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Am Barren kann man einige Schritte üben – oder mehr, wie das Bild mit (v. li.) Dr. Johann Pichl (Chefarzt Unfallchirurgie/Orthopädie), Dr. Friederike Gelpke (Chefärztin Akutgeriatrie), Klinik-Geschäftsführer Johann Bachmeyer, Istvan Varaljai und Physiotherapeutin Dorothea Prim beweist.

Asklepios-Stadtklinik

Station 7 hilft Senioren wieder auf die Beine

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1,1 Millionen Euro wurden in den Umbau investiert: Nun hat die Asklepios-Stadtklinik ihre neue Abteilung für Akutgeriatrie vorgestellt.

Bad Tölz – Ein Klinikaufenthalt ist gerade für Senioren oft ein einschneidendes Erlebnis. Nach einer Operation oder Erkrankung bleibt die bange Frage, ob eine Rückkehr in einen selbstständigen Alltag möglich ist. Genau dabei soll die Abteilung für Akutgeriatrie der Tölzer Asklepios-Stadtklinik helfen. Am Dienstag wurde Station 7 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Rund 1,1 Millionen Euro investierte der Konzern in den Umbau, der Mitte 2017 begann. Vier Monate später wurden die ersten Patienten aufgenommen. Vor wenigen Wochen erfolgte nun die Aufnahme der Abteilung in das Fachprogramm Akutgeriatrie des bayerischen Gesundheitsministeriums. „Damit sind wir ganz offiziell anerkannt“, sagte Klinik-Geschäftsführer Johann Bachmeyer. Er übernahm am Dienstag die Erklärungen auf dem Rundgang, weil Chefärztin Dr. Friederike Gelpke so heiser war, dass sie kaum sprechen konnte.

15 Zimmer mit barrierefreien Bädern

15 Doppelzimmer gibt es auf der Station. Momentan würden aber maximal 20 Patienten betreut, weil „wir immer noch dabei sind, Personal zu suchen“, sagte Bachmeyer. Untergekommen sind in diesem Bereich auch Mitarbeiter aus der von Asklepios geschlossenen Lenggrieser Fachklinik. „Wir haben 30 Mitarbeitern ein Angebot gemacht, 29 haben es angenommen“, so der Geschäftsführer.

Bei der Gestaltung der Zimmer „haben wir uns nicht an die Konzernvorgaben gehalten, weil wir es ein bisschen farbiger machen wollten“, bekannte Bachmeyer. Daher sind die Schränke in den Räumen nun entweder rot, blau oder grün. Statt nur über Toilette und Waschbecken verfügt nun jedes Zimmer über ein behindertengerechtes Bad mit kippbarem Spiegel und erhöhtem Waschbecken, damit auch ein Rollstuhl bequem darunter passt, WC samt Haltestangen und eine barrierefreie Dusche. An jeder Tür hängt das Bild einer anderen Blume. „Unseren Patienten fällt es vielleicht manchmal schwer, sich eine Zimmernummer zu merken. An die Blumen erinnern sie sich besser“, erklärt Bachmeyer die Idee.

Ansonsten ist auf der Station alles darauf ausgelegt, um die Patienten schnell wieder auf die Beine zu bringen – und zwar wortwörtlich. Psychologen, Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten stehen bereit, um sich um die Kranken zu kümmern. „Wir wollen, dass unsere Patienten die bestmögliche Therapie bekommen, um wieder alltagsfähig zu werden“, sagt Bachmeyer. Zwei Therapieeinheiten á 30 Minuten bekommt jeder Patient pro Tag. Dazu können auch ganz alltagstaugliche Übungen gehören – beispielsweise Wäsche aufhängen oder das Herunterholen eines Gegenstands aus dem Schrank.

Auch zwischen den Therapieeinheiten werden die Kranken animiert, nicht einfach im Bett liegen zu bleiben. Auf der Station gibt es einen kleinen Speiseraum, in dem mittags alle zusammenkommen sollen. Im Flur steht ein Barren, der das Aufstehen aus dem Rollstuhl leichter macht und an dem man ein paar Schritte trainieren kann. Oder man setzt sich an den Ergometer direkt dahinter und trainiert ein wenig mit schönem Ausblick aus dem Fenster.

„Quantensprung in der Versorgung“

Gut zwei Wochen bleiben die Patienten im Schnitt auf der Station. Viele von ihnen lagen zuvor auf dem OP-Tisch von Dr. Johann Pichl, Chefarzt der Unfallchirurgie, beispielsweise weil sie sich bei einem Sturz verletzt hatten. Pichl hält die Abteilung für Akutgeriatrie „für einen Quantensprung in der Versorgung der geriatrischen Patienten. Es ist unglaublich, wie schnell sie hier mobilisiert werden“. Auf der Station werde genau das gemacht, „was die Leute brauchen“, lobt Pichl.

Etwa die Hälfte der Patienten geht im Anschluss in eine weiterführende Reha. Ein Teil kehrt aber auch nach Hause zurück, um den Alltag möglichst selbstständig zu meistern. Wie es nach der Behandlung in der Tölzer Klinik weitergeht – darüber können Patienten und Angehörige auch mit dem Sozialdienst sprechen. Auch dieser hat auf Station 7 ein Büro.

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