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Großeinsatz der Feuerwehr: Am Abend des 7. August brannte die Turnhallen-Fassade an der Montessori-Schule.

Flinthöhe

Start ins Schuljahr ohne Turnhalle

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Mit Einschränkungen beginnt kommende Woche das neue Schuljahr an der Tölzer Montessorischule: Denn die Turnhalle ist nach dem Brand vom 7. August nach wie vor nicht benutzbar. Zudem werden die Schüler das Haus wohl über den Hintereingang betreten müssen, sagt Montessori-Geschäftsführerin Annette Weber.

Bad Tölz– Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, das lasse sich noch immer nicht genau abschätzen. Die in der Erstmeldung von der Polizei geschätzten 100.000 Euro „reichen nie und nimmer“, sagt Weber. Wie berichtet soll ein 14-Jähriger für den Brand verantwortlich sein. Er gab gegenüber der Polizei zu, einen Strandkorb, der vor dem Verbindungsbau zwischen Schule und Turnhalle lagerte, angezündet zu haben. Dass die Flammen auf das Gebäude übergreifen, hatte er demzufolge nicht beabsichtigt. Tatsächlich aber schlug die Flammen die hölzerne Fassade der Turnhalle hoch und griffen das Dach an. Im gläsernen Verbindungsbau barsten wegen der Hitzeentwicklung die Scheiben.

Die Aufräumarbeiten liefen laut Weber zunächst schleppend an, weil die benötigten Spezialfirmen im Urlaub beziehungsweise knapp besetzt waren. Mittlerweile sei die Schule zumindest enträuchert worden, und auch die schwierige Beseitigung der Scherben sei vollbracht. Großes Lob spendet Weber der Feuerwehr. „Die haben das super gemacht, der Wasserschaden ist minimalst.“

Doch es bleibe noch viel zu tun und zu klären. Was ist etwa mit dem teuren Bleinetz für den bogenschusssicheren Vorhang in der Turnhalle? „Er muss abgehängt und speziell gereinigt, eventuell sogar ersetzt werden“, erklärt die Montessori-Geschäftsführerin. Ebenfalls offen sei, inwieweit an diversen Fitnessgeräten Gummiseile ausgetauscht werden müssen. Die wohl größte Frage: Reicht es, wenn an einem verkohlten tragenden Dachbalken der Turnhalle die äußere Schicht abgetragen wird? Oder muss ein neuer her? Das wären dann aufwendige Sanierungsarbeiten.

Für den Sportunterricht hofft Weber nun in erster Linie auf schönes Wetter, damit die Aktivitäten ins Freie verlegt werden können. „Außerdem haben wir bei der Stadt angefragt, ob Zeiten in der Flinthöhen-Turnhalle frei sind, und bei der Sport-Jugendherberge, ob wir deren neue runde Turnhalle nutzen können“, so Weber.

Bei allen Unannehmlichkeiten zeigt sie sich relativ gelassen. „Ich hätte genug anderes zu tun. Aber wir leben zum Glück in einem Land, in dem der materielle Schaden ersetzt wird.“

Schade sei nur, dass weder der mutmaßliche Brandstifter noch einer der drei weiteren Jugendlichen, die am Tatabend mit ihm zusammen gesehen wurden, bei der Schule vorstellig geworden seien, um sich zu entschuldigen. Verantwortung für den Brand vermutet Weber bei allen vier Burschen. „Es ist traurig, dass offenbar kein Vater, kein Opa, kein Onkel da ist, der ihnen sagt: Bringt das wie ein Mann hinter Euch und bekennt Farbe.“

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