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Geschlossen war die Eichmühle in den Ferien öfter. 

Tölzer Freibad in der Kritik

Stammgäste sorgen sich um die Eichmühle

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Stammgäste üben Kritik an den Öffnungszeiten und der Informationspolitik der Eichmühle. Manche befürchten sogar die Schließung des Tölzer Freibads. So weit kommt es laut Stadtwerke-Chef Walter Huber aber nicht.

Bad Tölz – „Lieblos, desolat, traurig“: Es sind harte Worte, die Anja Zoelch für den Zustand der Eichmühle findet. Dabei gehört sie zu denen, die das Tölzer Freibad lieben – die das Moorwasser, die weitläufigen Wiesen und die eigene Umkleidekabine so sehr schätzen. Doch jene Stammgäste sind es, die nun Kritik an der Eichmühle üben. Oder besser gesagt: Sie sorgen sich um das seit 1927 geöffnete Freibad. „Jeder hat Angst, dass sie zumachen“, sagt Anja Zoelch, die nur ein paar Meter weiter wohnt.

Die 49-jährige Tölzerin ist nicht die einzige, die vermutet, dass der Betreiber, die Stadtwerke, das Bad langsam, aber sicher aufgeben wollen. „Man bekommt das Gefühl, dass sie einen Grund suchen, um zusperren zu können“, sagt Stefanie Klett (54). Einfach hinnehmen würde das Barbara Biermeier (66) nicht: „Ich würde um das Bad kämpfen.“

Zu Ferienbeginn eine Woche geschlossen

Aber was ist an den Befürchtungen eigentlich dran? „Um allen Gerüchten entgegenzutreten: Die Eichmühle schließt nicht“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Huber. „Sie ist ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit der Bürger.“ Der Hauptgrund für die momentane Unzufriedenheit der Stammgäste sind die Öffnungszeiten, verbunden mit der Informationspolitik. Für den meisten Ärger sorgte die knapp einwöchige Schließung zu Beginn der Ferien, deren Grund die Freibadgänger erst im Nachhinein erfuhren: In einer mikrobiologischen Untersuchung wurden Schmutzpartikel und Bakterien im Wasser festgestellt. „Die Grenzwerte der EU-Richtlinie für Naturgewässer wurden überschritten, und die Sichttiefe von mindestens einem Meter war nicht mehr gegeben“, sagt der Tölzer Bäderchef Reinhard Oberleitner. Man habe das Bad etwas ablassen und durchspülen müssen. „Das dauert einfach ein paar Tage.“

Weniger plausibel als diese – laut Stammgästen zu spät kommunizierte – Erklärung findet Anja Zoelch es, „wenn man um 9.15 Uhr bei blauem Himmel vor der Eichmühle steht und nicht reinkommt“. Das habe sie zuletzt mehrmals erlebt. „Und da standen auch noch zwei Volleyballteams.“ Hans Beck (77) verweist auf die „Stammgäste, die beim schönsten Wetter aus München rausfahren und dann enttäuscht werden“. Es werde schlecht kommuniziert, wann das Bad geschlossen ist, meint auch Verena Peck. „Gerade bei Kindern ist die Enttäuschung riesig, wenn sie nicht rein dürfen.“

Bäderchef sagt: „Müssen eine Entscheidung treffen“  

Auf einem Schild am Eingang heißt es nur: „Bei Regen den ganzen Tag geschlossen.“ Man entscheide am Morgen, ob das Bad aufsperre oder nicht, sagt Oberleitner. Wie nass ist die Wiese von der Nacht? Zieht im Laufe des Tages ein Gewitter auf? An solchen Kriterien orientiere man sich, erklärt Stadtwerke-Chef Huber. Und Oberleitner sagt: „Wir müssen eine Entscheidung treffen. Ich kann die Bademeister doch nicht den halben Tag hinhalten.“ Man könne das Bad innerhalb von einer halben Stunde räumen: Das hätten Gäste Huber vorgeschlagen. „In der Praxis unmöglich und bei schweren Unwettern äußerst riskant“, sagt der.

Und wie informiert man sich am besten? Im Zweifelsfall solle man sich auf der Stadtwerke-Homepage schlau machen oder beim Kundenservice anrufen (0 80 41/79 70) – falls in der Eichmühle niemand erreichbar ist. Beschwerden sind laut Huber und Oberleitner – bis auf eine E-Mail von Anja Zoelch – nicht eingegangen. Stefanie Klett hat eine: „Das Wasser ist saukalt, weil sie die Schleuse vom Ellbach auflassen.“ Man müsse das Becken nach Unwettern wie zuletzt stärker durchspülen, antwortet Huber, der einen Plan für 2018 verrät: Badegäste und Spaziergänger sollen sich auf einer Dachterrasse bedienen lassen können. Im Herbst sollen die Arbeiten beginnen.

Knapp 13 000 Besucher verzeichnet die Eichmühle heuer bislang. Guter Durchschnitt, sagt Bäderchef Oberleitner. Stadträtin Margot Kirste initiierte im Jahr 2009 den Freundeskreis Eichmühle: „Aber wir mussten ihn lange nicht mehr aktivieren, weil es so gut läuft.“ In einem Punkt stimmen sie und die anderen Stammgäste überein: „An sich gesehen ist das Bad ein absoluter Traum.“

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