Deutsche Meister 1966: Die Stürmer Hans Brandner (re.) und Alois Mayr.
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Deutsche Meister 1966: Die Stürmer Hans Brandner (re.) und Alois Mayr.

Nachruf

Stiller Stammtischbruder mit Humor: Trauer um ehemaligen ECT-Stürmer Hans Brandner

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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Trauer um Hans Brandner. Der ehemalige ECT-Stürmer, der einst der Meistermannschaft des ECT angehörte, ist kurz nach seinem 75. Geburtstag an einer Corona-Infektion gestorben.

Bad Tölz – Die Deutsche Meistermannschaft des EC Bad Tölz hat einen legendären Ruf. Noch heute erinnern sich alle Beteiligten mit leuchtenden Augen an Spieler wie Lorenz Funk, Schorsch Eberl, Hupa Eimansberger, Toni Klett oder Peter Lax. Etwas im Schatten der Stars stand Hans Brandner. Nun ist der ehemalige Löwen-Stürmer kurz nach seinem 75. Geburtstag an einer Corona-Infektion verstorben.

Einstige Teamkollegen sprechen immer noch mit Hochachtung von ihm

Der gebürtige Tölzer absolvierte zwischen 1964 und 1969 insgesamt 130 Spiele in der ersten Mannschaft. Als Torjäger ging er nicht in die Vereinsannalen ein – in fünf Spielzeiten brachte er es auf gerade mal drei Treffer. Was aber nichts daran ändert, dass seine Teamkollegen noch heute voller Hochachtung von ihrem Mitspieler sprechen. „Er war ein Mords-Kamerad, ein netter, wertvoller Mannschaftsspieler mit einem trockenen Humor“, erinnert sich Peter Lax. „Er war ein Pfundskerl, ein lustiges Haus, das für Stimmung gesorgt hat. Er hat richtig gut in die Mannschaft reingepasst.“ Auch Verteidiger Walter Riedl schildert Brandner als „umgänglichen Mitspieler, der sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hat“.

Hans Brandner (†) , ehemaliger ECT-Stürmer

Dem Tölzer Eishockey blieb Brandner verbunden. Bis zuletzt besuchte er Spiele der Tölzer Löwen. „Auch wenn er sich immer fürchterlich geärgert hat, wenn sie schlecht gespielt haben“, wie Ina Merbt anmerkt. Noch mehr als dem Eishockey war Brandner der Stadt Bad Tölz verbunden. „Ich konnte ihn nicht dazu überreden, weiter als bis nach Lenggries von Tölz wegzuziehen“, sagt Merbt lächelnd. Ihren Mann lernte sie beim gemeinsamen Arbeitgeber – der Firma Haibel – kennen. Brandner arbeitete dort 30 Jahre – unter anderem als Chef-Buchhalter und Prokurist. Bis zuletzt besuchte er zweimal pro Woche seine ehemaligen Kollegen.

Corona-Infektion war zu viel für Brandners geschwächten Körper

Ebenso wohl fühlte er sich an Stammtischen, wo er meist still zuhörte. Dies änderte sich, wenn es um Politik oder soziale Themen ging. „Da ist er plötzlich redselig geworden“, sagt Ina Merbt. „Er hat dann was rausgehauen, was Hand und Fuß hat.“ Oft gingen die beiden zum Wandern, auch wenn Brandner zuletzt immer mehr die Herzprobleme zu schaffen machten.

Als er sich vor einigen Wochen eine Corona-Infektion einfing, war dies für Brandners geschwächten Körper zu viel. Er fiel in ein achtwöchiges Koma, aus dem er nicht mehr aufwachte. Merbt blickt ohne Bitterkeit zurück: „Ich bin glücklich, dass ich ihn kennenlernen durfte, wir hatten eine schöne Zeit. Er war ein lieber, ruhiger Mensch. Ein stiller Stammtischbruder.“

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