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Amtsgericht

Spendensammler bezieht Prügel

Gaißach - Aus Gaudi wird Gewalt: Ein Gaißacher (42) hat einem 20-Jährigen, mit dem er zuvor gefeiert hat, die Nase gebrochen. Dafür hat ihn das Amtsgericht nu zu einer geldstrafe von 1800 Euro verurteilt.

Zwei Burschen sammeln Geld für die Christbaumversteigerung. Beim letzten Spender gibt’s Bier, Schnaps und Brotzeit. Doch die fröhliche Zecherei endet blutig: Der Gaißacher Gastgeber (42) zertrümmert dem 20 Jahre alten Spendensammler das Nasenbein. Gestern wurde der Mann vom Amtsgericht Wolfratshausen zu 1800 Euro Geldstrafe verurteilt.

Warum er in der Nacht auf Silvester unvermittelt auf den ihm gut bekannten jungen Mann eingeschlagen hatte, konnte der Angeklagte nicht beantworten. Gegen 20 Uhr habe er den Geschädigten und dessen Begleiter (17) ins Haus gebeten. Man habe zusammen ein paar Bier und eine halbe Flasche Schnaps getrunken, später etwas gegessen und weitergetrunken.

Irgendwann gegen 3 Uhr sei der Bursche nach draußen gegangen, um sich zu erleichtern. Die Gelegenheit habe er genutzt, um auch den zweiten jungen Mann aus dem Haus zu schieben, erläuterte der Beschuldigte. Er habe sich aufs Kanapee gelegt, als die beiden jungen Männer Sturm läuteten. „Unsere Geldtasche lag doch noch drinnen“, erklärte der 20-Jährige. „Wir haben gedacht, das ist immer noch eine Gaudi.“ Im Lauf des Abends hatte der Angeklagte den beiden Sammlern die Geldtasche weggenommen und gesagt: „Die könnt ihr mit Schnaps auslösen.“

Da sie vor verschlossener Tür standen, wählten die Burschen einen anderen Weg. „Mein Freund half mir auf den Balkon rauf. Als ich oben ums erste Eck rum bin, habe ich gleich die Faust ins Gesicht gekriegt“, berichtete der 20-Jährige. „Ich war perplex und bin wieder runtergekraxelt.“ Kurz darauf kam es vor der Haustür zu einer Rauferei mit dem Familienvater. Beide stürzten. „Dann saß er auf mir drauf und hat nur noch geschlagen.“ Als der Beschuldigte aufgehört hatte, sei er gleich heimgegangen.

Zu Hause stand bald die wegen Ruhestörung von Nachbarn alarmierte Polizei vor der Tür. „Wenn die Polizei nicht da gewesen wäre, hätten wir die Sache unter uns geklärt“, sagte der junge Industriemechaniker. Es sei nicht sein Interesse gewesen, einen Dorfbewohner vor Gericht zu zerren. Der Angeklagte erfuhr erst am nächsten Tag vom Vater seines Opfers, was er angerichtet hatte.

„Aus einem schönen Tag ist ein rechter Schmarrn geworden. Das hätt’s nicht gebraucht“, zeigte sich der 42-Jährige reuig. Er hatte seinem Opfer zwischenzeitlich 500 Euro Schmerzensgeld bezahlt und sich mittels einer Anzeige im Tölzer Kurier öffentlich entschuldigt. „Ich verstehe nicht, warum man so auf einen Bekannten einschlägt“, sagte Richter Helmut Berger, nachdem er den Gaißacher zu 60 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt hatte. „Das unterste Maß, das noch irgendwie vertretbar war.“

Rudi Stallein

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