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Im Atrium des Parkhauses werden die Baugerüste aufgestellt. Von dort werden mittels Wasserstrahlverfahren die schadhaften Betonstellen auf den Parkdecks abgetragen.

Tölzer Bauprojekt

Die Stadt saniert ihr Parkhaus: Platz könnte knapp werden

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Bad Tölz verwandelt sich in den Sommerferien in eine Großbaustelle. Gearbeitet wird nicht nur auf der Isarbrücke und auf der Umgehungsstraße, sondern auch im Parkhaus. Und da könnte es an manchen Tagen ganz schön eng werden.

Bad Tölz – Das Parkhaus an der Tölzer Bockschützstraße erfreut sich großer Beliebtheit. Die Gebühren sind mit 40 Cent in der Stunde günstig, der Weg in die Marktstraße nicht weit. Gut 152 000 Fahrer stellten im vergangenen Jahr ihr Auto auf den 406 Stellplätzen auf fünf Decks ab. Die Zahl der Nutzer sei über die vergangenen drei Jahre ziemlich konstant gewesen, sagt Birte Otterbach, Pressesprecherin der Stadt. „Täglich nutzen zeitgleich etwa 200 bis 250 Autofahrer mit ihrem Pkw das Parkhaus.“

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Und für die könnte es ab Anfang August zeitweise ziemlich eng werden. Denn mit dem Start der Sommerferien beginnt die Stadt mit der Betonsanierung. Ab dem kommenden Montag beginnt die Baustelleneinrichtung. Im Atrium – das ist der schmale freie Bereich zwischen den beiden Parkhaus-Gebäuden – werden Baugerüste aufgestellt. Von dort aus kommt man gut an die sanierungsbedürftigen Kanten der Parkdecks. „In manchem Bereich ist das Wasser nicht so abgelaufen, wie es sollte“, so Otterbach. Das führte zu Schäden. Damit dort nicht noch mehr Feuchtigkeit eindringen kann, „werden mittels Wasserstrahlverfahren an den Zwischendecken die schadhaften Stellen im Beton abgetragen. Danach wird neuer Beton aufgebracht. Zeitgleich werden die Dehnungsfugen an den Rampen erneuert“, so Otterbach.

Auch die Dehnungsfugen in den Rampen müssen saniert werden. Dafür muss die Verkehrsführung geändert werden. Ampeln sollen totales Chaos verhindern.

Das alles erfolgt während des laufenden Betriebs. Allerdings sind zeitlich begrenzte Sperrungen einzelner Parkbereiche notwendig. „Von den 406 Parkplätzen sind im Maximum dann für kurze Zeit 160 Plätze nicht nutzbar“, so die Pressesprecherin.

Während der Sanierung der Rampen werde zudem mehrfach die Verkehrsführung geändert werden müssen. Zum Teil müssen Rampen zeitgleich für die Auf- und Abfahrt genutzt werden. Ampeln werden dann dafür sorgen, dass kein Chaos ausbricht. „Das alles erfordert zwar eine gewisse Logistik, doch so kann das Parkhaus über weite Teile für die Nutzer offen bleiben. Vor allem Dauerparker können weiterhin das Parkhaus an der Bockschützstraße anfahren“, erklärt Florian Ernst, designierter Stadtbaumeister, das Vorgehen des Bauamts.

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Apropos Verkehrsführung: Wer ins Parkhaus fährt, wird seit einigen Wochen durch rot-weiße Leitschwellen nachdrücklich daran erinnert, dass wirklich nur nach rechts abgebogen werden darf. Nachdem die recht flachen Absperrungen im ersten Versuch bereits nach wenigen Tagen umgefahren worden waren, hat sie die Stadt nun noch mit deutlich sichtbaren Schildern versehen. Eine notwendige Maßnahme, betont Otterbach. „Es sei einfach immer wieder vorgekommen, dass Fahrer trotz Verbots nach links abgebogen sind. „Kam im gleichen Moment ein Pkw die Abfahrt in Richtung Ausfahrt hinunter, musste der einfahrende Fahrzeuglenker zurücksetzen und kollidierte dann mit dem bereits wieder geschlossenen Schrankenbaum. Dessen Reparatur kostet jedes Mal einen mittleren vierstelligen Betrag“, so Otterbach. Sie appelliert eindringlich an die Fahrer, sich an die Verkehrsregeln zu halten, „um so eine Gefährdung für andere Autofahrer oder für Fußgänger auszuschließen“.

Hier geht’s nur nach rechts: Warnbaken und Schilder sollen das (verbotene) Linksabbiegen verhindern.

Dauern wird die Betonsanierung im Parkhaus voraussichtlich bis Ende November. Die Kosten sind mit rund 621 000 Euro veranschlagt.

Zeitgleich mit der Baustelle an der Bockschützstraße beginnt am Montag auch die Baustelleneinrichtung auf der Isarbrücke. Dort muss die Dehnungsfuge, die sich mitten über die Brücke zieht, saniert werden (wir berichteten). Ab 30. Juli wird die Brücke dann halbseitig gesperrt und kann nur noch stadtauswärts, also Richtung Amortplatz, befahren werden. Der Verkehr stadteinwärts wird weiträumig über die B 472 und die Lenggrieser Straße umgeleitet.

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