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So sieht es aus, wenn die Schleusen am Stauwehr offen sind. Für den Ausbau des klemmenden Mittelwehrs könnte das nötig werden.

Die Ursache ist ungewiss

Das Stausee-Wehr klemmt

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Die Tölzer Stadtwerke haben Probleme mit dem Mittelwehr am Stausee. Die Reparatur dürfte „mindestens einen fünfstelligen Betrag kosten“.

Bad Tölz – Auf die Tölzer Stadtwerke kommt eine komplizierte Reparatur zu: Seit Juli klemmt das Mittelwehr am Tölzer Stausee. Das Problem: „Ein verklemmtes Wehr ist nicht unbedingt alltäglich“, sagt Stadtwerke-Chef Walter Huber. Das heißt: Gemeinsam mit Experten muss erst einmal überlegt werden, wie sich der Schaden am besten beheben lässt.

Das Wichtigste für Huber ist im Moment, dass trotz des Problems „keine Gefährdung für die Unterlieger besteht“, sagt er auf Anfrage. Die beiden anderen Wehre würden einwandfrei arbeiten. Es gehe lediglich darum, dass sich beim Mittelwehr die Feinabgabe des Wassers nicht mehr automatisch regeln lässt. „Das heißt, wenn sich der Abfluss der Isar nachts ändert, muss einer unserer Mitarbeiter aufstehen und sich darum kümmern“, erklärt Huber. Das sei aufwendig.

Die Stadtwerke haben bereits bei verschiedenen Stellen Rat eingeholt auf der Suche nach einer Lösung. Beispielsweise war man mit dem Energieerzeuger Uniper in Landshut, um Reparaturmöglichkeiten kennen zu lernen. Die Fraunhofer-Gesellschaft habe zudem eine Studie über ähnlich gelagerte Fälle zur Verfügung gestellt. „Tatsächlich haben wir uns bis in die Schweiz erkundigt, um eine Lösung zu finden“, sagt der Stadtwerke-Chef. „Wir wissen im Moment einfach nicht, wie die Reparatur vonstattengehen soll. Jeder erzählt uns etwas anderes“, sagt Huber. „Aber wir arbeiten daran.“

Durchaus möglich ist, dass das tonnenschwere Mittelwehr ausgebaut, zerlegt und zur Reparatur zu einer Fachfirma gebracht werden muss. Das gehe aber nur, wenn nicht das Wasser im Stausee gegen das Wehr drückt. Das heißt: Die Schleusen am Wehr werden geöffnet, der See verschwindet, und die Isar darf in ihr altes Bett zurück. Das machen die Stadtwerke übrigens auch bei Hochwasser. Die Isar verwandelt sich so wieder in „die Reißende“ und transportiert liegen gebliebenen Kies ab. Der Nachteil: „Die Stromerzeugung im Kraftwerk muss in dieser Zeit zurückgefahren werden“, sagt Huber.

Wie auch immer die Reparatur letztlich über die Bühne gehen wird, der Stadtwerke-Chef rechnet mit „Mordskosten, die mindestens im fünfstelligen Bereich liegen“. Dabei ist noch offen, wie es überhaupt zu dem Schaden am Mittelwehr gekommen ist. Tatsächlich trat dieser nämlich auf, nachdem im Juli die Stahlkette dort ausgetauscht worden war. „Die Vermutung liegt natürlich nahe, dass es damit zu tun hat“, sagt Huber. Definitiv erwiesen sei allerdings nichts. In Angriff genommen werden soll das Problem bald. „Spätestens machen wir das in diesem Winter“, sagt Huber. Die kalte Jahreszeit wird oft für Wasserbaumaßnahmen genutzt, weil dann Hochwasser am unwahrscheinlichsten ist.

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