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Die Veränderungssperre für das Alpamare-Areal soll heute um ein Jahr verlängert werden.

Badeteil

Stadt setzt auf den Faktor Zeit

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Bad Tölz - Nach dem Ende von Alpamare und Jodquellenhof ist die Entwicklung im Badeteil eine große Zukunftsfrage für Bad Tölz. Vorerst setzt die Stadt die dortige Blockade fort – hofft aber, trotzdem Bewegung in die Sache zu bringen.

Mit der Entwicklung im Herzen des Tölzer Badeteils beschäftigen sich heute Nachmittag (16 Uhr, Sitzungssaal Jahnschule) einmal mehr die Tölzer Stadträte. Auf der Tagesordnung des Bauausschusses steht die Verlängerung einer sogenannten Veränderungssperre. Sie blockiert fürs erste jede Entwicklung auf den Flächen der Jod AG. Bürgermeister Josef Janker ist aber guten Mutes, dass bald Bewegung in die festgefahrene Lage kommt.

Die Ausgangslage ist bekannt: Nach der Schließung von Alpamare und Jodquellenhof hatte Eigentümer Anton Hoefter ein Konzept für Wohnbebauung auf dem Gelände vorgelegt. Der Stadtrat aber hat eine diametral entgegengesetzte Vorstellung: Das Gremium beschloss vor zwei Jahren, dass ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll, der ausschließlich touristische Nutzung vorschreibt. Bis der Bebauungsplan fertig ist, verhindert die Veränderungssperre, dass dort irgendetwas anderes passiert. Anfang dieses Jahres legten die Stadträte nach: Im Bereich von Herderhaus über den Parkplatz hinter der Wandelhalle bis einschließlich Kurhotel Eberl soll ebenfalls touristische Nutzung vorgeschrieben werden. Heute will Janker dem Bau- und Stadtentwicklungsausschuss vorschlagen, die geltende Veränderungssperre an den erweiterten Geltungsbereich anzupassen und noch einmal um ein Jahr zu verlängern. „Bis dahin wird der Bebauungsplan ,Sondergebiet Badeteil‘ stehen“, sagt Janker. Der Plan werde „derzeit ausgearbeitet und demnächst ausgelegt“.

Spannend wird aber, wie es danach weitergeht. Nach Jankers Angaben ist die Stadt in „Verhandlungen mit dem ein oder anderen Interessenten, der dort eine touristische Nutzung umsetzen möchte“. In solchen Gesprächen könne die Stadt einiges ins Feld führen. Denn sie unternehme viel, um ein erfolgversprechendes Umfeld für Tourismus zu schaffen. „Das ist unser neues Vitalzentrum, der Umbau vom Haus des Gastes, das neue Kneipp-Becken – und vor allem haben wir das Natura Tölz auf den Weg gebracht“, zählt der Bürgermeister auf. „Auch die eMotion-Base an der Sport-Jugendherberge wird mit Sicherheit ein toller Hingucker.“

Was aber nutzt das schönste Einvernehmen zwischen Stadt und potenziellen Investoren, wenn der Grundeigentümer nicht mitspielt? Und der ist nun einmal auf fast allen Flächen des Sondergebiets die Jod AG von Anton Hoefter. „Da muss man dann eben miteinander reden“, zeigt sich Janker zuversichtlich. Zeitdruck sieht er keinen. „In den nächsten zwei bis vier Jahren muss dort nicht unbedingt etwas entstehen.“ Im Laufe der Zeit könne die Jod AG ihre Meinung ändern, selbst touristische Projekte angehen oder ihre Grundstücke der Stadt zum Verkauf anbieten. Wenn man sich beim Preis einig werde, könnte sich Janker vorstellen, dass die Stadt zugreift. „Bad Heilbrunn hat es ja ähnlich gemacht.“

Kompromisse sind laut Janker auch mit einem weiteren Eigentümer gefragt: Zum Kurhotel Eberl liege ein Eingabeplan für eine Hotelerweiterung in Kombination mit Wohnungen vor. Der Bürgermeister kann sich vorstellen dass man sich auf einen Mittelweg einigt, auch wenn das eine Abweichung vom Bebauungsplan bedeutet.

Gelassen blickt der Bürgermeister auf den Rechtsstreit um den Jodquellenhof. Wie berichtet hat die Stadt Klage gegen die Belegung des ehemaligen Hotels mit Flüchtlingen eingereicht. „Das ist ein schwebendes Verfahren, es gibt aktuell nichts Neues“, erklärt Janker auf Anfrage. Man warte, bis das Verwaltungsgericht einen Verhandlungstermin anberaumt. Dabei räumt Janker ein: Aus Sicht des Rathauses sei es „egal, wie es ausgeht“. Denn allein mit Klageeinreichung sei der Zweck erfüllt. „Wir wollten dokumentieren, dass wir eine Wohnnutzung nicht stillschweigend hinnehmen.“ Sonst bestehe die Gefahr, dass die Jod AG das Recht auf eine dauerhafte Wohnnutzung ableitet. Gegen die vorübergehende Unterbringung von Asylbewerbern im Jodquellenhof an sich habe die Stadt nicht vorgehen wollen.

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