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Das Landratsamt legt die Taxigebühren fest. Nach fünf Jahren gab es jetzt eine Erhöhung. 

Landratsamt genehmigt Gebührenerhöhung 

Das Taxifahren wird teurer

Das wissen bestimmt die wenigsten: Die Taxigebühren werden nicht von den Unternehmen, sondern vom Landratsamt bestimmt. Nach fünf Jahren wurden sie nun um 15 Prozent erhöht. Beschwerden gibt es bisher nicht.

Bad Tölz-Wolfratshausen Das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) ist verantwortlich dafür, dass die Landratsämter eine Erhöhung der Taxigebühren genehmigen müssen, erklärt Sprecherin Marlis Peischer. Im Fall des Landkreises gelten laut Kreisbehörde seit Kurzem im Schnitt um 15 Prozent höhere Tarife. So wurde die Grundgebühr von 3,40 auf 3,60 Euro angehoben. Das Kilometergeld stieg von 1,50 auf 1,90 Euro. Und jede Stunde Warten wird nun mit 30 statt 27 Euro veranschlagt.

Die letzte Tarifanpassung war 2012 (davor 2007). Schon seit einigen Jahren gibt es keine Zuschläge für Sonn- und Feiertage beziehungsweise Nachtfahrten mehr. Die neuen Gebühren gelten im sogenannten Pflichtfahrgebiet, das für die Taxler im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in etwa das Oberland mit München umfasst.

„Wir brauchten die Erhöhung, um die ständig steigenden Personalkosten abdecken zu können“, verweist Gisela Lanzinger-Ullmer vom Geretsrieder Taxiunternehmen Mai auf die Folgen des Mindestlohns. Damit spricht sie Johannes Gundermann vom gleichnamigen Tölzer Taxiunternehmen aus der Seele, der eine höhere Bezahlung für die Taxifahrer im Vergleich zum Konkurrenten Bahn sieht. „Die Bahn bietet eine konstante Leistung, hebt aber auch jedes Jahr die Tickepreise um drei bis fünf Prozent.“ Auch handle es sich „nicht gerade um eine Höchstleistung“, meint Gundermann und verweist auf die chronische Unpünktlichkeit der Züge. So sieht das auch Matthäus Hammerl von der Tölzer Taxivereinigung Isar-Taxi und lobt den guten Service seiner Zunft. „Unbedingte Pünktlichkeit zu Bahn und Flughafen“, benennt es Gundermann im Detail.

Die Erhöhung der Gebühren war schon im Herbst 2017 beantragt worden. Bei einem Treffen im Landratsamt im Frühsommer begründeten rund 30 Taxi-Unternehmer die Erhöhung dann gegenüber den Vertretern des Landratsamtes und des IHK-Landesverbandes für Taxiunternehmen.

In der Präsentation der Taxifahrer war auch eine Übersicht über die Gebühren der Nachbarlandkreise enthalten. „Rundherum sind sie deutlich höher“, sagt Gisela Lanzinger-Ullmer. Das sei auch einer der Gründe für die Erhöhung gewesen, sagt Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer. „Die Tarife müssen vergleichbar sein. Und sie sollen längere Zeit Bestand haben.“

Und wie reagieren die Kunden? „Bis jetzt so gut wie nicht“ , antwortet Gundermann. „Ich habe bisher keine Beschwerde gehabt.“ Das bestätigt Matthäus Hammerl und glaubt auch einen Grund zu kennen. „Im Stadtbetrieb macht die Erhöhung ja nicht viel aus.“

Müssen die Krankenkassen für Krankenfahrten übrigens auch die höheren Tarife löhnen? Natürlich, sagt Peischer: „Die Taxi-Unternehmer dürfen nicht abweichen von den Gebühren. Das heißt, auch die Kassen müssen diese Gebühren dann ,schlucken‘.“ Das taten sie bisher allerdings nicht immer. Einen AOK-Kunden, so sagt ein Taxler, der nicht genannt werden will, „dürfen wir nur gegen Bezahlung und Rechnung fahren“. Dann rechne das AOK-Mitglied mit seiner Kasse ab, erhalte aber nicht den vollen Fahrpreis erstattet. Auf Anfrage bei der AOK-Pressestelle München, warum das so ist, gab es anders als vereinbart keine Stellungnahme.

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