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Hotel und Wohnungen: Die Privatklinik Eberl („Eberls Vitalresort“) will erweitern. Zur Querfinanzierung entstehen auf dieser Wiese südlich des Hotels Wohnungen. 

Stadtrat

Eberl erweitert Privatklinik und baut auch Wohnungen

Bad Tölz – Die Privatklinik Eberl will erweitern: Aus dem 50- soll ein 85-Betten-Haus werden. Zur Querfinanzierung hat der Stadtrat einer Wohnbebauung im Badeteil zugestimmt.

„Eine Veränderungssperre bedeutet keinen Stillstand“, hatte der Tölzer Bauamtsleiter Christian Fürstberger immer gesagt, wenn es um dieses scharfe Schwert des Baurechts geht, das den „Status quo“ auf einer Fläche quasi einfriert. Im Sondergebiet Bäderviertel hatte die Stadt Bad Tölz über die Flächen rund um Kurpark und Wandelhalle eine Veränderungssperre erlassen, um das zarte Pflänzchen Tourismus zu hegen und zu pflegen. Und um keine unliebsamen Überraschungen wie etwa Flüchtlingsunterkünfte neben der Wandelhalle durch private Eigentümer zu erleben.

In Absprache mit der Stadt können aber durchaus interessante Tourismus-Projekte entwickelt werden. So eines stand in der Stadtratssitzung am Dienstag mit der Privatklinik Eberl in der Buchener Straße auf der Tagesordnung. Der 80-jährige Georg Eberl und seine Frau packen noch einmal an und wollen aus einem 50- ein 85-Betten-Haus machen. Dazu wird neben dem Stammhaus ein Gebäude mit bis zu 15 Ferienwohnungen errichtet, die als „Services Appartements“ vom Hotel aus betrieben werden. Diese touristische Nutzung soll auf zehn Jahre festgeschrieben werden, was Franz Mayer (Grüne) als deutlich zu wenig empfand. „Die zehn Jahre sind ja im Nu vorbei.“ Diese Klausel wird, so die Zusage des Bauamts, nochmals diskutiert. Ansonsten stimmten alle Räte zu.

Der eigentlich Clou des Projekts ist ein anderer: Hinter dem Hotel, zur Tannenbergstraße hin, darf Eberl, früher ein konsequenter Gegner jeglicher Wohnbebauung im Badeteil, zur Querfinanzierung seines Hotelvorhabens 2600 Quadratmeter Wiese als Bauland nützen und eine dreigeschossige Wohnbebauung mit ausgebautem Dachgeschoss errichten. Begründung laut Bauamt: „Mit der Investition wird nicht nur das Bestandshotel saniert und gesichert, sondern es werden auch neue Betten geschaffen.“ Letzteres sei ein zentrales städtebauliches Ziel.

Im Fall Eberl kommt die neue ZoBoN-Satzung („Zukunftsorientierte Bodennutzung“) nicht zum Tragen, wonach bei Baulandausweisung ein Drittel der Flächen der Stadt verkauft werden muss. Das liegt daran, dass die ZoBoN erst ab 5000 Quadratmeter gilt.

Es gab aber durchaus Einwände. Fürstberger hatte „auch ein weinendes Auge bei der Sache“, weil die 2500 Quadratmeter als künftige Erweiterungsfläche fürs Hotel wegfallen. Franz Mayer bezeichnete die Querfinanzierung als großes und nicht selbstverständliches Entgegenkommen der Stadt. Er legte Wert darauf, dass die Wohnungen und Ferienwohnungen im engen zeitlichen Zusammenhang gebaut werden. „Nicht, dass am Ende nur die Wohnungen dastehen.“

„Endlich neue Bettenkapazitäten“, begrüßte dagegen Margot Kirste (FWG) Eberls Pläne. Der hielt sich übrigens bedeckt, was die Betreiberzukunft für die ganze Anlage betrifft. Ob die Familie alleine weitermacht oder ein Partner mit einsteigt – diese Fragen seien noch zu klären. Er, Eberl, sei froh, dass er ohne größere Verschuldung die Erweiterung schultern könne. Was mögliche Partner betreffe, sei man in Gesprächen.  cs

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