+
Welche Neubauten passen ins Stadtbild? Diese Frage ist immer wieder umstritten, wie sich kürzlich auch bei einem Rundgang durchs Badeteil zeigte, zu dem die örtliche SPD eingeladen hatte.

Antrag der CSU angenommen 

Stadtrat will Bauleitfaden: Beraten effektiver als vorschreiben

Einen Leitfaden für Bauherren möchte die Stadt Bad Tölz künftig zur Verfügung stellen. Er soll ein Anhaltspunkt sein, was optisch gewünscht ist und was nicht.

Bad Tölz– „In den vergangenen Jahren mussten wir feststellen, dass sich viele Neu- und Umbauten optisch schlecht ins Stadtbild einfügen.“ Diese Beobachtung stammt von der Tölzer CSU, so formuliert in einem Brief an die Rathausspitze. Die Stadtrats-Fraktion hat nun beantragt, dass man einen Gestaltungsleitfaden fürs Bauen entwickeln solle (wir berichteten). Der Stadtrat hat den Weg dafür einstimmig freigemacht.

In der jüngsten Sitzung begründete Initiator Ingo Mehner seinen Vorstoß. Man habe bewusst keine Ortsgestaltungssatzung gefordert, weil diese rechtlich oftmals angreifbar sei. „Beratung ist sinnvoller und effektiver.“ Dem pflichtete Bauamtsleiter Christian Fürstberger bei und erläuterte zunächst, warum heute nur noch die sogenannten „Regeln der Baukunst“ als Maßstab dienen. Der Landtag sei die ständigen geschmäcklerischen Beschwerden beim Petitionsausschuss leid gewesen und habe deshalb die Gestaltungsanforderungen der bayerischen Bauordnung abgemildert. Natürlich hätten einige kleinere Gemeinden rund um Tölz nach wie vor Ortsgestaltungssatzungen, aber dort seien die baulichen Strukturen auch viel einheitlicher und einfacher. Tölz sei baulich viel heterogener. Eine Satzung sei viel schwerer zu formulieren. Die Gefahr sei dann groß, vor Gericht zu scheitern.

Ein baulicher Gestaltungsleitfaden ist nach Überzeugung des Bauamts der richtige Ansatz, zumal die Baugenehmigungsbehörde am Landratsamt solchen Empfehlungen durchaus offen gegenüberstehe und ihnen folge. Fürstberger verwies die Räte auf das Beispiel der Stadt Laufen, wo etwa gefällige und gewünschte Dachformen definiert sind.

Auch beim Beispiel Werbeanlagen kann sich Fürstberger solche Empfehlungen, etwa bei den immer wieder umstrittenen Auslegern in der Marktstraße, vorstellen. Gefordert sind da bisher „handwerklich gestaltete“ Ausleger, was viele Firmen, vor allem Filialisten, nur in Billigversionen umsetzen.

Der Stadtrat einigte sich darauf, den Gestaltungsleitfaden in seiner nächsten Klausur zu thematisieren. Auch soll der neue Stadtbaumeister, dessen Stelle erneut ausgeschrieben wurde, schon mitdiskutieren.

Sprecher aller Fraktionen hielten den CSU-Vorstoß für sinnvoll. 2. Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG) begründete die Zustimmung seiner Fraktion auch mit den oft erstaunlich qualitätslosen Plänen der Architekten. „Es wundert mich immer wieder, was die uns vorlegen.“ Andrea Grundhuber (Grüne) bat darum, auch den ökologischen Aspekt zu berücksichtigen. Camilla Plöckl (SPD) hielt nach dem SPD-Rundgang mit Bürgern durchs Badeteil (wir berichteten) den Wunsch nach Gestaltungsempfehlungen für richtig und wichtig.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

So langsam kommt in Tölz wieder die Sonne durch
So langsam kommt in Tölz wieder die Sonne durch
Fahrrad vor Museum gestohlen
Den Diebstahl seines Fahrrads meldete nun ein 61-jähriger Tölzer bei der Polizei. 
Fahrrad vor Museum gestohlen
So wütete das Unwetter im Tölzer Land: Der große Überblick
Das Unwetter in der Nacht zum Samstag hielt die Einsatzkräfte im Tölzer Land in Atem. Die B13 war eine ganze Weile gesperrt. Für die Isar gilt weiter ein …
So wütete das Unwetter im Tölzer Land: Der große Überblick
Reger Betrieb auf dem Tölzer Töpfermarkt
Reger Betrieb auf dem Tölzer Töpfermarkt

Kommentare