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Im Neubau an der Tölzer Schützenstraße eröffnet Ingrid Krafft-Otto zusammen mit ihrer Kollegin Birgit Gahler-Scheffler eine Tagespflegeeinrichtung.

Auf der Schlössl-Wiese

Tagespflege: Angebotslücke wird geschlossen

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Was Interessierte über die neue Einrichtung auf der Tölzer Schlössl-Wiese wissen müssen, die im Januar 2018 eröffnet wird.

Bad Tölz – „Nach sechs Jahren Vorarbeit bin ich glücklich, wenn es jetzt endlich losgeht“, sagt Ingrid Krafft-Otto. Zusammen mit ihrer Kollegin Birgit Gahler-Scheffler wird sie zum 1. Januar 2018 eine Tagespflege im Neubau an der Tölzer Schützenstraße eröffnen. Erleichtert werden dann aber nicht nur die beiden Betreiberinnen sein, sondern vor allem auch viele Senioren und pflegende Angehörige. Denn eine Tagespflege ist ein Angebot, das im südlichen Landkreis bislang noch vollständig fehlt: Es wird die erste Einrichtung ihrer Art in Bad Tölz und Umgebung sein.

Etliche Anfragen seien schon bei ihr eingegangen, sagt Ingrid Krafft-Otto – sowohl aus Bad Tölz als auch aus Lenggries, dem Raum Sachsenkam/Greiling/Reichersbeuern oder aus Bad Heilbrunn. Angesichts der regen Nachfrage ist die Krankenschwester überzeugt, dass ihre neue Einrichtung bald gut belegt ist. Eben weil das Angebot neu ist, gibt es aber auch noch manche Unklarheiten und Fragen.

Was auf den 280 Quadratmetern in dem Haus auf der Schlössl-Wiese angeboten wird, ist eine regelmäßige tageweise Betreuung für Senioren. Geöffnet ist von Montag bis Freitag jeweils von 7.30 bis 16.30 Uhr. Bis zu 18 Personen gleichzeitig können dort betreut werden. Interessierte können zum Beispiel auch zwei oder drei Tage pro Woche buchen. Kommen können laut Krafft-Otto „ältere Menschen, die zu Hause einsam sind und den Tagesablauf in der Gemeinschaft verbringen wollen“, aber auch Pflegebedürftige. Bei ihnen müsse im Einzelfall entschieden werden, ob ihre Betreuung in der Einrichtung möglich ist. „Wenn jemand Rollstuhlfahrer ist, ist das überhaupt kein Problem“, sagt die Betreiberin. Der Bau sei vollständig barrierefrei, die Tagespflege lasse sich per Lift direkt von der Tiefgarage aus erreichen. Auch die Betreuung von Demenzerkrankten sei denkbar – „aber nicht, wenn sie weglaufgefährdet sind“, sagt Krafft-Otto. „Wir sind keine geschlossene Einrichtung.“

Ein Hauptantrieb sei, pflegende Angehörige zu entlasten. Sie sollen so Spielraum für andere Aktivitäten oder ihren Job bekommen. Übernachtungen sind in der Einrichtung hingegen nicht möglich, und am Wochenende ist geschlossen. Aus organisatorischen Gründen sehe es wahrscheinlich auch schlecht mit Spontanbuchungen für einzelne Tage aus, meint Krafft-Otto.

„Für Kunden, die nicht selbst herkommen können, bieten wir einen Shuttle-Service an“, sagt die Betreiberin. Diese Senioren werden also morgens zu Hause abgeholt und abends wieder heimgebracht. Wenn dann alle da seien, werde gemeinsam gefrühstückt.

Verschiedene Aktivitäten würden dann für „Tagesstruktur“ sorgen – sei es eine gemeinsame Lesezeit, Freizeit im Garten, Musik hören, Gedächtnisspiele, Plätzchen-Backen „oder vielleicht ein kleines kulturelles Angebot“. Auch für Mittagessen und Nachmittagskaffee ist gesorgt. In zwei Ruheräumen kann, wer will, einen Mittagsschlaf halten. Regelmäßige Besuche etwa von Frisör oder Fußpfleger im Haus seien vorgesehen.

Laut Krafft-Otto werden fünf bis sechs Mitarbeiter in der Einrichtung beschäftigt sein. Die Leistungen können die Betreiberinnen direkt mit der Pflegekasse abrechnen, da es sich um eine zugelassenen Einrichtung handelt.

Kontakt und Infos unter der Telefonnummer 0171/2651665.

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