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Sternsinger-Brauch lebt im Isarwinkel und Loisachtal: Besuch oder Segenspäckchen

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Wichtig für die Gemeinschaft: In Lenggries (das Archivbild stammt aus dem Jahr 2020) marschieren heuer 40 Sternsinger in Gruppen durch die Pfarrei.
Wichtig für die Gemeinschaft: In Lenggries (das Archivbild stammt aus dem Jahr 2020) marschieren heuer 40 Sternsinger in Gruppen durch die Pfarrei. © Tölzer Kurier/Archiv

Die Sternsinger gehören in vielen Haushalten zur lieb gewonnenen Tradition. Aber auch 2022 stehen die Besuche noch unter Corona-Bedingungen. Die Pfarrgemeinschaften haben unterschiedliche Lösungen gefunden.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Von Haus zu Haus gehen oder kleine „Segenspäckchen“ mit Weihrauch, Kreide und Gebet in der Kirche auslegen? Vor dieser Frage standen in den vergangenen Tagen alle Verantwortlichen für die Sternsinger-Aktionen im Tölzer Land. Zudem, so wird allgemein berichtet, sei es heuer nicht leicht gewesen, Kinder fürs Sternsingen zu motivieren. „Wir spüren schon, dass die Eltern angesichts der neuen Corona-Variante vorsichtiger sind, ihre Kinder anzumelden“, berichtet Pastoralreferent Josef Weiher vom Pfarrverband Bad Tölz. Es seien relativ wenig neue Aktive.

Bad Tölz und Ellbach

In Bad Tölz gehen verschiedene Gruppen von Haus zu Haus. Im Stadtgebiet vom 4. bis 6. Januar, in Ellbach nur am 6. Januar. Wer besucht werden möchte, sollte sich vorher anmelden. In Tölz unter Telefon 0 80 41/76 12 60, Ellbach: Anni Sappl, Telefon 0 80 41/26 19, Adriane Thurner, Telefon 0 80 41/79 54 50 und Josefa Schallhammer, Telefon 0 80 41/7 93 52 80. „Wir gehen aber nicht in Wohnungen hinein“, sagt Josef Weiher. In Mehrfamilienhäusern singe man mit Mundschutz im Treppenhaus. Zudem werde auf eine kontaktlose Spendenübergabe Wert gelegt. „Die Kinder sind diesmal auch nicht in Ganztagestouren, sondern in Halbtagestouren unterwegs“, sagt der Pastoralreferent. „Das heißt, sie können im eigenen Elternhaus zu Mittag essen.“ Zusätzlich werden in den Tölzer Kirchen „Segenspäckchen“ ausgelegt. Geldspenden kann man in den Opferstock geben.

Gaißach, Greilingund Reichersbeuern

Auch in Gaißach, Reichersbeuern und Greiling gehen die Sternsingergruppen vor die Häuser, berichtet Diakon Joachim Baumann. Anmelden braucht man sich dafür nicht. Fast 20 Gruppen sind am Dreikönigstag in den drei Dörfern unterwegs, berichtet Baumann. Er sei allen Aktiven sehr dankbar. „Gerade in diesen Zeiten ist es so mühsam und doch so wichtig. Für viele Bürger ist der Besuch der Sternsinger eine Tradition, die sie sehr schätzen, und die ihnen viel bedeutet.“ Schade sei es, sagt Baumann, dass man anschließend nicht beisammensitzen könne. „Es fehlt die Gemeinschaft, der Austausch. Das ist für die Schüler und Jugendlichen so wichtig.“

Lenggries

Das Miteinandersein betont auch Andrea Fahrner, Verwaltungsleiterin in der Pfarrei Lenggries. Es bedeute den Kindern und Jugendlichen viel, bei den Sternsingern mitzumachen. Und so habe man sich akribisch vorbereitet, den alten Brauch regelkonform durchführen zu können. Zehnmal vier Gruppen werden von 2. bis 6. Januar jeweils ab mittags im Pfarrgemeindebereich unterwegs sein. Soweit gefahren werden muss (etwa Fleck), habe man darauf geachtet, dass die Zahl der Hausstände im erlaubten Rahmen ist. So seien dabei nur Geschwister eingeteilt.

Die Sternsinger, sagt Fahrner, werden nicht in die Häuser gehen, sondern mit langen Klingelbeuteln die Gaben entgegennehmen, die auch heuer dem Missionar P. Josef Wasensteiner zugutekommen. Alle Sternsinger würden täglich getestet. Dafür habe man, erzählt Fahrner, bereits seit Anfang Dezember die gar nicht mehr so einfach erhältlichen Schnelltests gesammelt und die nötige Zahl zusammengebracht.

Jachenau

In der Jachenau sind ab Sonntag, 2. Januar, die Sternsinger unterwegs. Coronabedingt bittet die Pfarrei St. Nikolaus darum, die Sternsinger nicht ins Haus zu bitten und die nötigen Abstände einzuhalten. Folgende Touren sind geplant. 2. Januar: Höfen bis Fleckhaus; 3. Januar: Setzplatz, Rechen, Luitpolder bis Fleck; 4. Januar: Friedeln, Bäcker, Niggeln, Achner; 5. Januar: Dorf, Laich bis Wieden, Erbhof; 6. Januar: Berg, Mühle und Seeanlieger.

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Sachsenkam

In Sachsenkam, sagt Pfarrer Jiri Tesar, sei es noch offen, ob die Sternsinger gehen. „Wir richten uns nach dem dem, was die Regierung erlaubt“, sagt der Pfarrherr.

Wackersberg

Angesichts der Pandemie werden heuer in Wackersberg und Arzbach keine Sternsinger ausgesandt, berichtet Pfarrgemeinderatsvorsitzender Johann Fuchs. Am Dreikönigstag werden in der Kirche Tütchen mit Weihrauch, Kohle und Kreide ausgegeben, die beim Gottesdienst geweiht werden. Seinen Obolus kann man in ein Körbchen tun oder die ausliegenden Überweisungsträger nützen.

Benediktbeuern,Bichl und Kochel

Im Loisachtal hingegen wird auf das Gehen von Haus zu Haus verzichtet. In der Pfarreiengemeinschaft Benediktbeuern, Bichl und Kochel war das auch im vergangenen Jahr der Fall. „Wir wollten damals und hatten schon alles vorbereitet, aber dann mussten wir es aufgrund der Mitteilung aus der Diözese wieder absagen“, erinnert sich Pfarrer Pater Heiner Heim. Die Kinder seien natürlich traurig, auch weil sie sonst immer viele kleine Gaben erhalten haben.

Aufgrund der sich ausbreitenden neuen Virus-Variante wolle man nun „lieber auf Nummer sicher gehen“, sagt der Pfarrer. „Wir überlegen aber derzeit noch, ob man im Freien irgendwo etwas machen könnte, eine kleine Aktion zum Beispiel.“ Die Sternsinger werden auf jeden Fall in den Gottesdiensten in Erscheinung treten. In allen Kirchen liegen dann „Segenspäckchen“ aus, die sich die Gläubigen mit nach Hause nehmen können.

Bad Heilbrunn

So ist es auch in Bad Heilbrunn. Die Kinder werden nicht von Haus zu Haus gehen. Es gibt drei Gottesdienste mit den Sternsingern (am 1., 2. und 6. Januar), und anschließend kann man gegen eine kleine Spende die „Segenspäckchen“ mitnehmen, berichtet Pfarrer Pater Karl Bopp.

Schlehdorf

Ähnlich läuft es auch heuer in Schlehdorf wieder ab, berichtet Pfarrer Simon Tyrolt. Die „Segenspäckchen“ liegen ab dem Neujahrstag in der Schlehdorfer Kirche, ab 2. Januar in der Großweiler Kirche aus. Zudem kann man an verschiedenen Stellen im Pfarrverband eine Spende abgeben. Für diese Art des Ablaufs „haben die Bürger Verständnis“, sagt der Pfarrer. Angesichts der hohen Inzidenzzahlen habe man „ein besseres Gefühl für Kinder und Begleitpersonen“. Christiane Mühlbauer/Christoph Schnitzer

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