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„Lilly“ hat das Herz von Susanne Ignjatovic im Sturm erobert. Deswegen bringt es die Tölzerin nicht über sich, das behinderte Tier einschläfern zu lassen, sondern will ihm eine kostspielige Operation ermöglichen.  

Tierliebe

Nur teure OP kann Katzenbaby „Lilly“ retten

Bad Tölz – Tölzerin Susanne Ignjatovic nimmt regelmäßig Tiere in Pflege. Nun lebt ein Stubentiger aus Bulgarien bei ihr und braucht   finanzielle Hilfe.

Ihre eigene Erkrankung brachte sie einst in besonderer Weise mit Tieren zusammen. Seit inzwischen vier Jahren ist Susanne Ignjatovic nun regelmäßig Pflegemutter für Haustiere, denen es schlecht erging. Ihr jüngstes „Kind“, die junge Katze „Lilly“, muss operiert werden, um zu überleben – für 1500 Euro. Spenden sollen helfen.

Ignjatovic sollte für ihre eigene Genesung – aus einer Schilddrüsen- wurde eine Herzerkrankung – viel spazieren gehen. Jemand gab ihr den Tipp, einen Pflegehund aufzunehmen. Inzwischen hat die Verwaltungsangestellte immer wieder kurzfristig Hunde oder Katzen zur Pflege, die nicht artgerecht gehalten wurden.

Ihr Herz schlägt in letzter Zeit besonders für ihre Pflegekatze „Lilly“. Der schwarzweiße Stubentiger stammt aus Bulgarien und leidet unter einer Fehlstellung der Hinterpfote. Diese ist so verbogen, dass das Jungtier auf dem Gelenk läuft. Zudem stimmt etwas mit seiner Hüfte nicht. Nur eine äußerst komplizierte Operation an beiden Hinterbeinen könnte dem sechs Monate alten Vierbeiner helfen. „Hätte Lilly nicht so einen ungeheuren Lebenswillen, so eine ungeheure Energie, würde ich ihr ein ruhiges Einschläfern ermöglichen“, sagt Ignjatovic. Aber die kleine Katze erinnert ihre Tierpflegemutter stattdessen an jene Zeiten, als ihre eigene Tochter noch ein Baby war. „Lilly weckt mich mit einem kurzen, lauten Miau mitten in der Nacht auf, das heißt: Los, ich brauch Futter!“, sagt Ignjatovic lachend. „Und neulich saß sie doch glatt auf dem Schrank.“

Ignjatovic suchte lange nach einem Tierarzt, der die OP durchführen würde, aber immer erhielt sie die Antwort: „Wir schläfern auch ein.“ Über das von ihr eingerichtete Netzwerk auf Facebook „Katzen sind keine Stofftiere“ bekam sie den Hinweis auf Dr. Hannes Kriegleder in Gauting. Der sagte als einziger zu, die Operation in Angriff zu nehmen. „Er macht die unmöglichsten Sachen wahr“, beschreibt ihn die Tierschützerin. Allerdings klärte er sie auch über die Details auf: Mehrere Stunden würde die Operation dauern, die Kosten veranschlagte der Tiermediziner mit 1500 Euro.

Damit ist Ignjatovic zum ersten Mal finanziell überfordert, obwohl sie privat die Impfkosten für all ihre Pflegetiere übernimmt. „Mir ist das sehr unangenehm, dass ich jetzt um Geld betteln muss“, gibt sie zu. Doch die Tierliebe ließ die Tölzerin über ihren Schatten springen. Sie zeigt die Aufnahmen auf ihrem Handy: Zu sehen ist eine putzmuntere, vor Unfug strotzende junge Katze, die übers Sofa fegt – mit einem deutlich verdrehten Hinterbein. „Lilly ist noch sehr jung, was den Erfolg der OP begünstigen würde“, erklärt Ignjatovic. Für 26. Januar ist der OP-Termin angesetzt. Bis dahin muss die Tierpflegemama den Betrag zusammenhaben.  bip

Infos

Wer Susanne Ignjatovic unterstützen möchte, kann mit ihr unter der E-Mail-Adresse isus62@hotmail.de Kontakt aufnehmen.

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