden verwendet werden

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare