Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig

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Die Möglichkeit, seinen Sperrmüll kostenlos in Greiling abgeben zu können, wird rege genutzt. Das Entsorgen zahlt allerdings die Allgemeinheit.  

Abfallwirtschafts-Unternehmen

Sperrmüll im Tölzer Land bald nicht mehr kostenlos?

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Sperrmüll-Entsorgen ist im Landkreis ziemlich bequem: Entweder man liefert ihn zur WGV nach Quarzbichl oder Greiling oder lässt ihn kostenlos zu Hause abholen. Für Letzteres könnte nun aber bald eine Gebühr fällig werden. Und auch das Anliefern soll nur noch nach Voranmeldung gehen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Reiner Späth, Chef des landkreiseigenen Abfallwirtschaftsunternehmens (AWU), macht sich keine Illusionen: „Das wird sicher Ärger geben“, sagte er am Montag in der Sitzung des AWU-Verwaltungsrats in Quarzbichl. „Aber mir wäre es den Ärger wert“, ergänzte er.

Bislang ist das Abgeben von Sperrmüll, Altholz und Grobschrott in der Regel kostenlo

s in Greiling und Quarzbichl möglich. Lediglich die blaue Karte, die es in den Rathäusern gibt, muss mitgebracht werden. Wer es bequemer mag, bestellt den kostenlosen Abholdienst. Bezahlt werden die Kosten, die der WGV dann beim Entsorgen entstehen, über die allgemeinen Müllgebühren. „Das kann man so machen“, sagte Späth. Allerdings regeln es alle umliegenden Landkreise anders. Da werden – durchaus saftige – Gebühren erhoben, und zwar auch bei denjenigen, die ihren Sperrmüll selbst anliefern.

Am Montag wollte kein Verwaltungsrat das böse Wort „Mülltourismus“ in den Mund nehmen. „Aber ich habe schon das Gefühl, dass viele Leute aus den umliegenden Landkreisen zu uns kommen. Denn wir haben brutal viel Sperrmüll“, sagte Späth. Eines der Probleme sei, dass inflationär viele Müllkarten im Umlauf sind. „Zu uns kommen sogar Entrümpelungsfirmen. Die haben dann ein ganzes Packerl Karten dabei.“ Für die viel beschäftigten Mitarbeiter in den Entsorgungszentren sei es kaum möglich, die Berechtigungen wirklich zu prüfen. „Wenn ich mir die Kosten in den anderen Landkreisen anschaue, weiß ich, woher bei uns diese Mengen kommen“, meinte Landrat Josef Niedermaier.

2015 kostete die Entsorgung den Landkreis „zwischen 800 000 und einer Million Euro“, rechnete Späth vor. „Das Geld liegt momentan auf der grauen Tonne.“ Sprich: Wer Sperrmüll entsorgt, profitiert davon, dass die Allgemeinheit bezahlt. Wer keinen Sperrmüll produziert, zahlt im Umkehrschluss für eine Leistung, die er nicht in Anspruch nimmt.

Sperrmüll generell kostenpflichtig zu machen, lasse sich im Moment nicht umsetzen, erklärte Späth. Denkbar wäre aber, dass zumindest für den Abholdienst eine Gebühr fällig wird. Aber auch wer anliefern will, muss sich auf mehr Bürokratie gefasst machen: Über ein Formular muss das Anliefern quasi angemeldet werden. Im Gegenzug gibt es einen Berechtigungsschein, der vorgezeigt werden muss. Zeitgleich würden alle alten Sperrmüllkarten für ungültig erklärt.

Der eine oder andere Verwaltungsrat hatte bis zu diesem Punkt mehrfach geschluckt. „Vielleicht müssten wir noch einmal Varianten diskutieren“, sagte Klaus Trischberger (CSU). Achim Rücker (Grüne) befürchtete, dass beim Erheben von Gebühren, mehr Leute ihren Dreck „einfach im Wald entsorgen“. Niedermaier hatte dagegen Bedenken, dass sich Anlieferer anmelden und einige Tage auf ihre Berechtigung warten müssen. „Normalerweise wird ausgeräumt, und dann sagt die Frau: ,Das fährst du gleich noch weg.‘“ Für ihn sei das Erheben von Gebühren aber „kein No-Go“. Unter Umständen könnte die Allgemeinheit sogar profitieren. „Die Einnahmen fließen alle in den Gebührentopf. Wenn es irgendwie möglich ist, könnten wir die Gebühren für die graue Tonne senken“, so Späth.

Beschlossen wurde am Montag noch nichts. Kommen könnte die Änderung mit dem Jahreswechsel – dann, wenn auch die Gelbe Tonne im Landkreis eingeführt wird. In diese wandert künftig alles, was bislang noch zu den Wertstoffinseln gefahren werden muss.

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