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Kleinkunst, Musik und Gastronomie: Doch Stephanie Hörmann und Peter Frech sehen sich nicht in der Lage, das „Summer Village“ nochmal zu veranstalten.

Frech und Hörmann hören auf

„Summer Village“: Traum geplatzt

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Die Tatsache, dass das „Summer Village“ nicht mehr stattfinden wird, stößt auf Bedauern. Auch die Veranstalter Peter Frech und Stephanie Hörmann sind traurig. Es sei „die Summe vieler Dinge“gewesen, die sie zu dieser Entscheidung bewogen habe.

Bad Tölz– Die Enttäuschung ist den beiden ins Gesicht geschrieben. Am Tag 1 nach dem „Summer Village 2017“ ist für Peter Frech und Stephanie Hörmann klar: Es geht nicht mehr. Sie machen niemanden konkret dafür verantwortlich, bedanken sich stattdessen bei vielen Leuten, die ihnen geholfen haben: von Spülhilfen bis zur „megaguten Zusammenarbeit mit Stadt, Polizei und Feuerwehr“. Trotzdem haben die beiden in den vergangenen vier Jahren die Erkenntnis gewonnen, dass die Organisation der viertägigen Großveranstaltungihre Kräfte übersteigt. „Es war mein Traum, ich dachte, ich schaffe das. Aber es ist hart, so etwas zu etablieren“, sagt Frech.

Für Frech und Hörmann ist es die Summe vieler Dinge, die jetzt über ihnen zusammenschlägt – zum einen ein wirtschaftliches Minus, zum anderen organisatorische Entwicklungen im Vorfeld, die, so Hörmann, „immer wieder Nerven gekostet haben“. So wurde heuer zum Beispiel ein wesentlich kleineres Zelt geliefert als bestellt. „Da passten zwar alle Besucher rein, aber nicht mehr die Bühne.“ Wieder war Improvisation gefragt – wie an anderen Stellen, etwa wenn Aussteller mit anderen Buden kamen als angemeldet und das ganze Strom- und Wasserkonzept hinfällig war. Eigentlich, sagen die beiden, bräuchte man ein Profi-Team mit mehreren Mitarbeiten, das sich monatelang um alles kümmere. Frech musste am Samstag auch noch beruflich mit seiner Security-Firma zum Robbie-Williams-Konzert nach München.

Manches habe sich nicht bewerkstelligen lassen, bedauert Frech – zum Beispiel, mehr lokale Gastronomen und Händler auf das „Summer Village“ zu holen. „Sie haben oft weder eine mobile Ausstattung noch genügend Personal.“ Das Fest hatte mit rund 18 000 zahlenden Besuchern heuer so viele Gäste wie noch nie. Ein geändertes Programm, etwa an zwei Wochenenden, kommt für die Veranstalter nicht in Frage. „Wenn unter der Woche nur die Gastronomie geöffnet hat, beginnt es zu dümpeln. Dafür ist Tölz einfach zu klein“, sagt Hörmann. Und höheren Eintritt zu verlangen, sei auch keine Option. „Wir wollen etwas für Familien anbieten, das nicht viel kostet.“ Zudem finden es beide wichtig, einen Teil für wohltätige Zwecke zu spenden.

Das Aus wird vielfach bedauert, aber auch verstanden. „Es war eine Bereicherung für unsere Stadt, aber natürlich muss es sich auch rechnen“, sagt Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FW). Ähnlich äußert sich Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart (CSU). „Man kann nicht erwarten, dass ein Veranstalter draufzahlt.“ Auch Kurdirektorin Brita Hohenreiter ist betrübt. „Übernachtungen generiert das „Summer Village“ nicht, aber es trägt sehr zum positiven Image der Stadt bei und schlägt sich auf Umwegen bei den Tagesgästen nieder.“

Frech und Hörmann wollen jetzt in Ruhe überlegen, wie es weitergeht. Über eine Veranstaltung im Bereich Marktstraße/Isarbrücke denken sie nach, sind sich aber noch nicht sicher. „Am Festplatz haben wir ja das ,Jailhouse‘, wo wir auch mal einige Dinge lagern können.“ Tourist-Info und Stadt stehen Ideen jedenfalls aufgeschlossen gegenüber. „Wir sind immer offen für gute Veranstaltungen“, sagt Wiedemann. Und Botzenhart: „Tölz braucht ein junges Image.“

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