Weihnachten wird heuer auch in den Kirchen anders gefeiert werden. Das Bild zeigt Stadtpfarrer Peter Demmelmair 2016 beim Brauch der Krippenlegung in der Christmette an Heiligabend in der Tölzer Stadtpfarrkirche. Foto: Krinner/Archiv
+
Weihnachten wird heuer auch in den Kirchen anders gefeiert werden. Das Bild zeigt Stadtpfarrer Peter Demmelmair 2016 beim Brauch der Krippenlegung in der Christmette an Heiligabend in der Tölzer Stadtpfarrkirche.

Die Ausgangssperre zwingt Pfarreien dazu umzuplanen

Stille Nacht am Heiligen Abend: Änderungen bei den Christmetten

Die Pandemie kommt dem Weihnachtsfest in der Kirche jetzt doch noch in die Quere: Die seit Mittwoch verhängte bayernweite Ausgangssperre ab 21 Uhr gilt auch für Kirchgänger an Heiligabend. Die Verantwortlichen in den Pfarrgemeinden und -verbänden aber haben umgehend reagiert und bleiben gelassen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Fast alle Christmetten werden zeitlich vorverlegt. Aus organisatorischer Sicht ergebe sich ein gewisser Stress, meint Josef Weiher, Pastoralreferent im Tölzer Pfarrverband (siehe Kasten). „Das zieht einen ärgerlichen Rattenschwanz nach sich“, erklärt er, „Musiker, Lektoren, Ministranten, Mesner, Ordner, all diese Ehrenamtlichen müssen informiert werden und in den eigenen Familien auch umplanen.“ Nur die zwei späten Andachten in Ellbach und am Kalvarienberg fielen der Umstellung zum Opfer, sie sind abgesagt. Vier Christmetten bietet der Pfarrverband an – in der Stadtpfarrkirche, in der Klosterkirche, in der Heiligen Familie und in Wackersberg. Sie beginnen um 19.30 Uhr. Alle anderen Angebote für Senioren – beispielsweise in der Mühlfeldkirche – und für Kinder finden nachmittags statt wie geplant. „Wir lassen nichts ausfallen“, sagt Weiher.

Hoffen auf die Flexibilität der Gläubigen

Generell hat er Verständnis für die Regelung der Staatsregierung wegen des Gleichheitsgrundsatzes. „Als Kirche sind wir mit der Erlaubnis zu Gottesdiensten eh privilegiert, es wäre ein Jammern auf hohem Niveau.“ Jetzt könne nur auf die Flexibilität aller Beteiligten und Gläubigen gehofft werden.

Helfer für Empfangsdienst gesucht

An Heiligabend „finden im Pfarrverband Bad Tölz insgesamt nicht weniger als 16 öffentliche liturgische Feiern statt“, so Pastoralreferent Josef Weiher. „Wir hoffen, dass sich die Menschen gut auf die verschiedenen Kirchen und Zeiten verteilen und so jeder die Möglichkeit der Mitfeier hat.“ Denn aufgrund der Abstandsregeln ist in allen Kirchen die Teilnehmerzahl begrenzt. Allerdings sei ein solches Pensum auch eine gewaltige Herausforderung. Für jeden Gottesdienst müssen Menschen gefunden werden, die die Plätze einweisen und darauf achten, dass die Hygieneregeln eingehalten werden. Auch Menschen, die das nur einmalig an diesem Tag tun wollen oder können, sind willkommen. Der Zeitaufwand wird etwa eine dreiviertel Stunde vor Gottesdienstbeginn betragen. Freiwillige melden sich bitte möglichst bald im Pfarrbüro Bad Tölz (0 80 41/76 12 60 oder per Mail an pv-bad-toelz@ebmuc.de). „Wir danken jetzt schon allen, die mithelfen“, meint Weiher. „Es passt ja auch zu Heiligabend, wenn viele sich miteinander und füreinander engagieren.“

Auch Diakon Joachim Baumann aus dem Pfarrverband Gaißach-Reichersbeuern hat Verständnis, wenn Gewohntes nicht mehr stattfinden kann. „Aber wir sollten darauf hören, was diese Krise uns zu sagen hat, und das ist nicht wenig.“ Die Christmette um 23 Uhr wird vorverlegt, im Pfarrverband fand der Abstimmungsprozess für die Feiertage mit allen Ehrenamtlichen statt. Das Angebot für Senioren und Kinder bleibt, weil es von der Ausgangssperre nicht betroffen ist. „Wir haben auch gelernt, dass wir digital viel Neues machen können, wie unseren Adventskalender“, berichtet Baumann. Zum Wochenende wird es einen neuen Gottesdienstanzeiger geben, der wie der Pfarrbrief online abzurufen sein wird. Trotzdem wird der Pfarrbrief wie gewohnt ausgetragen.

Pfarrer Heiner Heim: „Wir machen das Beste draus“

Auch Pfarrer Heiner Heim aus der Pfarreiengemeinschaft Benediktbeuern-Bichl-Kochel ist froh, dass nichts abgesagt werden musste. „Wir machen das Beste daraus.“ Die nächtlichen Christmetten werden vorverlegt auf 19.30 Uhr. Ähnlich läuft es in Sachsenkam. Dort findet die Christmette nicht um 22 Uhr, sondern schon um 20 Uhr statt.

In Lenggries wurde die Christmette dagegen abgesagt. „Der Festgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag um 9.30 Uhr wird dafür auch im Livestream im Internet übertragen“, erklärt Pastoralreferent Christoph Freundl. „Zusätzlich gibt es davor um 7 Uhr ein Hirtenamt.“ Die Ausgangssperre sei schon ein Schlag gewesen, gibt er zu, denn alle kirchlichen Weihnachtsangebote seien von langer Hand geplant gewesen. „Aber es ist jetzt so, wie es ist.“

Info: Die Gottesdienstordnungen werden im Tölzer Kurier oder auch Kirchenzetteln veröffentlicht, ebenso auf den Internetseiten der Pfarreien. Anmeldungen sind ein generelles Gebot der Diözese. bib

Weitere Nachrichten aus Bad Tölz & Umgebung lesen Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare