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Die Berliner Compagnie in „Anders als du glaubst“: Der Islamkritiker Günther Schulz (Rondo Beat), der Kommunist Gottfried Kratz (Jean-Theo Jost), die Palästinenserin Mariam Samet (Selin Kavak), der Rabbi Jehoschua Benda (H.G. Fries) und die Pastorin Kathi Hoffmann (Elke Schuster) in der Zwischenwelt.

Berliner Compagnie im Kurhaus

Theater über Juden, Christen, Muslime und den Riss durch die Welt

An der Organisation dieses Theaterabends hatten viele Tölzer Organisationen mitgewirkt - und freuten sich über den regen Zuspruch. Zur Aufführung des Stücks „Anders als du glaubst“ im Tölzer Kurhaus waren 280 Zuschauer gekommen.

Bad Tölz – Ein homosexueller, atheistischer Islamkritiker, ein Kommunist, eine friedliebende, muslimische Palästinenserin, ein deutscher Rabbi und eine Pastorin bei einer Podiumsdiskussion sind schon für sich allein ein explosives Gemisch. Aber dann explodiert auch noch eine Bombe und voilà: „Anders als du glaubst“ beginnt.

Am Mittwochabend führte die Berliner Compagnie ihr „Theaterstück über Juden, Christen, Muslime und den Riss durch die Welt“ im Kurhaus auf. Der Pastoralreferent des Kreisbildungswerks Herbert Konrad hatte die Truppe in Zusammenarbeit mit den Theatervereinen „Lust“ und „Komische Gesellschaft“ sowie Lehrkräften des Gabriel-von-Seidl Gymnasiums in die Stadt geholt. Der Saal war mit 280 Besuchern gefüllt, 100 davon waren Schüler. Nicht nur Konrad freute sich über das „wunderbar gemischte Publikum“, auch Verena Peck schien von der Resonanz überwältigt. „Ich freue mich, dass Sie hier Farbe bekennen. Sie alle, die Sie hier sitzen, sind heute die Perlen in der Kette des sozialen Miteinanders“, sagte Peck, die sich bei den Theatervereinen engagiert und an der Organisation des kurzweiligen Abends beteiligt war.

Der Kritiker, der Kommunist, die Palästinenserin, der Rabbi und die Pastorin erwachen im Stück in einer Zwischenwelt und bekommen – vielleicht vom Erzengel Gabriel – Rätsel und Aufgaben gestellt, die sie nach Afrika führen. Der vergessene Kontinent, so zeigt das Stück, hält für Europa immer wieder her: als Mülldeponie, Resteverwertungsanlage und zur Produktion von Feindbildern. Auf der Reise durch Burkina Faso, Somalia und Ghana streiten die Fünf. Am Ende steht die Einigung auf Gemeinsamkeiten der Ideologien und ein neues Feindbild: der Neoliberalismus. Schülern und Erwachsenen gefiel, was sie sahen: „In der heutigen Zeit ist es wichtig über Kapitalismus zu sprechen“, sagte Schüler Henri Vesper (15). „Am besten haben mir die kritischen Stellen über Großkonzerne und EU-Politik gefallen“, sagte auch Zuschauerin Anne Lenz (16). „Anders als du glaubst“ hallte nach. In vielen kleinen Gruppen diskutierten Schüler und Erwachsene nach dem Stück noch auf dem Parkplatz. 

Nora Linnerud

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