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In Bad Tölz erinnert noch vieles an Thomas Mann. Den Flyer, der einen Rundweg beschreibt, präsentierten (v. re.) die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier, Stadtarchivarin Manuela Strunz und Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart.

Stadt stellt neuen Flyer vor

Auf den Spuren von Mann durch Tölz

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Wer sich in Bad Tölz auf Spurensuche in Erinnerung an Thomas Mann begibt, wird viel entdecken. Ein neuer Flyer lädt zum Spaziergang ein und listet zahlreiche Orte auf.

Bad Tölz – Die Stadt Bad Tölz spielt im Leben, aber auch in den Werken von Thomas Mann eine bemerkenswerte Rolle. Die ersten Aufzeichnungen gehen zurück bis ins Jahr 1903. Fünf Jahre später beschloss die Familie, ihren Urlaub in der Stadt zu verbringen, und kurze Zeit später gab man den Bau eines Landhauses in Auftrag. Das Haus, das einzige noch authentische Mann-Haus, wurde 1917 verkauft.

Die Stadt nimmt das heuer zum Anlass, auf den Literaturnobelpreisträger und seine Zeit in Bad Tölz aufmerksam zu machen. Zusätzlich zu den zahlreichen Veranstaltungen gibt es jetzt auch einen mehrseitigen Flyer, erstellt von Stadtarchivarin Manuela Strunz. Sie hat einen Spazierweg zusammengestellt, auf dem die wichtigsten Örtlichkeiten vorgestellt werden. Der mehrseitige Flyer liegt bei allen städtischen Einrichtungen aus und kann natürlich auch im Internet herunter geladen werden.

Der Weg beginnt am Winzerer-Denkmal und führt durch die Markt- in die Hindenburgstraße, wo in Haus Nummer 21½ der Sitz des Bauunternehmens Egenberger war. Ein historisches Foto zeigt die damalige Handwerkermannschaft. Über den Alten Bahnhofsplatz und den Klammerweiher (eine Anspielung findet sich in „Dr. Faustus“) geht es zu den nahe gelegenen Mann-Bäumen und dann natürlich zum Landhaus, dem Strunz sich ausführlich widmet – unter anderem mit einer Beschreibung aus dem Jahr 1909 im Tölzer Kurier.

Der Spazierweg führt weiter über das Prinzregent-Luitpold-Genesungsheim (heute Lebenshilfe), dem Mann damals 200 Mark spendete. „Im Vergleich zu heute wären das 1000 Euro“, sagte Strunz gestern beim Pressegespräch und vergleicht: „Ein Zimmermann verdiente damals im Monat etwa 110 Reichsmark.“

Auf dem Rundweg werden insgesamt 17 Stationen erklärt, unter anderem noch das von Mann geschätzte „Café am Wald“, der Kalvarienberg, die Villa Anna und natürlich das Kurhaus, dem Mann bei der Einweihung 1914 beiwohnte.

Wer den Spazierweg, der auch über Kalvarienberg und zum Kogel führt, in den vorgeschlagenen zwei Stunden bewältigen will, muss sich sputen – oder lieber nicht, denn Muße ist angebracht, und natürlich kann man den Weg in Etappen gehen und zwischendurch einkehren.

Bei der Fülle an Material musste Strunz auch einiges streichen, etwa einen Besuch am Oberhof (an der Straße Richtung Kirchbichl), wo Thomas Mann bei Familie Roeckl leidenschaftlich gerne kegelte. Auch die Villa Held an der Gaißacher Straße (hier verbrachte Mann 1908 seinen ersten Urlaub) war schlichtweg zu abgelegen – aber: „Eine Erweiterung in späteren Jahren ist ja nicht ausgeschlossen“, sagt Strunz, die Wert darauf legt, auch Orte zu beleuchten, die aus dem Blickwinkel der neuesten Mann-Forschung in Tölz bedeutend sind.

Die Arbeit in Sachen Thomas Mann geht nämlich weiter – laut Drittem Bürgermeister Christof Botzenhart ist im Gespräch, an einzelnen Stationen Info-Tafeln zu errichten und mit einem QR-Code zu versehen – damit auch Mann-Begeisterte ohne Flyer mit ihrem Smartphone zu den entsprechenden Internet-Seiten der Stadt gelangen können.

Der Flyer im Internet

Den Flyer können Sie hier im Internet finden.

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