Bei der Präsentation des Festivals 2016 herrschte noch gute Stimmung: Anselm Sibig (re.) präsentierte mit Barbara Schmidt-Gaden das Programm. 

Das Foto stammt aus besseren Tagen

Knabenchor schmeißt Manager raus

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Bad Tölz - Die Geschäftsführung des Tölzer Knabenchors hat überraschend die Zusammenarbeit mit Manager Anselm Sibig beendet.

Beim Tölzer Knabenchor herrscht derzeit wieder Unruhe: Der Chor hat sich Ende vergangener Woche von Manager Anselm Sibig getrennt. Die Information wurde unserer Zeitung gestern anonym aus der Elternschaft zugespielt. 

Chor-Geschäftsführerin Barbara Schmidt-Gaden bestätigte die Trennung, will sich aber nicht weiter dazu äußern: „Personelle Angelegenheiten werden bei uns vertraulich behandelt. Wir werden keine schmutzige Wäsche waschen.“ In dem anonymen Begleitschreiben an unsere Zeitung steht zudem, die „neue Leitung [des Chores]“ sei „eine Katastrophe, und das nicht erst seit diesem Vorfall. Wir Eltern sind erschüttert.“ Schmidt-Gaden dementiert das. „Das Verhältnis ist gut, es gibt keine Spannungen mit den Eltern.“ 

Die Aufgaben von Chormanager Sibig werde sie künftig selbst übernehmen. Sie habe auch schon mit Susanne Frey-Allgaier von der Tölzer Tourist-Info über das Knabenchor-Festival 2017 gesprochen. „Die Planungen gehen weiter, es bleibt alles wie besprochen.“ 

Sibig hat sich unterdessen mit einem Brief an die Elternschaft gewandt. Der 40-Jährige war von 1983 bis 1989 Solist im Knabenchor. In den vergangenen sieben Jahren arbeitete er freiberuflich im Management, betreute Projekte, begleitete die Knaben auf Tourneen und machte Abrechnungen, schreibt er. Zudem baute Sibig zusammen mit Clemens Haudum den Männerchor auf.

Der Tölzer Knabenchor sang im April beim Besuch des niederländischen Königs Willem- Alexander und seiner Frau Máxima  in München. 

Nach der Trennung von Chorleiter Ralf Ludewig sei ihm ein fester Anstellungsvertrag angeboten worden. Diesen habe er aber abgelehnt, schreibt Sibig. In den vergangenen Monaten habe er „von mancher Seite Anerkennung und Wertschätzung vermisst“, so Sibig weiter. Trotzdem sei das Ende der Zusammenarbeit für ihn völlig überraschend gekommen.

 „Jedes Projekt, das ich in die Hand genommen habe, war erfolgreich“, schreibt er. Dass „bei der Masse der Arbeit“ auch mal „etwas liegengeblieben“ sei, ist in seinen Augen der Tatsache geschuldet, dass es „immer noch zu viel Arbeit für zu wenig Personal gibt“. Sibig berichtet auch von einem Vorfall mit Helga Schmidt-Gaden. Er habe sich „einen dummen verbalen Fehltritt“ geleistet und ihr auf einen verbalen Angriff ihrerseits eine „Fotzn“ angedroht. „Das war nicht richtig und tut mir leid. Ich erhielt eine schriftliche mündliche Abmahnung und habe mich selbstverständlich in aller Form entschuldigt.“ 

Abschließend schreibt er: „Ich habe nichts zu verbergen und mir nichts vorzuwerfen und möchte mich erhobenen Hauptes und mit Stolz auf meine geleistete Arbeit von Ihnen (den Eltern, Anm. d. Red.) verabschieden.“ Schmidt-Gaden wollte sich zu den Inhalten des Briefs gestern nicht äußern. Die Eltern wurden vom Chor mit einer kurzen Notiz informiert. Darin heißt es auch, man habe zwei neue Stimmbildner eingestellt.

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