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Stadt Bad Tölz: Mehr Gewerbesteuern von weniger Unternehmen

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Euroscheine. Wie groß die Gehaltsschere zwischen Fach- und Führungskräften ist, hängt maßgeblich von der Branche ab.
Deutlich mehr Gewerbesteuern als 2019 hat die Stadt Bad Tölz heuer eingenommen. © Jens Schicke/imago-images

Wie hat sich die Gewerbesteuer in Bad Tölz entwickelt? Diese Frage beantwortete Kämmerer Hermann Forster. Tatsächlich nimmt die Stadt heuer 1,5 Millionen Euro mehr als 2019 ein - obwohl weniger Unternehmen zahlen müssen.

Bad Tölz – Durchaus erstaunliche Erkenntnisse gab es am Dienstag in der Sitzung des Tölzer Haupt- und Finanzausschusses. Kämmerer Hermann Forster ging auf die Entwicklung des Gewerbesteueraufkommens ein. Dazu gab es Vergleichswerte aus 2019, also aus der Vor-Coronazeit. Tatsächlich wird die Stadt heuer rund acht Millionen Euro und damit 1,5 Millionen Euro mehr einnehmen als vor zwei Jahren – und das, obwohl die Zahl der Gewerbesteuer zahlenden Betriebe deutlich abgenommen hat.

Eine ganze Reihe von Unternehmen zahlt überhaupt keine Gewerbesteuer

Zur Einführung – vor allem für die neuen Stadtratsmitglieder – gab es von Forster einige grundsätzliche Erläuterungen. „Tatsächlich zahlen gar nicht so viele Gewerbesteuer“, bedauerte der Kämmerer. Voraussetzung sei unter anderem, dass ein Unternehmen einen gewissen Gewinn erzielt. Von Haus aus sei zudem eine ganze Reihe von Betrieben von dieser Abgabe befreit. Dazu gehören beispielsweise Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Reha-Einrichtungen und Sanatorien. „Da fällt schon mal eine große Gruppe an Zahlern raus.“ Nicht steuerpflichtig seien zudem Selbstständige, die den sogenannten freien Berufen zugeordnet sind. Dazu zählen unter anderem Ärzte, Anwälte, Ingenieure oder auch Journalisten. „Auch Vermietungen und Verpachtungen sind nicht gewerbesteuerpflichtig“, so Forster.

Von 2058 Gewerbebetrieben in Bad Tölz sind nur 495 gewerbesteuerpflichtig

Insgesamt gibt es in Bad Tölz 2058 gemeldete Gewerbebetriebe. „495 davon zahlen Gewerbesteuern“, sagte der Kämmerer. Vor zwei Jahren waren es 554. Dass das Steueraufkommen heuer deutlich über dem von 2019 liegt, sei zwar „erstaunlich“, entspricht aber dem landesweiten Trend. „Tatsächlich gibt es aber große Verwerfungen. Einige Kommunen haben wahnsinnig wenig, bei anderen explodiert das Aufkommen geradezu“, sagte Forster. Es sei oft von den ansässigen Branchen abhängig.

Zehn Unternehmen steuern 45 Prozent des Gewerbesteuer-Aufkommens bei

In Tölz gibt es nur wenige wirklich große Gewerbesteuerzahler. Gerade einmal drei Betriebe zahlen mehr als 250 000 Euro pro Jahr – immerhin aber einer mehr als 2019. Sieben Betriebe zahlen zwischen 100 000 und 250 000 Euro. Das sind zwei mehr als im Vergleichsjahr. Zusammengenommen steuern diese zehn Unternehmen knapp 45 Prozent des gesamten Steueraufkommens bei. „Aber es ist gut, dass es zehn Betriebe sind und nicht nur einer“, sagte Forster. In den Bereichen zwischen 10 000 und 100 000 Euro hat es nur wenige Verschiebungen gegeben. „Die mittelständische Struktur mit einer Verteilung auf viele Schultern hat sich weiter gefestigt“, so der Kämmerer. Das bilde für die Stadt eine stabile und recht konstante Basis. Tatsächlich gibt es aber eine ganze Reihe von Firmen, die bislang unter 10 000 Euro jährlich abgeführt haben und nun aus der Steuerpflicht herausgefallen sind, weil ihre Gewinne unter der Steuergrenze liegen. Dazu habe vermutlich die Pandemie geführt, so Forster.

Banken, Immobilien und Versicherungen: Elf Unternehmen mehr müssen heuer Gewerbesteuer zahlen

Auch auf die Branchen, die Gewerbesteuern zahlen, ging Forster noch kurz ein. Im Bereich Banken, Immobilien und Versicherungen gibt es heuer elf Unternehmen mehr als 2019, die Abgaben abführen müssen. Im Bereich Handwerk/Bau stieg die Zahl um 13, im Bereich EDV um vier. Rückgänge gab es dagegen bei Gaststätten/Hotel und Industrie/Produktion (je -6).

„Sehr interessant“ fand Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) die Zahlen. Peter von der Wippel (FWG) hätte gerne noch gewusst, wie „sich das Steuervolumen auf die einzelnen Branchen verteilt, damit man mal sehen kann, welche für Bad Tölz die wichtigsten sind“. Dem Wunsch konnte der Kämmerer allerdings nicht nachkommen. Mit Blick auf das Steuergeheimnis könne er nicht zu weit ins Detail gehen.

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