Kämpfen für Tierwohl und Tierschutz: Franz Schiffer (li.) und Sylvia Arlette Greif (re.) mit zwei weiteren „AkTIERvisten“ am Samstag in der Marktstraße.
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Kämpfen für Tierwohl und Tierschutz: Franz Schiffer (li.) und Sylvia Arlette Greif (re.) mit zwei weiteren „AkTIERvisten“ am Samstag in der Marktstraße.

Infostand in der Marktstraße

„Stehen vor großer Wende in der Gesellschaft“: AkTIERvisten demonstrieren in Bad Tölz

Infostände von CSU, SPD oder den Grünen kennen die Tölzer vor Wahlen. Jetzt aber machten die „AkTIERvisten“ auf ihre Belange in der Marktstraße aufmerksam - und stießen dabei durchaus auf Interesse.

Bad Tölz – „Wann, wenn nicht jetzt?“ Unter dieses Motto stellte die Gruppe „AkTIERvisten Oberland“ am Samstag ihren Infostand in der Marktstraße. In wenigen Wochen ist Bundestagswahl, und viele Bürger – so scheint es – sind noch unschlüssig, welcher Partei sie ihre Stimme geben wollen. Die „AkTIERvisten“ wiederum wollten, verbündet mit einer Initiative für Pflanzenkost, diese Gelegenheit nutzen und den Bürgern nahelegen, bei der politischen Entscheidungsfindung die Standpunkte der einzelnen Parteien in Sachen Tierwohl und Tierschutz zu hinterfragen.

Es geht um Anbindehaltung und die Zustände in der Schweinehaltung

„Das Wetter meint es gut mit uns“, stellte Sylvia Arlette Greif fest, „laut Vorhersage hätte es ja auch regnen können.“ Greif kommt aus Kochel am See und fungierte als Sprecherin der Aktion in Bad Tölz. Angesichts der angenehmen Temperaturen herrschte im Laufe des Nachmittags in der Marktstraße reges Kommen und Gehen, und ab und an blieb ein Passant am Stand der Tierschützer und Vegan-Anhänger stehen, um deren Thesen anzuhören oder zu diskutieren.

„Kastenstände in der Schweinehaltung abschaffen“ stand auf einem der anprangernden Plakate. Mit dieser Haltungsform werde Tierleid einfach so zugelassen, erläuterte Franz Schiffer vom Stand-Team dieses Thema. Eine andere Aufschrift galt der Anbindehaltung von Rindern. Dass der Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine Bewerbung zur Aufnahme der Kombinationshaltung (Anbindehaltung mit Weidegang) zwecks Erhalt der dort typischen regionalen Kulturlandschaft in das Unesco-Weltkulturerbe auf den Weg gebracht hat, wolle man keinesfalls akzeptieren, so Greif.

Auch die Haltung von Haustieren wird skeptisch gesehen

Zusammen mit anderen Tierschutzorganisationen werde man bis zur EU-Ebene dagegen vorgehen. „Tierhaltung muss aus den Bewerbungen raus.“ Jedes Tier sei ein Individuum und sollte sich nicht von Menschen auferlegten Zwängen ergeben müssen, sondern sich seiner Art entsprechend ausleben können.

Was die „AkTIERvisten“ bei ihrer plakativen Darstellung von „menschlichem Fehlverhalten“ gegenüber Tieren auch bei dieser Aktion nicht sicht- und lesbar vorführten, war das wohl gesellschaftlich heikle Thema Haustierhaltung. Darauf angesprochen, erklärte Greif, Tierschützer und Tierrechtler würden grundsätzlich eher davon absehen, Haustiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen oder ähnliches zu besitzen. Denn auch bei diesen Spezies seien artgerechte Lebensbedingungen in vielen Fällen nicht erfüllbar. „Es sei denn, man nimmt ein vernachlässigtes oder krankes Tier auf, um es zu versorgen und zu pflegen.“

„Mit welchem Recht entscheidet der Mensch über Leben und Tod eines Tieres?“

Was bei einem Haustier wie Hund oder Katze hierzulande kaum vorstellbar sei, nämlich es zu schlachten und zu essen, das müsse man auch auf die sogenannten Nutztiere übertragen, forderte Franz Schiffer. „Mit welchem Recht entscheidet der Mensch über Leben und Tod eines Tieres?“ Mit veganer Ernährung würde sich dies ebenso wie Massentierhaltung und deren Missstände erübrigen. Dass diese Erkenntnis inzwischen bei manchem Verbraucher angekommen sei, zeige das entsprechende Angebot in den Supermarkt-Regalen.

Recht auf Leben gilt auch für Wild: Jagd wird abgelehnt

Das Recht auf Leben gelte natürlich auch für das Wild. „Wir sind deshalb Gegner der Jagd“, erklärte Greif. Und zusammenfassend: „Wir versuchen, die Leute zum Denken anzuregen. Wir stehen aktuell vor einer großen Wende in der Gesellschaft und müssen diese in die richtige Richtung lenken.“    rb

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