Schalkes Ex-Präsident Günter Eichberg gestorben

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Warnte vor einer ungehinderten Ausbreitung des Wolfs: Rolf Kotzur vom Landesjagdverband Sachsen.

Kreisjagdverband

Thema Wolf: Kritik an „Volksverdummung“

Der Wolf sorgt immer wieder für Diskussion. Auch in der „Alten Schießstätte“ war das Thema jetzt brisant.

Bad Tölz – Was kommt mit dem Wolf auf uns zu? In der sächsischen Lausitz nahe der polnischen Grenze hat man damit bereits sehr viel mehr Erfahrung als hier. Deshalb hatte der Kreisjagdverband jetzt den Schalenwild-Obmann des Landesjagdverbands Sachsen zu einem Vortrag eingeladen. Rolf Kotzur machte in der „Alten Schießstätte“ deutlich, welche Dimensionen das Wolfsproblem dort inzwischen erreicht hat.

Zuerst sagte er, dass die Wolfspopulation „tatsächlich rund sechsmal so hoch ist wie offiziell angegeben“. Obwohl bereits 250 Exemplare für eine stabile Population ausreichen würden, werde man in Sachsen bereits 2018 über 1000 Wölfe nachweisen können. Dazu komme das Problem mit einer stark wachsenden Zahl von Hybriden, also Kreuzungen von Hunden und Wölfen.

Für Naturschützer sei der Wolf die „Ikone des Artenschutzes“, so Kotzur. Doch während man in den meisten europäischen Staaten längst zu einer Regulierung der Bestände zurückgekehrt sei, würden in Deutschland Wolfs-Aktivisten seinen Schutz auf die Spitze treiben. Dabei sei der Wolf „keine vom Aussterben bedrohte Art“.

Kotzur nannte Beispiele: „Bestandszahlen wurden gefälscht, EU-Richtlinien unkorrekt ins Deutsche übersetzt. Manche Wolfsfreunde beschimpfen Jäger als Mörder, andere gehen in die Kindergärten, um die Kinder zu indoktrinieren.“

Als „Volksverdummung“ bezeichnete der Schalenwild-Obmann Behauptungen der Wolfslobby, „wir hätten verlernt, mit dem Wolf zu leben“, man könne „Weidetiere mit Zäunen schützen“ und den „Wolf vergrämen“, oder der Wolf komme „nur deshalb in die Dörfer, weil man ihn angefüttert habe“. Das sei alles „großer Unsinn“.

Der Referent zeigte Bilder aus seiner Heimat, die 70 Schafs- und Ziegenrisse in einer Nacht dokumentieren. Sein Fazit: „Eine ungehinderte Ausbreitung des Wolfs passt nicht in eine dicht besiedelte, landwirtschaftlich und touristisch genutzte Region.“

Als Vorstand des Kreisjagdverbands betonte auch Wolfgang Morlang, die Region sei „nicht als Habitat für Wölfe geeignet“. Amtliche Wildbiologen würden „verharmlosen und keine korrekte Arbeit leisten“. Wildhegegemeinschafts-Leiter Anton Krinner ging noch weiter: „Mir sind Fälle bekannt, in denen Naturschützer Wölfe und Luchse aus Gehegen angekauft und sie anschließend ausgewildert haben.“

Der ebenfalls anwesende Präsident des Bayerischen Jagdverbands, Dr. Jürgen Focke, sagte: „Wo der Wolf ist, da flüchtet das Wild aus den Wäldern auf die freien Flächen. Und wo Wildfütterungen sind, da ist auch der Wolf.“ Man brauche dringend Regelungen, wann Wölfe entnommen werden dürfen.

„Um unsere Weidetiere zu schützen, bräuchten wir 140 000 Kilometer Zäune und 12 000 Herdenschutzhunde“, sagte Kreisbäuerin Ursula Fiechtner. Neben den Anschaffungskosten erfordere das einen jährlichen Unterhalt von 30 Millionen Euro. Und Wanderer könnten alle Flächen, die so eingezäunt und zusätzlich von Hunden bewacht seien, nicht mehr betreten. Von Seiten des Naturschutzes gab sich bei dieser Veranstaltung übrigens niemand zu erkennen. 

Auch vor ein paar Tage, dachte eine Frau in Krün bei Garmisch-Partenkirchen einen Wolf gesehen zu haben. Das Räsel hat sich mittlerweile gelöst, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelte.

Rainer Bannier

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