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Teststellen im Landkreis erweitern Angebot

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Von: Katja Brenner

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Wieder kostenlos: Die Bürgertests.
Wieder kostenlos: Die Bürgertests. © Julian Stratenschulte/dpa

Mit der neuen Testverordnung haben die Bürger in Deutschland wieder Anspruch auf mindestens einen kostenlosen Antigen-Schnelltest pro Woche. Das Ziel: Infektionsketten frühzeitig unterbrechen. Die ersten Teststationen im Landkreis erweitern ihre Kapazitäten wieder.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind die kostenlosen Bürgertests zurück. Die am Freitag verkündete Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums trat bereits am Samstag in Kraft. Durch sie hat wieder jeder Anspruch auf mindestens einen kostenlosen Antigen-Schnelltest pro Woche – unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus. Geht es nach der Bundesregierung, soll das Testangebot vor Ort wieder ausgebaut werden.

Mehr Mitarbeiter vor „Gustavo Gusto“

Das setzen manche bestehenden Teststationen bereits um. Die Firma Excura betreibt eine Teststation am Verkaufshäuschen von „Gustavo Gusto“ in Geretsried. Seit Samstag habe die Station „definitiv mehr Zulauf“, erklärt Excura-Geschäftsführerin Alexandra Dieterich. Am Sonntag etwa „hatten wir ungefähr die Hälfte mehr als an den vorangegangenen Sonntagen“, sagt sie. Zwar sei die Teststation sonntags immer schon gut besucht gewesen. Um der gegenwärtigen Nachfrage Herr zu werden, setzt Dieterich nun aber mehr Mitarbeiter zu den regulären Öffnungszeiten ein. Sie hofft, dass die wieder kostenfreien Tests „Einfluss auf die Pandemiebekämpfung haben“. Schließlich sank die Nachfrage auf etwa die Hälfte, als das Angebot kostenpflichtig wurde. Auch Geimpfte würden das Testangebot wieder mehr wahrnehmen. Viele wollen laut Geschäftsführerin Dieterich „auf Nummer sicher gehen“.

Situation in Bichl und Benediktbeuern

Noch keinen größeren Zulauf im Vergleich zur kostenpflichtigen Testphase verzeichnet Christoph Peters, der in seiner Heilpraktiker-Praxis an der Nockhergasse in Bad Tölz testet. Das ist auch von der Schnellteststation am Bahnhofplatz in Benediktbeuern zu hören. Betreiberin Petra Edenhofer testet nur samstags, ihre Testtermine waren laut eigenen Angaben auch in den Vorwochen immer ausgebucht. Auch bei Manuela Schalchs Teststelle in Bichl blieb die Nachfrage etwa gleich, weil Ungeimpfte „den Test für nicht viel hernehmen können“.

Kur-Apotheke in Tölz: „Es zieht an“

Das sei jedoch nicht der entscheidende Punkt, findet Apotheker Andreas Heinrich von der Tölzer Kur-Apotheke. Dass der Andrang bei ihm aktuell noch „verhalten“ sei, macht ihn nicht unglücklich, weil der Entschluss der Politik sehr kurzfristig kam. Aber: „Es zieht an.“ Heinrich: „Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sich einmal in der Woche testen lassen.“ Nur so könne man auch symptomfreie geimpfte Infizierte aus dem Verkehr ziehen, denn deren „Virenlast reicht aus, um ansteckend zu sein“. Angesichts der aktuellen Pandemie-Lage im Landkreis lautet sein Appell auch an Geimpfte: „Lasst euch einmal in der Woche testen.“

Das Testangebot der Kur-Apotheke habe sich komplett ins Vitalzentrum verlagert, sagt Heinrich. Die seit Anfang Oktober geschlossene zweite Teststelle am Isarkai soll nach derzeitigem Stand nicht reaktiviert werden. Wegen der Witterung müssten Heinrich und sein Team täglich von dort alles mitnehmen und am nächsten Tag wieder mitbringen, weil die Tests temperaturempfindlich sind. Fachgerechte Lagerung und ein verlässliches Ergebnis seien „nur im Bereich von Zimmertemperatur“ möglich, erklärt der Apotheker. Die Hütte bleibe „als Backup“ stehen, es gebe aber genügend Testkapazitäten im Vitalzentrum. Sollte die Nachfrage weiter steigen, würde Heinrich eher dort personell aufstocken. Mehr Nachmittagstermine gibt es bereits. „Wenn 2G plus kommt“, könne die Nachfrage noch weiter anziehen. Ab heute gilt in Bayern flächendeckend 2G.

Mehr Personal in den Tölzer Hof-Apotheken

Sicherheit biete jedoch nur eine 2G-plus-Regel, meint Josef Blickenberger, der die beiden Hof-Apotheken in Bad Tölz betreibt. Seit der Wiedereinführung der kostenlosen Tests sei „wesentlich mehr los“. Apotheker Blickenberger weitet ebenfalls die Testzeiten aus: Hatte er bislang sechs Personen, die für die Hof-Apotheken getestet haben, kommen nun zwei weitere Kräfte dazu.

BRK nicht mehr dabei

Wie sieht es aber mit neuen Teststellen aus? Nehmen stillgelegte den Betrieb wieder auf? Vier der stillgelegten Teststellen wurden von der DLRG betrieben, im Münsinger Ortsteil St. Heinrich, vor der Loisachhalle in Wolfratshausen, am Schwankleck und als größte der DLRG die in der Loisachpassage – bis das Testen kostenpflichtig wurde. Da die Teststellen „nur mit ehrenamtlichen Kräften betrieben“ wurden, „muss man sehen, wie es sich entwickelt“, sagt Robert Klingel, Vorsitzender des DLRG-Ortsverbands Schäftlarn-Wolfratshausen. Der Gedanke sei da, aber es fehle an Planungssicherheit. Schließlich wisse man nicht, wie schnell sich die Testverordnung wieder ändert.

Auch das BRK hatte eine große Teststelle in Geretsried und weitere in Sachsenkam, Schlehdorf und in Kochel am See, kurzzeitig auch eine in Icking. Zum 30. September wurde die letzte davon geschlossen. Das BRK möchte keine davon wieder in Betrieb nehmen, „weil ab Dienstag 2G gilt, dann ist der Test hinfällig“, sagt Kreisgeschäftsführer Andreas Schäfer. „Eigentlich sind wir da raus.“

Flinthöhe: Noch Fragen offen

Und das Testzentrum des Landkreises auf der Flinthöhe in Bad Tölz? Gestern war dort der erste Tag mit neuer Testverordnung, am Wochenende war zu. Im Landratsamt habe man „noch keine Rückmeldung“, ob mehr oder weniger Personen das Angebot wahrgenommen haben. Und die Ausweitung der Testzeiten? „Momentan ist da nichts geplant“, sagt Marlis Peischer, Pressesprecherin des Landratsamts.

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