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Beim Auftritt von  „Scorefor“ füllte sich das Zeit. 

„Scorefor“ auf dem Summer Village

Rock, Punk und nicht jugendfreie Fotos

Bad Tölz – Bei Jubiläen neigen Freundeskreis und Verwandtschaft des Geburtstagskinds oft dazu, dieses mit Fotos aus vergangenen Tagen zu malträtieren. Zu ihrem Jubiläums-Konzert auf dem „Summer Village“ am Samstagabend drehten die Jungs von „Scorefor“ den Spieß um, begrüßten ihre Fans erst einmal per Video-Botschaft.

Und die war alles andere als langweilig: So präsentierten die Sachsenkamer aus dem elterlichen Keller, der noch heute als Probenraum dient, deftige Bilder aus der 20-jährigen Bandgeschichte. Fotos vom Übernachten im Tourbus etwa, „im besten Hotel“, wie Sänger Florian Kropius witzelte. Als Dokumente „intellektueller Gespräche“ zeigten die Punkmusiker auch das ein oder andere nicht ganz jugendfreie Foto aus der Bandgeschichte.

Der Grundstein für ein stimmungsvolles Konzert war gelegt. Tatsächlich waren es auch erst die Jungs von „Scorefor“, die für ein halbwegs volles Zelt sorgten. Das mag auch am Gewitter gelegen haben, das zu Beginn des Festivals „Der Süden bebt“ über dem Moraltpark tobte.

Schade, denn gerade die „jungen Wilden“, die am Nachmittag und frühen Abend im großen Festzelt auftraten, legten sich mächtig ins Zeug. „Los Brudalos“ etwa, die in martialischer Gesichtsbemalung à la Braveheart aus Rap- und Rocksongs aus 20 Jahren zünftig-bayerische Huldigungen des lokalen Lebensgefühls formten. Da wurde das Bier genau so inbrünstig besungen wie die Lederhose, aber auch die Erhöhung des Milchpreises auf 40 Cent wurde rappend eingefordert.

Auch „2Loud4u“ hauten mächtig in die Saiten, wussten aber auch mit sanfteren Gitarrenklängen das eine oder andere Teenie-Herz zu betören.

Dieses gab dabei sein Bestes, Masse durch Klasse zu ersetzen und so die Stimmung anzuheizen. „Wenn ich in die Gesichter schaue, sehe ich so manchen, der schon beim ersten Konzert dabei gewesen sein könnte. Ihr schaut’s gut aus, aber auch alt“, begrüßte Kropius, der mittlerweile leibhaftig auf der Bühne stand, das Publikum. Dabei tat er einem Teil der Zuhörer Unrecht, hatten sich zwischen die „Veteranen“ doch viele junge Gesichter gemischt.

Und auch aus musikalischer Sicht waren an diesem Abend keine „Oiden“ am Werk. War der Video-Botschaft ihr Alter anzusehen, so haben die von Kropius, Steve Lachner, Andreas Rammler und Basti Wedekind gespielten Songs in den letzten Jahrzehnten kaum etwas von ihrer Kraft verloren.

Das merkte auch rasch das Publikum, das nur kurz zum Warmwerden brauchte. Gab’s bei einer Cover-Version von „Zombie“ der Cranberries bereits erste Head-Banger-Vorführungen, entwickelte die Stimmung im Verlauf des Konzerts echte Punkrock-Qualitäten, inklusive Pogo und Stage-Diving. Ganz gleich, ob aus der Anfangszeit oder vom neuesten Album, bei Songs wie „Not too high“, „United“, oder dem zum Ende hin gelieferten „I won’t admit it!“ – das Zelt kochte.

Am Ende verabschiedeten sich die Jubilare standesgemäß von ihren „Söhnen (und Töchtern) der Berge“ mit ihrer gleichnamigen Hymne der Tölzer Löwen. Wer nun noch nicht in den nächtlichen Nieselregen treten wollte, konnte den Abend mit „Pink Elephant“, die mit Cover-Versionen beliebter Rocksongs den Abschluss des Festivals gaben, ausklingen lassen.

Mit dabei

bei 10 Jahre „Der Süden bebt“ waren: „Lost in Stereo“, „Rumblin Charlie“, „Da L.A.Sound“, „Snip“ „Crust’n’Drillaz“, „Los Brudalos“, „2Loud4U“, „Scorefor“ und „Pink Elephant“

Markus Henseler

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