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Seit der vergangenen Woche sind die Arbeiter auf dem Grundstück auf der Flinthöhe im Einsatz. Direkt neben der Montessori-Schule baut die Stadt eine Gemeinschaftsunterkunft. Später sollen die 30 Wohneinheiten günstig vermietet werden. 

Stadt baut auf der Flinthöhe

Platz für 175 Asylbewerber

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Bad Tölz – Auf dem Grundstück neben der Tölzer Montessori-Schule sind die Bagger angerollt. Die Stadt baut dort für 4,6 Millionen Euro eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Später sollen die 30 Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen preiswert vermietet werden.

Derzeit erfolgt auf der Fläche nahe dem Landratsamt der Aushub. In wenigen Wochen beginnt dann der Hochbau. „Das Gebäude wir massiv gemauert“, sagt Bürgermeister Josef Janker auf Anfrage. Eine solide Bauweise sei wichtig, schließlich soll das dreigeschossige Haus in zehn Jahren günstig an eher nicht so Betuchte vermietet werden können. Bis dahin dient es als Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. 175 Flüchtlinge könnten in den Appartements mit zwei bis drei Zimmern ein vorübergehendes Obdach finden.

4,6 Millionen Euro investiert die Stadt. Dafür musste sie einen Kredit aufnehmen – „der kostet uns keine Zinsen“, betont Janker. Bereits geschlossen ist der Pachtvertrag mit der Regierung von Oberbayern, die das Gebäude für die kommenden zehn Jahre anmietet. Was die Regierung monatlich bezahlt, will Janker nicht beziffern. „Aber es ist für uns ein vernünftiger Preis.“ Die Stadt werde aus dem Projekt „nicht mit einem Verlust rausgehen“, fügt er hinzu. Für Janker ist die Kombination Asyl-Unterkunft mit gesicherten Einnahmen, die die Investition refinanzieren, und später günstiger Wohnraum für Tölzer ideal. „Das ist auch das, was ich allen meinen Kollegen rate: Wenn Ihr ein eigenes Grundstück habt, baut’s jetzt.“

Im Herbst sollen die Wohneinheiten bezugsfertig sein. Im Gegenzug geht Janker davon aus, dass dann das ehemalige Hotel Jodquellenhof nicht länger belegt wird. „Das haben wir in Gesprächen mit dem Landratsamt immer deutlich gemacht“, sagt Janker. Wie berichtet klagt die Stadt am Verwaltungsgericht gegen die Belegung des „Jodquellenhofs“, weil sie befürchtet, dass Eigentümer Anton Hoefter aus der vorübergehenden Wohnnutzung eine dauerhafte ableitet. Die Stadt möchte aber weiterhin eine touristische Nutzung im Badeteil.

Nicht eingebaut wird in die Unterkunft auf der Flinthöhe vorerst der Aufzug. „Der kommt erst, wenn es Mietwohnungen sind.“ Dasselbe gilt für die Balkone, die erst später nachgerüstet werden.

Kritische Stimmen zu dem Projekt hat Janker bislang kaum gehört. Der eine oder andere könnte sich allerdings fragen, warum die Stadt auf dem Grundstück eine Gemeinschaftsunterkunft bauen darf, während der Landkreis 2014 auf dem ehemaligen Kasernen-Kino-Areal gegenüber von Nachbarn und dem Verwaltungsgericht ausgebremst worden war. Die Erklärung: Für die beiden Grundstücke gelten unterschiedliche Bebauungspläne. „Und unserer lässt Anlagen für soziale Zwecke zu“, erklärt Janker.

eMotion-Base: Nach Ostern Baubeginn

Direkt nach Ostern beginnen auf der Flinthöhe übrigens auch die Arbeiten an einem zweiten Großprojekt: Neben der Sportjugendherberge wird die eMotion-Base errichtet. Die runde Turnhalle, die – wie die Allianz-Arena – nach außen in verschiedenen Farben erstrahlen kann, könnte sich zu einem modernen Tölzer Wahrzeichen entwickeln. „Der Bau hat sich etwas verzögert, weil er sich statisch schwieriger als gedacht entwickelt hat. Wir haben aber eine Lösung gefunden“, sagt Janker. Auch hier geht der Rathauschef von einem halben bis zu einem Dreivierteljahr Bauzeit aus. Die Investitionskosten in Höhe von einer Million Euro teilen sich Stadt und Jugendherbergswerk.

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