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Das Geschäft soll Ende April/Anfang Mai an der Hindenburgstraße 11 eröffnen.

Termin Ende April

Standort gefunden: Tölzer Unverpackt-Laden eröffnet bald

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Das Interesse ist riesig: Jetzt steht endlich fest, wo und wann der Tölzer Unverpackt-Laden eröffnen wird. 

Bad Tölz – Die Vorbereitungen zur Eröffnung des Tölzer Unverpackt-Ladens „Ois ohne“ werden konkreter. So haben die Initiatoren die künftige Adresse bekannt gegeben: An der Hindenburgstraße 11 sollen die Kunden voraussichtlich ab Ende April plastikfrei einkaufen können. Auf organisatorischer Seite wurde die Genossenschaft „Unverpackt-Laden Oberland“ gegründet, der bereits 93 Mitglieder angehören.

Das künftige Ladengeschäft neben dem Firmengelände von „Sigmund Bauer“ sieht zurzeit noch „etwas unscheinbar“ aus, räumt Anna Meßmer ein. Die 23-Jährige kümmert sich seit Herbst ehrenamtlich um das Konzept für den Laden. Ab Eröffnung des Geschäfts wird sie dort als angestellte Geschäftsführerin sein. Als Mitarbeiterinnen zur Seite stehen ihr dann vorerst zwei 450-Euro-Kräfte.

„Ois ohne“ will einen kleinen Mittagstisch anbieten

Das Haus, in dem das „Ois ohne“ unterkommt, ist ein wenig von der Straße abgesetzt und beherbergte einst das Lokal „Glory’s“ und zuletzt ein Nagelstudio. Der neue Eigentümer habe das Gebäude „top renoviert“, schwärmt Anna Meßmer. Ein „besonders Schild“ soll bald auf den Laden aufmerksam machen, zudem wollen die Betreiber außen ein kleines Beet anlegen und im Außenbereich „etwas zum Hinsetzen“ aufstellen. „Und die Eingangstür werden wir wohl noch auswechseln.“ Schaufenster hat das Gebäude nicht. „Aber die hat ja kein Supermarkt“, sagt Meßmer. Insgesamt sei das Geschäft auch weniger auf Laufkundschaft ausgerichtet. Der Standort liege zwar nicht unmittelbar im Zentrum, aber nahe genug an der Marktstraße, damit man seinen plastikfreien Einkauf auf dem Wochen- oder Bauernmarkt fortsetzen kann. Vorteilhaft sei die Nähe der Schulen. Das „Ois ohne“ will einen kleinen Mittagstisch anbieten – „bio, regional und gesund“, so Meßmer. „Dafür sind die Schüler die Hauptzielgruppe.“ Ein weiterer Pluspunkt sei, dass Kunden ihre Autos auf dem Parkplatz der Stadtbücherei abstellen könnten. Zwei Stellplätze gebe es zudem unmittelbar vor der Tür.

Die Vorbereitungen für die Eröffnung laufen auf Hochtouren – zum Beispiel bei der Einrichtung. „Da ist Kreativität gefragt“, sagt Anna Meßmer. Denn auch hier steht der Nachhaltigkeitsgedanke im Vordergrund. „Wir wollen möglichst wenig neu kaufen, sondern lieber Gebrauchtes von Flohmärkten, oder wir setzen auf Upcycling“ – was so viel heißt wie: Aus alt mach’ neu. „Wir schauen, wie wir alte Sachen zu dem umbauen können, was wir brauchen.“ Das Sortiment stehe im Prinzip. „Aber gerade recherchieren wir noch etwas tiefer, welche kleinen regionalen Anbieter es gibt“, sagt Meßmer. So sei man zum Beispiel auf eine Nudelmacherei in Wackersberg gestoßen, wo Nudeln aus Eiern vom eigenen Hof hergestellt werden. „So etwas wollen wir unterstützen.“

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Perfekt zur Idee des Ladens passt aus Meßmers Sicht die Rechtsform der Genossenschaft, die mit einer Gründungsversammlung am 11. Februar aus der Taufe gehoben wurde. Dabei wurde Diana Meßmer aus Bad Tölz – Annas Mutter – zum Vorstand gewählt, Norbert Glöckner aus Heilbrunn zu ihrem Stellvertreter. Dem aus neun Personen bestehenden Aufsichtsrat steht der 19-jährige Benediktbeurer Lucas Mühlhans vor. Mit der Zahl von 93 Genossen ist Anna Meßmer hochzufrieden. „Super überrascht“ ist sie auch, dass bei einer Crowdfunding-Aktion übers Internet eine Summe von 32 485 Euro fürs Startkapital zusammengekommen ist. Trotzdem werden weiter Genossen (ein Anteil kostet 150 Euro) und andere Geldgeber gesucht.

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