+
Die Trasse der geplanten Nordspange ist auf diesem Plan rot eingezeichnet.

Nach Planfeststellungsbeschluss

Streit um Nordspange und Radweg: Staatliches Bauamt wehrt sich gegen Kritik aus Greiling

  • schließen

Haben bei der Planung der Nordspange in Bad Tölz die Radfahrer das Nachsehen? Diesen Vorwurf weist das Staatliche Bauamt Weilheim entschieden zurück.

Bad Tölz/Greiling– Von vielen ersehnt und doch umstritten: Die Tölzer Nordspange sorgt weiter für Debatten. Wie berichtet hat die Regierung von Oberbayern nun die Baugenehmigung („Planfeststellungsbeschluss“) erteilt.Der Greilinger Bürgermeister Anton Margreiter aber kritisiert, dass die Forderung der Gemeinde nach einer durchgängigen Radwegverbindung nach Bad Tölz nicht berücksichtigt worden sei – ein Hauptgrund für die angekündigte Klage Greilings gegen den Planfeststellungsbeschluss. Die jetzige Planung bedeute in dieser Hinsicht sogar eine Verschlechterung für die Radler. „Diese Aussagen sind so nicht richtig“, antwortet nun Martin Herda, der für den Landkreis zuständige Abteilungsleiter im Bauamt.

Er stellt den Ist-Zustand und die Planung gegenüber. „Die heutige Radwegeverbindung verläuft nördlich der Bundesstraße 472 ab dem Abzweig Tölzer Straße in Greiling über die Gemeindestraße Mühlleiten und im weiteren Verlauf auf einem beschränkt öffentlichen Weg unmittelbar parallel zur Bundesstraße ,B 472 alt‘“, so Herda. Sie ende im Einmündungsbereich der General-Patton-Straße zur B 472.

Leidet die Radverbindung Greiling-Bad Tölz unter der geplanten Nordspange?

Von dort sei der weitere Verlauf und vor allem die Querung der B 472 zu den Sport- und Einkaufsstätten sowie in die Stadtmitte „völlig ungesichert“, denn: „Eine Querungshilfe in Form einer Mittelinsel oder Fußgängerampel besteht nicht.“ Von der jetzigen, 800 Meter langen Radwegverbindung sei „mindestens die Hälfte ebenfalls von landwirtschaftlichem Verkehr frequentiert“.

Diese bestehende Verbindung werde durch die künftige Nordspange überbaut. Daher sei ein Ersatz notwendig. Und der, so Herda, stelle „tatsächlich eine Verbesserung“ dar. Vorgesehen sei dafür „eine Route über die in diesem Bereich neue Gemeindeverbindungsstraße zwischen Greiling und Gaißach“. Diese unterquere die Bundesstraße höhenfrei und erreiche anschließend über einen öffentlichen Feldweg die alte B 472. Von dort gebe es parallel zur Straße einen Geh- und Radweg bis zur Gemeindegrenze von Bad Tölz mit Anbindung an den bestehenden Radweg auf der Flinthöhe.

Staatliches Bauamt: „Geplante Radweg-Verbindung ist eine Verbesserung“

Als Vorteil sieht es Herda, dass damit für die Radfahrer die ungesicherte Überquerung der „B 472 alt“ wegfalle. Unterm Strich sei die geplante Verbindung ebenfalls 800 Meter lang. Davon, so rechnet der Abteilungsleiter vor, verlaufen 300 Meter auf einem Geh- und Radweg, 200 Meter auf einem öffentlichen Feldweg und 300 Meter auf der neuen Gemeindeverbindnungsstraße Greiling-Gaißach.

Auf letzterem Stück seien dann zwar sowohl Radfahrer als auch motorisierter Verkehr unterwegs. Doch da der Abschnitt für den öffentlichen Verkehr gesperrt sei, werde die Verkehrsbelastung gering sein, und die Sicherheit sei nicht beeinträchtigt. Herda verweist auf ein eigens durchgeführtes Verkehrssicherheits-Audit, bei dem die Pläne nicht beanstandet worden seien.

„Klar widersprechen“ möchte Herda Margreiters Vorwurf, das Staatliche Bauamt nehme den Menschen einen Anreiz weg, mit dem Rad zu fahren. Vielmehr arbeite die Behörde „intensiv an einer Verbesserung der Radweginfrastruktur im Landkreis“. Als Beispiele nennt der Abteilungsleiter die Radwege zwischen Münsing und Weipertshausen (heuer fertig gestellt), zwischen Lenggries und Jachenau (erster Bauabschnitt kurz vor Fertigstellung, Fortsetzung allerdings wegen Grundstücksfragen ungewiss) sowie entlang der B 13 zwischen Bad Tölz und Lenggries (in Planung).

Lesen Sie auch: Radwege-Bau in Bad Tölz-Wolfratshausen: An vielen Stellen bleibt es schwierig

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ein Mann der leisen Töne: Pippo Pollina begeistert wieder im Tölzer Kurhaus
Dass sich der sizilianische Musiker und Songschreiber Pippo Pollina eine riesige Fangemeinde erarbeitet hat, ist kein Geheimnis mehr. Überzeugendes Beispiel war jetzt …
Ein Mann der leisen Töne: Pippo Pollina begeistert wieder im Tölzer Kurhaus
Dorferneuerung in Benediktbeuern nimmt Fahrt auf
Im Klosterdorf sollen Dorfstraße und -platz umfangreich saniert werden, und zwar unter Einbeziehung der Bürger. Los geht‘s im kommenden Jahr.
Dorferneuerung in Benediktbeuern nimmt Fahrt auf
Ein Fenster ins alte Tölz: Neues Buch mit historischen Aufnahmen und Geschichten
Neun Jahre nach seinem kenntnisreichen und bildmächtigen buch über Bad Tölz hat Autor Christoph Schnitzer nun ein weiteres Buch über die Stadtgeschichte herausgegeben.
Ein Fenster ins alte Tölz: Neues Buch mit historischen Aufnahmen und Geschichten
Kommunalwahl 2020: SPD Tölz fordert mehr Engagement beim bezahlbaren Wohnraum
Unter dem Titel „Ernst fragt nach“ lädt die Tölzer SPD derzeit immer wieder zu Wahlkampfveranstaltungen ein. Jetzt ging  es um das Thema Wohnraum.
Kommunalwahl 2020: SPD Tölz fordert mehr Engagement beim bezahlbaren Wohnraum

Kommentare