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Viele Freiwillige Helfer, hohe Spendenbereitschaft: Die Tafeln im Landkreis freuen sich über die große Rückendeckung aus der Bevölkerung.

Tafeln

Mehr Nachfrage, gleich viele Lebensmittel

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Bad Tölz-Wolfratshausen –  Die Tafeln können nicht mehr geben, als sie haben. Aber reicht das? Die Nachfrage ist im Landkreis gestiegen. Für die Tafeln ist das jedoch kein Grund zum Jammern. Sie packen an und helfen, wo sie können.

Die Menschen im Landkreis haben ein großes Herz, das spüren die örtlichen Tafeln immer wieder. Es ist so groß, dass sich auf den Aufruf der Tölzer Tafel mehr Ehrenamtliche zur Mitarbeit gemeldet haben als gebraucht werden. „Das ist überwältigend“, sagt Organisator und Gründungsmitglied Wolfgang Emmerich. Mit über 80 Helfern können die drei Ausgabestellen gut versorgt werden.

Ohne Ehrenamtliche könnte die Tafel nicht arbeiten. Doch auch die Lebensmittel, die an Bedürftige verteilt werden, spielen eine entscheidende Rolle. Und die Menge, die in den Supermärkten, bei Bäckern und Metzgern übrig bleibt, ist konstant. Gleichzeitig steigt die Nachfrage. „Es sind viele Flüchtlinge im Landkreis dazugekommen“, sagt Peter Grooten, Vorsitzender der Tafel Geretsried-Wolfratshausen.

Laut Emmerich ist die Zahl der Tölzer Tafel-Kunden seit Beginn des Jahres 2015 um 30 bis 40 Prozent gestiegen. Im Nordlandkreis versorgt die Tafel über 900 Personen. Auf der Internetseite sind noch 650 Personen vermerkt. „Das ist zum Jahresende gestiegen und wird sicher noch weiter steigen“, sagt Grooten.

In Wolfratshausen haben die Organisatoren die Ausgabe aufgeteilt: In einer Woche dürfen Kunden mit gerader Ausweisnummer kommen, die Woche drauf sind ungerade Nummern dran. Damit ist die Tafel am Ende ihrer Kapazitäten. „Ein Aufnahmestopp ist angedacht“, sagt Grooten. Darüber werde in der Mitgliederversammlung am 4. Februar abgestimmt. „In Geretsried wird das im Frühsommer wohl auch der Fall sein.“

In Lenggries gibt es schon länger einen Aufnahmestopp. Wie berichtet, reicht das, was die Lenggrieser Betriebe an Lebensmitteln übrig haben, meist gerade so für die 40 Kunden, die die Lenggrieser Tafel seit der Gründung hat. „Man kann nicht mehr geben, als man hat“, sagt Organisatorin Birgitta Opitz. Für die rund 140 Asylbewerber, die in Lenggries leben, hat Opitz trotzdem eine Lösung gefunden. „Was vom Tafeltisch übrig bleibt, bringen wir zu den Wohn-Containern.“ Vergangenen Samstag seien es Brot und Süßigkeiten gewesen.

Außerdem gibt es in der Lenggrieser Kleiderkammer ein Regal, das die Ehrenamtlichen alle zwei Wochen mit haltbaren Lebensmitteln auffüllen. Als eiserne Reserve hat Opitz immer haltbare Lebensmittel aus der Rewe-Aktion. Dabei können Kunden für fünf Euro eine Tüte kaufen und spenden. „Wir hatten jetzt zum zweiten Mal in Folge die meisten Tüten in der Bundesrepublik“, freut sich auch Emmerich, der damit das Tafelsortiment aufbessert.

Lebensmittel nachzukaufen, wenn sie nicht reichen, widerspricht dem Grundsatz der Tafeln. „Geldspenden verwenden wir für unser Auto und für Hygienespray“, sagt Opitz. Insgesamt ist die Spendenbereitschaft groß, da sind sich die Tafeln einig. Vor Weihnachten spendierte etwa jemand Wiener und Brezen für alle Tafelkunden in Lenggries, berichtet Opitz. „Das war was Besonderes.“

Im Einzelfall könnte von den Geschäften aber noch mehr kommen, meint Grooten. „Manchmal machen sie sich keine Gedanken, was wir noch gebrauchen könnten.“ Also kommt es gerade auf eines an: Organisation. Grooten: „Wir haushalten und planen, damit es jede Woche reicht. Noch kommen wir damit klar.“

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