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Aufmerksames Auditorium : Gebannt folgten die Fachoberschüler der Lesung von Tanja Kinkel. Lehrer Markus Theil interviewte die Autorin zu Beginn.

Lesung an der Tölzer Fos

Tanja Kinkel: Aus dem Alltag einer Bestseller-Autorin

Sie erreichte mit ihren historischen Romanen Millionenauflagen, widmete aber auch dem Terror im „Deutschen Herbst“ ein Buch. Jetzt diskutierte Schriftstellerin Tanja Kinkel in Bad Tölz mit Schülern.

Bad Tölz – Entführungen, Raubüberfälle, Exekutionen: Der Geschichtsunterricht der 11. Klassen der Fachoberschule (FOS) widmet sich gerade dem linken Terrorismus der 1970er-Jahre. Der „Deutsche Herbst“, also der Terror der Roten Armee Fraktion (RAF), steht auf dem Lehrplan. Um den Schülern ein umfangreiches Bild des Terrors zu ermöglichen, las jüngst die Bestseller-Autorin Tanja Kinkel aus ihrem RAF-Roman „Schlaf der Vernunft“ in der Aula der FOS.

„Der Titel ist tatsächlich nicht nur auf die Terroristen, sondern auf die gesamtdeutsche Stimmung bezogen. Das hat sich damals ganz schön aufgeschaukelt,“ erklärte Kinkel den Buchtitel.

Nicht nur die RAF, sondern auch der Autoren-Beruf war Thema des Vormittags. Geschichtslehrer Markus Theil interviewte die Autorin. Kinkel wurde vor allem durch ihre historischen Romane bekannt, die eine Millionenauflage erreichten. Die Schüler waren rege daran interessiert, Details über Tanja Kinkels Werdegang zu erfahren – das war an den zahlreichen Fragen und dem Raunen zu merken, das wiederholt durch die Reihen ging.

„13 bis 15 Seiten schreibe ich am Tag“, verriet die 48-jährige Schriftstellerin, die aus Bamberg stammt. Und sie berichtete: „Beim Schreiben eines Romans isoliere ich mich komplett von meinem Umfeld.“ Auf die Frage einer Schülerin, ob sie überhaupt noch ein Sozialleben habe, antwortete Kinkel: „Ja natürlich. Während der Schreibphase bin ich zwar nur in Notfällen erreichbar, aber in der Korrekturphase müssen alle Freunde und Verwandten meine Texte lesen und auch mal Händchen halten.“

Oft seien ihre Hauptfiguren historisch, aber nicht in diesem Roman. „Ich habe das zentrale Attentat, die Täter und die Opfer erfunden. Damit schütze ich Nahestehende der RAF-Opfer davor, die das Buch vielleicht lesen, den Tod eines geliebten Menschen geschildert zu bekommen,“ so Kinkel.

Bei den Schülern hat die Autorin offenbar Eindruck gemacht. Denn sie kauften den aufgestellten Büchertisch fast leer. Anna-Lina Kirschke und Laura Uhlemann begeisterte Kinkels Leben, und sie kauften je eines ihrer Bücher. „Dann können wir tauschen“, meinten die beiden 16-Jährigen.

Nora Linnerud

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