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Die Gegensätze bleiben: Die Jod AG möchte Wohnbebauung auf den ehemaligen Alpamare-Flächen, die Stadt fordert eine touristische Nutzung. 

Jod AG und Stadt Tölz: Gesprächswille erst vor Gericht

Bad Tölz - Zwischen Jod AG und Stadt wird mittlerweile mit Haken und Ösen gekämpft. Auch, weil die Jod AG hinter dem Rücken der Kommune Asylunterkünfte im Badeteil bauen wollte. 

Das Verhältnis zwischen Jod AG und Stadt Bad Tölz wird immer schlechter. Es wird mit Haken und Ösen gekämpft. Beispiele gefällig? Die Jod AG fragte hinter dem Rücken der Stadt beim Landratsamt an, ob sich die ungenutzten Alpamare-Parkflächen neben der Wandelhalle nicht trefflich für eine Gemeinschaftsunterkunft eignen würden. Und zwar nicht für Container, sondern für feste Wohnbauten. Damit würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Stadt würde sich gewaltig ärgern, dass ihre intensiven Bemühungen, das Thema Asyl außerhalb des touristischen Kernzentrums in den Griff zu bekommen, hintertrieben wird. Der erwünschte zweite Effekt: Es würde eine Form von Wohnrecht im geplanten touristischen Sondergebiet Bäderviertel geschaffen. Das ist das erstrebte Fernziel von Jod-AG-Chef Anton Hoefter für alle seine Flächen rund um die Wandelhalle, den früheren Jodquellenhof und das Alpamare.

Auch wenn nichts aus den Asyl-Gemeinschaftsunterkünften wurde – verstimmt ist die Stadt trotzdem: Die ungenutzten und nicht mehr gepflegten Parkflächen neben der Wandelhalle hätte das Rathaus nämlich zu gerne angemietet, um endlich die desolate Parksituation des Kurhauses zu beseitigen. Die Jod AG verpachtet sie aber nicht.

Vor diesem Hintergrund war es schon spannend, wie der Tölzer Bauausschuss in der Sitzung am Dienstag das Thema Veränderungssperre für den Bebauungsplan Sondergebiet Bäderviertel behandeln würde. Es wurde nicht groß diskutiert, sondern zügig entschieden, dass die demnächst auslaufende Sperre ein Jahr verlängert wird.

Eine Veränderungssperre ist ein scharfes Schwert. Es besagt nichts anderes, als dass auf den betroffenen Flächen nichts gegen den Willen der Stadt gebaut werden kann. Die Kommune muss allerdings ihre städtebaulichen Planungsziele – in dem Fall Tourismus – innerhalb eines bestimmten Zeitraums in einen Bebauungsplan gießen.

Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans Sondergebiet Bäderviertel wird demnächst starten. Fixiert ist er aber noch nicht. Deshalb die Verlängerung der Veränderungssperre. Die Dauer des Verfahrens hat noch einen zweiten Grund, wie Bauamtsleiter Christian Fürstberger ausführte. Eigentlich habe man noch mit dem Eigentümer der meisten Flächen (Jod AG, Anton Hoefter) Gespräche führen wollen. „Das hat sich aber nicht mehr ergeben. Der fehlende Gesprächswille wird wohl am Verwaltungsgericht nachgeholt.“ Deshalb müsse der Bebauungsplan auch rechtlich wasserdicht aufgestellt sein.

Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG) erinnerte an die Skepsis seiner Fraktion gegenüber der Aufstellung eines Bebauungsplans. „Was ist, wenn ein Hotelinvestor kommt, aber eine Querfinanzierung mit Wohnbebauung fordert? Geht das überhaupt mit dem Bebauungsplan?“ Dazu Fürstberger: „Wenn ein vernünftiges Konzept vorgelegt wird, dann muss halt der Bebauungsplan geändert werden. Die Möglichkeit besteht immer.“ Christoph Schnitzer

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