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Tankrabatt: Der Ansturm bleibt im Tölzer Land aus

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Von: Felicitas Bogner

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Fürs Volltanken zahlte Claudia Thumfart zuletzt noch weit über 70 Euro. Erstaunt bemerkt sie an der Zapfsäule, dass der Tankrabatt greift. Sie freut sich.
Fürs Volltanken zahlte Claudia Thumfart zuletzt noch weit über 70 Euro. Erstaunt bemerkt sie an der Zapfsäule, dass der Tankrabatt greift. Sie freut sich. © arp

Wie angekündigt purzelten am Mittwoch die Tankpreise. Der Rabatt macht sich also schon deutlich bemerkbar. An den Tankstellen im Landkreis zeichnete sich allerdings ein recht ruhiges Bild ab.

Bad Tölz – Vor der Absenkung der Mineralölsteuer zum Stichtag 1. Juni wurde spekuliert, dass die Spritpreise wohl nur langsam sinken würden. Ein Streifzug über die Tankstellen im Tölzer Land zeigt aber: Die Entlastung der Autofahrer, die seit dem massiven Preisanstieg an den Zapfsäulen ächzten, geht relativ flott voran. Besonders der Benzinpreis ist rasanter als gedacht nach unten gegangen – in Tölz sogar um bis zu 25 Cent pro Liter. Ein regelrechter Ansturm von Autofahrern an den Tankstellen blieb aber aus.

Benzinpreis recht schnell gesunken

„Es ist seit 9 Uhr deutlich mehr los als in den vergangenen Wochen um diese Zeit“, berichtet Matteo Nardella, Mitarbeiter an der Agip-Station in Tölz. „Als mir der erste Kunde gesagt hat, dass der Preis heute tatsächlich runtergegangen ist, bin ich gleich zur Anzeigetafel gerannt“, sagt er. Denn: „Die letzten Tage war ein ständiges Hin und Her. Teilweise haben sich die Preise mehrmals täglich geändert.“ Eins sei am Mittwoch dann aber konstant geblieben: „Auch wenn es weiter minimale Preisschwankungen gab, war viel los und die Kunden waren erleichtert.“ Dennoch sei er davon ausgegangen, dass am ersten Tag der Kostensenkung wesentlich mehr los sein würde. „Aber ein Ansturm blieb aus“, so Nardella.

„Kunden waren erleichtert“

Zu den Kunden der Agip gehört an diesem Tag auch Dominikus Partenhauser. Der Rabatt allerdings führte ihn nicht her. „Ich hätte so oder so meinen Wagen heute füllen müssen“, meint er. Zwar habe er als Vielfahrer den Teuer-Schock beim Tanken seit März deutlich im Geldbeutel gespürt: Eine bemerkenswerte Erleichterung sieht er durch die jüngste Umsetzung der Politbeschlüsse aber nicht. „Wenn man an die Anzeigetafel schaut, sieht man schließlich immer noch enorm hohe Preise. Günstig finde ich das wirklich nicht.“ Und generell: „Ich traue den ganzen Konzernen nicht, die werden sich langfristig sicherlich einiges vom Rabatt selbst einstecken“, mutmaßte der Lenggrieser.

Alle Hände voll zu tun hatten die Tölzer Agip-Mitarbeiter Marcus Reichle (li.) und Matteo Nardella. 
Alle Hände voll zu tun hatten die Tölzer Agip-Mitarbeiter Marcus Reichle (li.) und Matteo Nardella.  © arp

Überrascht ist Claudia Thumfart aus Sachsenkam. „Ich wusste gar nicht, dass Benzin viel günstiger wird“, sagt sie. „Ich fahre nicht oft Auto, aber beim letzten Mal Volltanken musste ich ganz schön schlucken. Umso glücklicher bin ich, dass die Preise wieder bergab gehen.“

Korinna Oliv von der Freien Tankstelle Oliv (FTO) an der Hauptstraße in Königsdorf hatte nach eigenen Angaben noch einige Restbestände von zu alten Konditionen gekauftem Sprit auf Lager. Sobald sie den billigeren Kraftstoff gekauft hat, gibt sie „die Vergünstigung 1:1 an die Kunden weiter“. Es lohne sich, vorab im Internet die Preise zu vergleichen.

Apps und Internetseiten zum Preisvergleich lohnen sich

So wie Lothar Briechle. Er ist gezielt zur freien Tankstelle im Tölzer Farchet gefahren. „Wenn man einen Lkw betankt, tut es beim Zahlen in letzter Zeit schon weh. In Hochzeiten hat ein voller Tank knapp 1800 Euro gekostet“, sagt der Lagerist eines Tölzer Früchtehandels und steckt den Stutzen in die Tanköffnung. „Seither nutze ich eine App, die alle Preise der umliegenden Tankstellen anzeigt“, erklärt der Gaißacher. „Zwar hätten wir eh bald tanken müssen, aber der Rabatt kommt einem natürlich entgegen“, meint Briechle und wartet, bis der Tank des Lastkraftwagens gefüllt war. Der zweite Tank auf der anderen Seite bleibt an diesem Tag leer. „Wir beobachten die Preisentwicklung und tanken nach und nach.“ Briechle glaubt, dass der Preis nochmal ein Stück nach unten geht. „Hoffen wir das Beste.“ Wie viel man final zahlt, entscheiden allerdings nicht die Tankstellenpächter vor Ort. Oliv beteuert, dass abgesehen von der Energie- und Mehrwertsteuer die zwei großen Mineralölkonzerne die Preise dirigieren. „Wir Kleinen richten uns danach.“ (von Felicitas Bogner und Tanja Lühr)

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