Festakt für die Mäzene: In der Franzmühle wurden Helga und Kurt Kappelmaier (Mi.) von Bürgermeister Ingo Mehner (li.) mit dem „Tölzer Löwen“ ausgezeichnet. Rechts Laudator, Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart.
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Festakt für die Mäzene: In der Franzmühle wurden Helga und Kurt Kappelmaier (Mi.) von Bürgermeister Ingo Mehner (li.) mit dem „Tölzer Löwen“ ausgezeichnet. Rechts Laudator, Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart.

Ehrung in der Franzmühle

Stadt Bad Tölz ehrt dem Ehepaar Kappelmaier für ihr Mäzenatentum

Bei einem feierlichen Akt in der Tölzer Franzmühle ehrte und dankte die Stadt Bad Tölz dem Ehepaar Kappelmaier für Ihr Mäzenatentum.

Bad Tölz – Kein Zweifel, ein bisschen saß da auch in Ehren ergrauter Münchner Löwe in der Franzmühle. Natürlich kein 60er-Löwe. Kurt Kappelmaier glich mit seiner weißen Mähne und Kinnbart auch im übertragenen Sinn einem bayerischen Löwen. Einem, der viel gesehen, erlebt und darob gelassen geworden ist. Insofern hat es die Stadt Bad Tölz mit ihrer Auszeichnung „Tölzer Löwe“ zumindest für den einen Part des Ehrungspaars ziemlich genau getroffen. Helga Kappelmaier hat den schicken Porzellan-Löwen, garniert mit einem schönen Blumenstrauß, aber gewiss auch gerne akzeptiert. Das Münchner Ehepaar wurde am Donnerstagabend bei einem Festakt für das langjährige Mäzenatentum für die Stadt Bad Tölz ausgezeichnet. Am selben Tag war auch das Tölzer Stadtmuseum nach zehn Jahren Umgestaltung offiziell wiedereröffnet worden (wir berichteten). Bürgermeister Ingo Mehner, Museumsleiterin Elisabeth Hinterstocker und Architekt Erich Hackel betonten nochmals, dass mit dem Umbau die Arbeit noch lange nicht beendet ist. „Jetzt gilt es, Leben ins Museum zu bringen.“ Und jeder sei Botschafter für die gute Sache. In so einem Museum werde einem immer bewusst, so Stadtpfarrer Peter Demmelmair, „dass wir uns in einem langen Strom der Geschichte befinden“.

Ein Tölzer Löwe für den Münchner Löwen

Natürlich haben auch die Kappelmaiers bei der Museumsneugestaltung ihren Anteil gehabt. Kurze Erklärung: Das Ehepaar ist der Münchner Messerschmitt-Stiftung für Denkmalschutz mit einer eigenen Stiftung eng verbunden. Die beiden schätzen Bad Tölz als „Inbegriff der oberbayerischen Kleinstadt, die sehr viel Kultur ausstrahlt und Geschichte hat“. So hat es Kurt Kappelmaier mal gesagt. Und dass das so bleibt, dafür haben die beiden das Ihrige getan. Sie unterstützten zum Beispiel das Tölzer Marionettentheater, die Restaurierung der Kalvarienbergkirche und des Renaissanceportals der Winzerer-Kapelle in der Stadtpfarrkirche. Den „Löwen“ erhielten sie auch für ihre jüngste Gabe: die Übernahme der Restaurierungskosten in sechsstelliger Höhe für die 300 Jahre alte Portechaise, die Museumsleiterin Hinterstocker im Depot gefunden hat. Der Tragstuhl ist so selten und außergewöhnlich gearbeitet, dass er bei der Sonderausstellung in Regensburg von Ministerpräsident Markus Söder als einer von 100 bayerischen Schätzen präsentiert wurde. Ohne die Kappelmaiers wäre dieses Prunkstück nie vorzeigefähig gewesen.

Dritter . Bürgermeister heilt die Laudatio

An all das erinnerte der Dritte Bürgermeister und Kulturbeauftragte Christof Botzenhart in seiner Laudatio. Und setzte noch ein Ausrufezeichen: „Das Ehepaar hat dabei von seinem Tun nie viel Aufhebens gemacht. Helga und Kurt Kappelmaier geht es nicht um die Befriedigung eigener Eitelkeit oder um Selbstvermarktung, sondern immer um die Sache: Erhalt und Förderung eines lebendigen kulturellen Lebens.“ Die Auszeichnung Tölzer Löwe war dem Ehepaar bereits im November 2019 vom Tölzer Stadtrat verliehen worden. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte der Festakt fast eineinhalb Jahre verschoben werden müssen. „Seien Sie sicher“, so Botzenhart zu den Kappelmaiers gewandt, „dass unsere Dankbarkeit nichts an Wärme verloren hat und dass es uns wichtig ist, Ihr Wirken in einem großen Rahmen und öffentlich zu ehren“.

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