Der Blomberg ist ein beliebtes Ausflugsziel: Die Stadt will nun einen „Kümmerer“ einstellen, „der selbst anpackt, mit off enen Augen vor Ort ist, sich mit Baumaßnahmen auskennt, kommunikativ ist“, sagte Kämmerer Hermann Forster.

Stelle auf Probe für zwei Jahre

Doch ein „Kümmerer“ für den Blomberg: Ausschuss sagt Ja

Eine überzeugende Mehrheit sieht anders aus. Mit 8:3 Stimmen hat der Tölzer Finanzausschuss für die neue Stelle eines „Blomberg-Kümmerers“ gestimmt

Bad Tölz – Damit wurde der eigene Beschluss vom Mai revidiert. Vereinbart wurde eine zweijährige Probezeit.

Zuvor hatte Kämmerer Hermann Forster, der beim letzten Mal im Urlaub gewesen war, massiv für die neue Stelle geworben. Um den bei Gästen beliebten Tölzer Freizeitberg entsprechend aufzuwerten und zu unterhalten, müsse die Stadt auch Ressourcen bereitstellen. Es gehe eben nicht um einen Blomberg-Ranger, sondern eher um einen „Kümmerer, der selbst anpackt, mit offenen Augen vor Ort ist, sich mit Baumaßnahmen auskennt, kommunikativ ist und Maßnahmen koordinieren kann“. Dafür sei es ausreichend, wenn er im Sommer zweimal, im Winter einmal pro Woche vor Ort sei und als verlängerter Arm der Stadt fungiere.

Ein externer Dienstleister, wie ihn die Gegner der Stelle gefordert hatten, sei viel unflexibler und teurer, der Einsatz des städtischen Betriebshofs funktioniere aufgrund seiner Auslastung nicht, sagte Forster. Überdies sei die Aufgabe als Kommunikator und Verbindungsperson zwischen den zahlreichen Protagonisten am Blomberg nicht nebenbei zu stemmen.

Etwa 25 000 Euro würde eine Halbtagesstelle pro Jahr kosten. Den Vorwurf der Kritiker, mit dem Stellenprofil eine „eiermilchlegende Wollmilchsau“, also einen Alleskönner zu suchen, konnte der Kämmerer widerlegen. Aufgrund der Berichterstattung der Zeitungen sei die Blindbewerbung eines Tölzers eingegangen, der die Anforderungen fast perfekt erfülle. Es werde bei einer Ausschreibung also Bewerber geben, war sich Forster sicher.

Blomberg-Bergstation: Toilette geplant

Den Reigen der Redner eröffnete Christof Botzenhart (CSU), der seine geänderte, nunmehr positive Haltung, damit begründete, dass die Stelle auf zwei Jahre befristet ist. Der Blomberg sei ein touristisches Highlight. „Das ist es wert.“ Franz Mayer (Grüne) war erneut dafür, forderte nur, dass man statt 15 gleich 20 Stunden, also eine echte Halbtagesstelle, ausschreibt. Die Verwaltung hat, so wurde es festgelegt, nun Spielraum beim Verhandeln. Peter Wiedemann (FWG) ließ sich nicht überzeugen. Er hielt ein Jahr Probezeit für völlig ausreichend. „Nach einem Sommer weiß ich, ob das funktioniert. Nach zwei Jahren weiß ich nicht mehr als nach einem.“ Bürgermeister Josef Janker war anderer Ansicht. Am Blomberg gebe es zahlreiche handelnde Akteure. Da müsse der Kümmerer erst einmal Vertrauen aufbauen. Das dauere seine Zeit.

Der Schnee geht, große Schäden bleiben - besonders am Blomberg

Anton Mayer (CSU) blieb auch bei seinem „Nein“. Er habe mal im Nationalpark Berchtesgaden angerufen, wo ein Ranger für tausende Hektar zuständig sei. Da sei eine Halbtagesstelle für den kleinen Blomberg „übertrieben“. Willi Streicher (SPD) missfiel, dass immer alles erst einmal negativ gesehen werde. „Lassen wir uns doch positiv überraschen. Vielleicht hat der neue Mann Ideen, an die wir noch gar nicht denken.“

Gegen Anton Mayer (CSU), Martin Harrer und Peter Wiedemann (beide FWG) wurde die Stelle beschlossen. (Christoph Schnitzer)

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